Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Ziegelmauer mit Bögen
- Zwei Bronzefiguren
- Eine Schale in der ausgestreckten Hand
Die Geschichte des Ortes
Lange vor der Stadt kannte man an der Mündung des Temernik diese Gegend mit einer Quelle. Als daneben eine Zollstation eingerichtet wurde, kamen Händler zur Quelle, und ringsum wuchsen Lagerhäuser und Wohnhäuser empor. In einer Stadt ohne Rohrnetz blieb Quellwasser noch bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts besonders wichtig. Die Ziegelbögen und zwei Bronzefiguren entstanden hier nach zahlreichen Umbauten der alten steinernen Rotunde, und die Quelle selbst dient heute nur noch technischen Zwecken.
An einer Ziegelmauer reicht ein Donkosake dem jungen Pjotr I. eine Schale. Der Bildhauer Sergej Oleschnja stellte diese Komposition im Jahr zweitausendachtzehn auf und übertrug damit eine städtische Legende in Bronze. Angeblich trank Pjotr während des Asow-Feldzugs im Jahr eintausendsechshundertfünfundneunzig hier Quellwasser und nannte den Brunnen reich. Einen dokumentarischen Nachweis für diese Szene gibt es nicht.
Der Name selbst ist jedoch älter als Rostow. In einem Erlass der Kaiserin Jelisaweta Petrowna aus dem Jahr eintausendsiebenhundertneunundvierzig wurde bereits angeordnet, die Temernizkaja-Zollstation an der Mündung des Temernik gegenüber der Gegend Bogaty Kolodes einzurichten. Hierher sollten Donkosaken, Griechen, Türken und Armenier zum Handel kommen. Die Beamten mussten also keinen Namen für einen neuen Punkt auf der Karte erfinden: Sie banden die Zollstation an die seit Langem bekannte Quelle. Um sie herum entstanden Packhäuser und Wohnhäuser, und später errichtete man daneben die Festung des Heiligen Dimitri von Rostow.
Bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts versorgte diese Quelle die Einwohner Rostows noch immer mit Wasser, doch es musste ohne städtisches Netz geliefert werden. Ein Bericht aus dem Jahr eintausendachthundertachtundvierzig führt den Don, Brunnen und besonders den Bogaty Kolodes auf und stellt gesondert fest, dass es in Rostow keine Wasserleitungen gab.
Als Erster versuchte der englische Unternehmer Alexander Malcolm, mit dem Bau einer Wasserversorgung Geld zu verdienen. Er erhielt eine Konzession, also das Recht, die Anlage auf eigene Kosten zu errichten und die Investitionen anschließend durch Wassergebühren zurückzuerhalten, starb jedoch bald. Sein Unternehmen ging an den Schweden Otto Vatman über. Der Kaufmann Pjotr Michaljow aus Kursk gab Geld, im Jahr eintausendachthundertdreiundfünfzig nahm man die Anlage in Betrieb, und schon ein Jahr später brach sie zusammen.
Nach diesem Fehlschlag nahm sich Andrej Baikow des Projekts an – der spätere Rostower Stadtoberhaupt, der sich für eine dauerhafte Wasserversorgung einsetzte. Gemeinsam mit dem Ingenieur Apollon Belelubski und demselben Michaljow gründete er eine Aktiengesellschaft. Drei Jahre lang verkauften sie Aktien, doch das gesammelte Geld reichte nicht für den Bau. Daraufhin überredete Baikow die Mitgesellschafter, die Gesellschaft aufzulösen und die Konzession für andere Unternehmer freizugeben.
Das Risiko übernahmen der Handelskosake Semjon Koschkin, der Kaufmann erster Gilde aus Jeisk Grigori Dmitrijew und der Rostower Kaufmann zweiter Gilde Timofej Kuksa. Als Gegenleistung für das Recht, die Wasserversorgung fünfzig Jahre lang zu betreiben, mussten sie an der Quelle Dampfmaschinen aufstellen, Wasserauffangbecken anlegen, gusseiserne Rohre verlegen, einen Hochbehälter, acht Straßenbecken mit Hähnen und einen Brunnen im Stadtgarten bauen.
Am fünften Januar eintausendachthundertsechsundsechzig floss das Wasser durch das Netz. Baikows gescheitertes Unternehmen verschwand, doch sein Verzicht darauf, die Konzession zu behalten, ermöglichte es den drei Kaufleuten, die Anlage fertigzustellen. Später übergab Kuksa die Wasserversorgung einer französischen Konzessionsgesellschaft, und mit dem Wachstum Rostows reichte der Bogaty Kolodes allein nicht mehr aus. Seit der Mitte der eintausendneunhundertzwanziger Jahre wird sein Wasser nur noch für technische Zwecke genutzt.
Die heutigen Ziegelbögen stammen nicht von der ersten Wasserversorgung. Die alte steinerne Rotunde wurde mehrfach umgebaut und Ende der eintausendneunhundertneunziger Jahre durch einen Gedenkkomplex in den Formen der Industriearchitektur ersetzt. Die Bronzeschale bewahrt die Legende von Pjotr; die Trinkwasserquelle, für die Malcolm, Vatman, Baikow und die Rostower Kaufleute nacheinander Geld riskierten, ist hier nicht mehr in Betrieb.
Praktisch vor Ort
Die Quellfassung und der umgebende öffentliche Raum werden von außen besichtigt; eine offizielle Bestätigung der Trinkwasserqualität für die Route wurde nicht gefunden.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie den Brunnen als historisches Bauwerk und nicht als Trinkbrunnen: Die Sicherheit des Wassers erfordert eine aktuelle Prüfung.
