Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Brunnen mit der Figur des Glaubens
- Anglikanische Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit
- Gerichtsgebäude
Die Geschichte des Ortes
Am neunten Dezember siebzehnhundertfünfundsiebzig befahl Gouverneur Guy Carleton, der die Verteidigung von Québec befehligte, alle Stadtglocken zu läuten und den Sammelruf zu geben. Bewaffnete Stadtbewohner eilten hierher, auf den Platz, den man damals sowohl Großer Platz als auch Place d’Armes nannte. Als die Menschen sich vor dem Rekollektenkloster aufgestellt hatten, gestand Carleton: Der Alarm war falsch. Er wollte wissen, wie viele Verteidiger tatsächlich auf das Signal hin erscheinen würden. Vor einem wirklichen Angriff, warnte der Gouverneur, müsse man sich bald in Acht nehmen.
Diese Prüfung brauchte er wegen der Zusammensetzung der Garnison. Die Dreizehn Kolonien hatten sich gegen Großbritannien erhoben, ihr Kontinentalkongress hatte Truppen entsandt, um die Provinz Québec zu besetzen, und Montréal hatte sich bereits ergeben. In der Hauptstadt waren nur wenige Berufssoldaten geblieben. Carleton musste französisch- und englischsprachige Stadtbewohner, Schiffsmatrosen und Handwerker, die an den Befestigungen arbeiteten, in die Reihen stellen. Viele hatten zuvor ihren Lebensunterhalt mit Handel oder Handwerk verdient und wollten keine Soldaten werden. Wer sich weigerte, an der Verteidigung teilzunehmen, sollte auf Befehl des Gouverneurs aus der Stadt ausgewiesen werden: Neutralität bedeutete, während einer Belagerung mitten im Winter den Schutz hinter den Mauern zu verlieren.
Am einunddreißigsten Dezember war der Alarm echt. Oberst Benedict Arnold, der Befehlshaber einer der amerikanischen Kolonnen, führte seine Männer in die Unterstadt. Er rechnete damit, die Barrikaden zu durchbrechen, sich mit der zweiten Kolonne zu vereinigen und in die Oberstadt hinaufzusteigen. Für die Verteidiger war es wichtig, die Rue Sault-au-Matelot zu halten: Von dort führte der Weg hinauf zur Côte de la Montagne, und oben lag dieser Platz.
Carleton stellte hier die allgemeine Reserve zusammen. Einige junge Stadtbewohner, die an den Barrikaden Wache hielten, konnten aus dem von den Amerikanern besetzten Teil der Straße entkommen und liefen mit der Nachricht auf den Platz, der Gegner sei bereits in der Unterstadt. Aus den hier versammelten Menschen stellte Carleton zweihundert Männer ab und schickte sie durch die Porte du Palais in den Rücken von Arnolds Kolonne. Andere Verteidiger hielten weiterhin die letzte Barrikade von vorn.
Die Amerikaner saßen in den engen Straßen fest. Etwa vierhundert Männer ergaben sich; Arnold wurde verwundet und schied aus dem Kampf aus. Der Sturmangriff scheiterte, obwohl die Belagerung noch mehrere Monate andauerte. Am sechsten Mai des folgenden Jahres trafen britische Schiffe mit Verstärkungen in Québec ein, und die verbliebenen amerikanischen Einheiten zogen sich zurück.
Der Name des Platzes beschreibt genau eine solche Sammlung. Im alten französischen Sprachgebrauch konnte das Wort „Waffen“ auch ein Heer oder Soldaten bedeuten. Gouverneur Charles Huault de Montmagny bestimmte diesen Raum schon in den sechzehnhundertvierziger Jahren für militärische Übungen: Daneben stand das Château Saint-Louis, die Residenz des Gouverneurs, und den Hang entlang verlief die wichtigste Verbindung zwischen Oberstadt und Unterstadt. Hier traten zunächst französische, dann britische Einheiten an. Nach dem Bau der Zitadelle von Québec verlegte das Militär die Übungen dorthin, und im Jahr achtzehnhundertfünfundsechzig wurde auf dem Platz ein öffentlicher Park angelegt. Heute versammeln sich hier Reisegruppen.
Das Rekollektenkloster, vor dem Carleton den falschen Alarm auslöste, gibt es nicht mehr. Es brannte im Jahr siebzehnhundertsechsundneunzig ab; drei Jahre später wurden die Ruinen abgetragen, ein Teil des Geländes dem Platz zugeschlagen, und daneben errichtete man die Anglikanische Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit und ein Gerichtsgebäude. Der Brunnen mit der Figur des Glaubens in der Mitte wurde später zum Gedenken an die Rekollekten aufgestellt. Er erinnert an den Orden, vor dessen verschwundenem Kloster die Stadtbewohner auf Carletons Signal warteten, zu den Barrikaden zu gehen.
Praktisch vor Ort
Offener Stadtplatz. Der Zugang kann sich wegen Veranstaltungen, städtischer Arbeiten und Einstiegen zu Führungen ändern.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Schauen Sie sich das Denkmal von mehreren Seiten an: Die wichtigsten erzählerischen Details befinden sich auf den Reliefs und nicht nur oben.
