Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Steinerner Obelisk
- Bronzebüste
- Kettenzaun
- Wiese an der Straße
Die Geschichte des Ortes
Auf einer kleinen Gedenkwiese stehen ein steinerner Obelisk, eine Bronzebüste und ein Kettenzaun; das Denkmal ist dem Dichter gewidmet. Von Pjatigorsk sind es etwas mehr als vier Kilometer hierher, an der Straße zur Nikolajew-Kolonie, dem heutigen Inosemzewo. Vor dem Denkmal war dies einfach eine Wiese außerhalb der Stadt, zu der man ohne Publikum kommen konnte.
Am dreizehnten Juli achtzehnhunderteinundvierzig unterhielt sich Nikolai Martynow, ein Major, der wenige Monate zuvor in den Ruhestand getreten war, im Haus der Familie Versilin am Klavier mit einer der Töchter des Hausherrn. Martynow trug eine Tscherkesska und einen großen Dolch. Michail Lermontow, ein sechsundzwanzigjähriger Armeeoffizier im Rang eines Leutnants und bereits bekannter Schriftsteller, nannte ihn einen „Bergbewohner mit großem Dolch“. In diesem Moment verstummte das Klavier, und der ganze Salon hörte den Spott.
Martynow wollte, dass Lermontow aufhörte, ihn vor Frauen lächerlich zu machen. Er erinnerte daran, dass er Lermontow bereits gebeten hatte, in Gegenwart von Damen nicht so zu scherzen. Nach dem Abend sprachen die Männer unter vier Augen. Dieses Gespräch ist vor allem durch Martynows eigene Aussage bekannt: Lermontow soll geantwortet haben, man könne ihm nicht verbieten zu sprechen, und wenn Martynow sich beleidigt fühle, solle er Genugtuung fordern. Als „Genugtuung“ bezeichneten Offiziere einen bewaffneten Zweikampf wegen einer zugefügten Beleidigung. Die formelle Herausforderung sprach Martynow aus.
Die Sekundanten – Vermittler, die die Bedingungen des Duells vereinbarten und versuchen mussten, die Gegner zu versöhnen – überredeten Martynow, die Herausforderung zurückzunehmen. Er lehnte ab: Ein Rückzug nach dem öffentlichen Spott und der direkten Aufforderung zum Duell hätte für ihn einen weiteren Verlust der Ehre bedeutet.
Am fünfzehnten Juli nach altem Stil, am siebenundzwanzigsten Juli nach dem heutigen Kalender, kamen die Gegner auf eine kleine Wiese an der Straße von Pjatigorsk zur Nikolajew-Kolonie, einer Siedlung am Ort des heutigen Inosemzewo. Von der Stadt waren es etwas mehr als vier Kilometer hierher. Außerhalb der Stadt konnte man für den gesetzlich verbotenen Zweikampf ohne Publikum die Distanz abmessen.
Die genauen Bedingungen lassen sich nur schwer rekonstruieren, weil allen verbliebenen Beteiligten nach Lermontows Tod ein Gerichtsverfahren drohte. In einem Entwurf von Martynows Aussage wurde das Recht jedes Gegners erwähnt, bis zu drei Schüsse abzugeben; in der endgültigen Fassung verschwand dieses Detail. Auch die Entfernung zwischen den Schranken variiert in den verschiedenen Aussagen – von zehn bis fünfzehn Schritten.
Nach dem Signal trat Martynow an die Schranke und schoss. Die Kugel drang in Lermontows rechte Seite ein, durchbohrte beide Lungen und trat auf der linken Seite des Brustkorbs aus. Er fiel bewusstlos zu Boden und starb wenige Minuten später.
Ob Lermontow selbst schoss, erzählten die Zeugen später unterschiedlich. In den offiziellen Aussagen blieb seine Pistole geladen, und ein Sekundant entlud sie später in die Luft. Im ersten, unmittelbar danach verfassten Bericht hieß es jedoch, Lermontow habe im Voraus darauf verzichtet, auf Martynow zu zielen. Viele Jahre später erinnerte sich einer der Sekundanten, der Dichter habe die Pistole mit nach oben gerichtetem Lauf gehoben. Sicher lässt sich nur eines sagen: Lermontow schoss nicht auf Martynow. Ob er noch nach oben schießen konnte oder sich nur dazu bereit machte, lässt sich nicht mehr feststellen.
Am nächsten Tag fand die Untersuchungskommission hier zertrampeltes Gras, Spuren von Droschken und Blut an der Stelle, an der Lermontow gelegen hatte. Martynow wurde noch am selben Abend verhaftet. Das Militärgericht verfügte die Entziehung seines Ranges und seiner Standesrechte – seines Rechtsstatus als Adliger. Die endgültige Strafe fiel milder aus: drei Monate in einer militärischen Arrestzelle der Kiewer Festung und kirchliche Buße. Die beiden als Sekundanten anerkannten Männer wurden begnadigt.
Eine dauerhafte Markierung hinterließ die Kommission nicht. Erst im Jahr achtzehnhundertachtundsiebzig legten die Pjatigorsker Fotografen Engel und Rajew den ersten Gedenkstein an der Straße nieder. Einige Jahre später erkannte eine Kommission, der Pawel Wiskowatow, Lermontows erster Biograf, angehörte, dass sich der genaue Ort der Schranke nicht mehr bestimmen ließ. Der heutige Obelisk mit Bronzebüste entstand im Jahr neunzehnhundertfünfzehn an der vermuteten Duellstelle.
Im Jahr achtzehnhunderteinundvierzig lag hier eine Wiese an der Straße. Das zertrampelte Gras, die Radspuren und das Blut, die am nächsten Tag in das Protokoll aufgenommen wurden, sind verschwunden. Der Kettenzaun umreißt den später für das Denkmal gewählten Ort, nicht die längst verschwundene Schranke, an die Martynow trat.
Praktisch vor Ort
Offene Gedenkanlage ohne Eintrittskarte; besuchen Sie sie bei Tageslicht.
Geprüft: 12. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie nicht den Hang hinab, um nach einer „genaueren“ Wiese zu suchen: Verschiedene Aussagen weisen auf verschiedene Orte hin, und als Halt der Route dient das Denkmal selbst.
