Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Zwei Reihen kleiner Ateliers
- Ateliertüren mit alter Nummerierung
- Gemälde und Skulpturen
Die Geschichte des Ortes
Das Barrio del Artista umfasst einen kleinen Platz beim El Parián und zwei Reihen ehemaliger Handelsläden. Die Nummern von achtundzwanzig bis fünfundvierzig an den Türen stammen noch vom El Pariancito. Als in diesen engen Räumen mit getragener Kleidung und Kohle gehandelt und Schuhe repariert wurden, waren einige der Läden im Lauf der Zeit bereits leer geworden. Dann gingen die städtischen Räume an die Künstler über: Die Eingänge der Ateliers führen direkt auf die Straße, und dort kommen Käufer von Gemälden und Skulpturen zu den Künstlern.
Im Jahr neunzehnhundertvierzig brachten die Brüder José und Ángel Márquez Figueroa, Lehrer an der Akademie der Schönen Künste von Puebla, ihre Schüler zum Zeichnen im Freien zum El Parián. Einige junge Künstler bereiteten sich darauf vor, die Akademie zu verlassen. Nach ihrem Abschluss sollten sie mit Gemälden ihren Lebensunterhalt verdienen, doch es gab keinen Ort, um sie zu malen, Kunden zu zeigen und zu verkaufen.
José Márquez schlug den Schülern vor, sich nicht einzeln zu zerstreuen, sondern in der Nähe eigene Ateliers zu eröffnen. Er unterrichtete mehr als fünfzig Jahre lang und war der Ansicht, die Akademie dürfe keine Künstler hervorbringen, die nur fremde Vorbilder kopieren konnten. Für die selbständige Arbeit war ein Ort nötig, den jeder Stadtbewohner betreten und an dem er nicht nur ein fertiges Gemälde, sondern auch den Künstler bei der Arbeit sehen konnte.
Ein solcher Ort lag vor ihnen. Der Platz hieß damals Plazuela del Factor, und eine Reihe enger Räume trug den Namen El Pariancito. Einst wurde hier mit getragener Kleidung gehandelt; später verkaufte man in den Läden Kohle, reparierte Schuhe, und einige Räume standen leer. Die Schüler erreichten ein Treffen mit dem Gouverneur Gonzalo Bautista Castillo. Dieser übergab der Gruppe zusammen mit dem Vorsitzenden des Stadtrats, Juan Manuel Treviño, städtische Ladenlokale. Der Künstler Faustino Salazar García, der die unterschiedliche Gesellschaft zusammenhalten sollte, wurde ihr erster Vorsitzender.
Am fünften Mai neunzehnhunderteinundvierzig veranstaltete die Gruppe hier ihre erste Gemeinschaftsausstellung. Für die Beteiligten war dies eine Prüfung von Márquez’ Idee: Die Absolventen erhielten Ateliers und kamen mit ihren Arbeiten unmittelbar zu den Käufern. Sie malten, nahmen Schüler an, stellten aus und verkauften ihre Werke in denselben Räumen. Deshalb bürgerte sich der Name „Barrio del Artista“ für einen Platz und zwei Reihen kleiner Ateliers ein, nicht für ein Wohnviertel.
Später übergab man den Künstlern zusätzliche Läden an der Westseite. Bei der Renovierung behielt man die alte Nummerierung des El Pariancito bei – von Nummer achtundzwanzig bis Nummer fünfundvierzig. Hinter diesen Türen arbeiten, stellen aus und verkaufen sie noch immer Gemälde und Skulpturen. Die für Márquez’ Absolventen erdachte Einrichtung ist dieselbe geblieben: Das Atelier öffnet sich direkt zur Straße, und der Künstler trifft die Öffentlichkeit dort, wo er mit seinem Handwerk seinen Lebensunterhalt verdient.
Praktisch vor Ort
Das städtische Register nennt Montag–Freitag 11:00–19:30, Samstag und Sonntag 11:00–16:00.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Ein Atelier bedeutet nicht immer freien Zutritt. Beobachten Sie von der Straße aus und fragen Sie vor dem Fotografieren eines Künstlers oder eines unfertigen Werks um Erlaubnis.
