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Pantheon

Pantheon

Diese Station dient dazu, die Untersuchung nachzuvollziehen, nach der sich eine verehrte Reliquie als fremd erwies.

25 Min.
Kuppel des Pantheons mit Okulus und einem Lichtstrahl im Inneren
IKreativ · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Säulenportikus
  • Inschrift am Giebel
  • Kuppel der Rotunde
  • Sarkophag unter der marmornen Madonna

Die Geschichte des Ortes

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In den letzten Tagen seines Lebens verfügte Raffael Santi, Künstler des päpstlichen Hofes und leitender Architekt des Petersdoms, im Pantheon bestattet zu werden. Er lebte von Aufträgen der Päpste und wohlhabender Römer, unterhielt eine große Werkstatt und konnte bis zu seinem siebenunddreißigsten Lebensjahr eine beträchtliche Summe für sein eigenes Grab aufbringen. Raffael verlangte jedoch, neben der antiken Nische nur eine kleine Platte anzubringen: Das Grabmal sollte das Gebäude nicht verdecken, das er als eines der wichtigsten Denkmäler des antiken Roms studierte.

Schon damals vereinte das Pantheon zwei Funktionen. Sein griechischer Name bedeutet Tempel aller Götter, obwohl die genaue antike Weihung umstritten bleibt. Über den Säulen steht, dass Marcus Vipsanius Agrippa – Feldherr und Schwiegersohn des Kaisers Augustus – das Gebäude errichtete und hier in den zwanziger Jahren vor unserer Zeitrechnung den ersten Tempel bauen ließ. Die heutige Rotunde mit der Kuppel entstand unter Kaiser Hadrian fast anderthalb Jahrhunderte später, nach Bränden, doch an der Fassade stellte man Agrippas Namen wieder her.

Im Jahr sechshundertneun übergab der byzantinische Kaiser Phokas das Gebäude Papst Bonifatius IV. Der Papst setzte sich dafür ein, den antiken Tempel in eine Kirche umzuwandeln, und weihte ihn der Jungfrau Maria und allen Märtyrern. Seitdem lautet der offizielle Name des Pantheons Basilika Santa Maria ad Martyres; hier werden bis heute Messen gefeiert. Die kirchliche Nutzung half, die Mauern und die Kuppel zu bewahren, und machte die für diesen Ort ungewöhnliche Bestattung Raffaels möglich.

Nach seinem Tod im Jahr eintausendfünfhundertzwanzig legte man den Leichnam unter einem Altar mit einer marmornen Madonna bei, die Lorenzetto, ein Schüler des Künstlers, geschaffen hatte. Mit der Zeit entstand jedoch Verwirrung. Die Accademia di San Luca in Rom bewahrte einen menschlichen Schädel auf, den sie für den Schädel Raffaels hielt. Zeitgenössischen Berichten zufolge berührten Schüler ihn mit den Spitzen ihrer Pinsel und Bleistifte, in der Hoffnung, sich das Können des großen Malers anzueignen. Zugleich behauptete die Inschrift im Pantheon, Raffael liege hier vollständig.

Im Jahr eintausendachthundertdreiunddreißig beschloss der Bildhauer Giuseppe De Fabris, Leiter einer Künstlervereinigung am Pantheon, den Streit zu beenden. Er erhielt die Erlaubnis von Papst Gregor XVI. und ließ die Nische unter der Madonna öffnen. Im September gelangten die Arbeiter zur Grabstätte und fanden ein Skelett zusammen mit einem Schädel. Künstler, Archäologen und Ärzte untersuchten die Überreste und erkannten sie als die Überreste Raffaels an. Der Schädel, der in der Accademia di San Luca verehrt worden war, erwies sich als fremd.

Papst Gregor XVI. übergab für die erneute Bestattung einen antiken Marmorsarkophag mit Girlanden. Darauf brachte man die frühere Grabinschrift an: „Hier liegt Raffael, zu dessen Lebzeiten die Natur fürchtete, besiegt zu werden, und nach dessen Tod zu sterben.“ Genau dieser Sarkophag steht heute unter der Madonna. Raffael hatte um eine kleine Platte an der Seite gebeten; drei Jahrhunderte später nahm man seine Knochen aus der Nische, untersuchte sie in Gegenwart von Zeugen und legte sie in das Grab, wo ihre Echtheit nicht mehr mit einer Reliquie aus einer fremden Akademie verwechselt werden konnte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort25 Min.
Nächster PunktPiazza di Pietra
Eintrittmit Eintrittskarte; während Gottesdiensten und für berechtigte Personengruppen kostenlos

Täglich 09:00–19:00; Kasse bis 18:00; letzter Einlass für Einzelbesucher 18:30; die Öffnungszeiten können sich während Gottesdiensten ändern.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Prüfen Sie die Eintrittsbedingungen im Voraus und besorgen Sie die Eintrittskarte separat; während Gottesdiensten kann der Zugang für Touristen eingeschränkt sein.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie vom Portikus aus nach links und suchen Sie die Fassade, aus der elf antike Säulen hervortreten.

Stopp 4 von 8Weiter: Piazza di Pietra

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Das Herz Roms: Plätze, Pantheon und Brunnen“ — 8 Stopps, etwa 2,5 km, 2,5–3 Stunden.

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