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Haus zur Schwarzen Muttergottes

Dům U Černé Matky Boží / Celetná

Dieser Punkt zeigt, wie ein Streit über eine alte Straße den Architekten dazu brachte, ein neues Geschäft noch kühner zu gestalten.

15 Min.
Haus zur Schwarzen Muttergottes und Eingang zur Celetná
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Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Figur der Schwarzen Madonna
  • Vergoldetes Gitter
  • Facettierte Erker
  • Stufenmansarde

Die Geschichte des Ortes

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Hinter dem vergoldeten Gitter an der Ecke ist eine polychrome Kopie der Schwarzen Madonna angebracht; vom früheren Barockhaus blieb nur der Name erhalten. Die heutige Fassade besteht aus facettierten Erkern, kantigen Details zwischen den Fenstern und einer Stufenmansarde, die die Linie der benachbarten Dächer hält. Dahinter ermöglichte ein Stahlbetonskelett einst große Verkaufshallen ohne häufige Stützen, und später wurden diese Räume zu Bankbüros und gewöhnlichen Büroräumen. Jetzt ist unten wieder ein Café in Betrieb, und darüber zeigt das Museum tschechischen Kubismus, darunter Dinge, bei denen Möbel, Malerei und Leuchten zusammen gedacht wurden.

Die Celetná erhielt ihren Namen von Menschen, die hier lange vor den Krönungszügen ihren Lebensunterhalt verdienten. Im dreizehnten oder vierzehnten Jahrhundert ließen sich in der Straße Caltner-Bäcker nieder. Sie buken calty — geflochtene Brötchen. Zunächst hieß die Straße Caletná, später wandelte sich die Aussprache zu Celetná.

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts beschloss der Großhändler František Josef Herbst, den Handel an dieser Ecke auszubauen. Er bestellte ein Warenhaus: Unten waren Verkaufshallen vorgesehen, darüber ein Café, ein Weinkeller, Geschäfte für Stoffe und Konfektionskleidung, Büros und die Wohnung des Aufsehers. Für den Bau riss man das frühere Barockhaus ab. Die Verteidiger des alten Prag versuchten, den Abriss zu verhindern, und kritisierten den Stadtrat scharf, doch sie unterlagen.

Herbst beauftragte den einunddreißigjährigen Architekten Josef Gočár mit dem Entwurf. Der Auftraggeber verlangte geräumige Räume ohne häufige innere Stützen; Gočár schlug ein Stahlbetonskelett vor. Zugleich musste er eine Genehmigung für ein modernes Gebäude mitten in der alten Bebauung der Celetná erhalten.

Der erste Entwurf gefiel Luboš Jeřábek nicht, dem regionalen Denkmalpfleger, der darauf drängte, dass das neue Geschäft das Straßenbild nicht beeinträchtige. Die großen Fenster und das vorspringende Gesims erschienen ihm übermäßig, die Pfeiler des obersten Stockwerks zu kantig und das Dach zu flach.

Gočár antwortete unerwartet: Er verkleidete das Skelett nicht als Barockpalast, sondern verstärkte den Kubismus. Im zweiten Entwurf erschienen facettierte Erker, kantige Kapitelle zwischen den Fenstern, ein gebrochenes Portal und Gitter mit einem scharfen geometrischen Muster. Dabei bewahrte die Stufenmansarde die für die Nachbarhäuser gewohnte Dachlinie. Die Beamten genehmigten den Entwurf, und am neunten Oktober neunzehnhundertzwölf eröffnete Herbst das Geschäft. Es wurde der erste große kubistische Bau Prags.

Der geschäftliche Erfolg währte kürzer als der architektonische. Schon im Jahr neunzehnhundertvierzehn begann man, die Räume umzubauen, und im Jahr neunzehnhundertzweiundzwanzig diente das Haus nicht mehr als Warenhaus. Das Grand Café Orient und die Verkaufshallen wurden von Bankbüros übernommen, anschließend teilte man das Gebäude in gewöhnliche Büroräume auf. Die kubistische Innenausstattung wurde größtenteils zerstört. Jetzt ist hier wieder ein Café in Betrieb, und in den oberen Stockwerken zeigt ein Museum den tschechischen Kubismus — Möbel, Malerei und Gegenstände aus jener Zeit, als Gočár sogar die Theke und die Leuchten als Teile eines einzigen Gebäudes entwarf.

Seinen Namen erhielt das Haus von seinem zerstörten Vorgänger. An dessen Ecke befand sich eine hölzerne Figur der Gottesmutter mit dem Jesuskind, die um das Jahr siebzehnhundert geschaffen worden war; die dunkle Farbe des Gesichts gab ihr den Namen Schwarze Madonna. Gočár integrierte das gerettete Hauszeichen hinter einem vergoldeten Gitter in die neue Fassade. Heute ist außen eine polychrome Kopie angebracht, die im Jahr zweitausend ausgeführt wurde. Das alte Haus steht hier nicht mehr, doch sein Name blieb an der Ecke des Gebäudes erhalten, für das es abgerissen wurde.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktAltstädter Rathaus und Ring
Eintrittaußen / Museum mit Eintrittskarte

Museum für Kunstgewerbe im Haus zur Schwarzen Muttergottes: Dienstag 10:00—20:00, Mittwoch—Sonntag 10:00—18:00, Montag geschlossen. Eintritt für Erwachsene am Tag der Überprüfung — 150 tschechische Kronen. Der Halt außen ist ohne Eintrittskarte zugänglich. Überprüft am 2026-06-29.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Die Fassade erklärt den Entwurf schon für sich; Café und Museum sollten Sie als getrennten Besuch betrachten.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Lassen Sie die kubistische Ecke hinter sich und gehen Sie auf der Celetná bis zum offenen Raum des Platzes.

Stopp 2 von 8Weiter: Altstädter Rathaus und Ring

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Königsweg: Altstadt, Brücke und Prager Burg“ — 8 Stopps, etwa 3,1 km, 3,5–4,5 Stunden.

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