Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Hauptfassade mit Kolonnade
- Dreiecksgiebel
- Skulpturen über dem Giebel
Die Geschichte des Ortes
Die Kolonnade, der dreieckige Giebel und die Skulpturen oben verleihen dem Haus das Erscheinungsbild eines repräsentativen Stadttheaters. Es wurde im Jahr achtzehnhundertdreiundsechzig für das Erste Stadttheater Riga errichtet. Opern-, Schauspiel- und Ballettvorstellungen hingen hier von der Großen Gilde ab, die die deutschen Kaufleute der Stadt vereinte. Letten kauften Karten für diesen Saal, obwohl man ihre eigene professionelle Operntruppe nicht auf seiner Bühne auftreten ließ.
Am dreiundzwanzigsten Januar neunzehnhundertneunzehn hob Teodors Reiters, Chefdirigent und Direktor der lettischen Operntruppe, hier vor Beginn von „Der fliegende Holländer“ den Taktstock. Zum ersten Mal spielten Letten auf dieser Bühne Oper. Für Reiters entschied die Aufführung über das Schicksal des Ensembles: Die Truppe erhielt den großen Saal, wusste aber noch nicht, ob der Saal ihr erhalten bliebe.
Das Gebäude wurde im Jahr achtzehnhundertdreiundsechzig als Erstes Stadttheater Riga errichtet. Über Oper, Schauspiel und Ballett entschied die Große Gilde, ein Zusammenschluss deutschbaltischer Kaufleute Rigas. Das lettische Publikum kaufte hier Karten, doch die erste professionelle lettische Operntruppe, die im Jahr neunzehnhundertzwölf gegründet worden war, ließ man nicht auf diese Bühne. Während des Ersten Weltkriegs zerstreuten sich die Künstler. Im Sommer neunzehnhundertachtzehn versammelte der Mäzen Andrejs Frīdenbergs einen Teil der Sänger und Musiker in Petrograd und half ihnen, nach Riga zurückzukehren. Sie nannten ihr Ensemble „Latvju opera“, also eine lettische Oper, und begannen in einem anderen Stadttheater aufzutreten. Eine dauerhafte Finanzierung aus dem Haushalt und ein eigenes Haus hatten sie nicht.
Ende desselben Jahres begriffen die Angestellten des deutschen Theaters, dass sie das Gebäude bald verlieren würden. Wahrscheinlich brachten sie damals Partituren, Bücher und Dokumente aus dem Anbau fort und versteckten sie unter der Treppe und den Sitzreihen des zweiten Balkons. Diese Menschen hielten sich für die rechtmäßigen Hüter des Theaters und rechneten mit ihrer Rückkehr.
Im Januar erlaubte die neue Stadtverwaltung Reiters, die „Latvju opera“ hierher zu verlegen. Am neunten Februar verstaatlichte die Regierung die Truppe und sicherte ihr staatliche Finanzierung. Die Künstler führten die alten Inszenierungen fort und bereiteten neue vor, nun als Oper Sowjetlettlands.
Am zweiundzwanzigsten Mai erlitt diese Regierung eine Niederlage. Der Name „Latvju opera“ wurde zurückgegeben, doch mit dem früheren Namen kehrte auch die frühere Ungewissheit zurück. Der Finanzierungsbeschluss galt nicht mehr, und die Große Gilde erklärte, ihre Verträge über das Theater blieben in Kraft. Reiters konnte die Bühne verlieren, und das nach der Evakuierung wieder versammelte Ensemble konnte erneut auseinanderfallen.
Um die Truppe vollständig zu erhalten, ordnete man sie vorübergehend einer lettischen Militäreinheit zu. Am sechzehnten August besetzte deren Stab auf militärischen Befehl beide Stadttheater für lettische Vorstellungen und Konzerte. Die Korrespondenz mit der Großen Gilde entschied danach nicht mehr darüber, wer auf dieser Bühne auftreten würde. Am dreiundzwanzigsten September verabschiedete das Ministerkabinett eine Verordnung über die Nationaloper: Die Truppe erhielt gesetzlich garantierte Räumlichkeiten und staatliche Finanzierung. Am zweiten Dezember gab man hier „Tannhäuser“, nun unter dem Namen der Lettischen Nationaloper.
Die versteckten Partituren blieben bis zur Rekonstruktion im Jahr neunzehnhunderteinundneunzig unter dem zweiten Balkon. Arbeiter öffneten den dunklen Raum unter der hölzernen Treppe und den Sitzen und fanden Dokumente des deutschen Theaters, die den Brand, Wechsel der Institutionen und spätere Archivsäuberungen überstanden hatten. Den Namen „Lettische Nationaloper“ hatte man bereits im Jahr neunzehnhundertneunundachtzig wieder eingeführt. Heute werden hier weiterhin Opern und Ballette aufgeführt, und das Versteck hält den Ausgang eines alten Streits fest: Es wurde von Menschen eingerichtet, die die Rückkehr der deutschen Truppe erwarteten, und bei der Renovierung des Hauses der lettischen Oper entdeckt.
Praktisch vor Ort
Von außen immer zugänglich; Vorstellungen, Führungen und Zugang zum Inneren prüfen Sie im aktuellen Spielplan der LNOB.
Geprüft: 26. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Geschichte lässt sich von außen gut nachvollziehen. Foyer und Zuschauerraum sind nur im Rahmen eines gesonderten Besuchs, einer Führung oder einer Vorstellung zugänglich.
