Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Ikonostase
- Königstüren
- Ikone „Allbarmherziger Erlöser“ rechts neben den Königstüren
Die Geschichte des Ortes
Im Inneren der Kirche der Fürbitte der Gottesmutter ist der Altarraum durch eine Ikonostase, eine Wand aus Bildern, abgetrennt. In ihrer Mitte öffnen sich die Königstüren, und rechts von ihnen befindet sich unter anderen Ikonen der „Allbarmherzige Erlöser“. Dieses Bild wurde bereits im sechzehnten Jahrhundert gemalt und kehrte nach langer Abwesenheit hierher zurück, wo es seinen Platz in der heutigen Ikonostase einnahm.
Die Kirche der Fürbitte der Gottesmutter war die Winterkirche der Kirchengemeinde Kischi. In der Kirche der Verklärung des Herrn hielt man von Ostern bis zum vierzehnten Oktober Gottesdienste ab und wechselte dann hierher, in einen Raum mit Öfen. In den kalten Monaten versammelten sich hier Landwirte und Fischer aus den umliegenden Dörfern. Deshalb begann man nach dem Brand, der im Jahr sechzehnhundertdreiundneunzig oder sechzehnhundertvierundneunzig beide alten Kirchen zerstörte, zuerst gerade die warme Kirche der Fürbitte der Gottesmutter wiederherzustellen. Bis die Kirche der Verklärung des Herrn zwanzig Jahre später fertiggestellt wurde, blieb die Kirche der Fürbitte der Gottesmutter die Hauptkirche des Pogost.
Fürbitte ist ein orthodoxes Fest, das auf den vierzehnten Oktober fällt. Nach kirchlicher Überlieferung erschien die Gottesmutter während eines Gottesdienstes in Konstantinopel den Betenden und breitete über ihnen ihren Schleier aus – ein Zeichen des Schutzes. Auf Kischi fiel das Patronatsfest mit dem Wechsel der Kirchengemeinde unter das Dach der Winterkirche zusammen.
Im Inneren befand sich ein Heiligtum, um dessentwillen der Wächter von Kischi eines Tages wahrscheinlich das Original durch eine Kopie ersetzte. Die Ikone „Allbarmherziger Erlöser“ war bereits im sechzehnten Jahrhundert gemalt worden und stammte aus der früheren Kirche der Fürbitte der Gottesmutter, die durch einen Blitzschlag abgebrannt war. Im neunzehnten Jahrhundert stand das Original in der warmen Nikolai-Seitenkapelle, und für die sommerliche Kirche der Verklärung des Herrn fertigte man eine reich verzierte Kopie an – eine genaue Wiederholung des verehrten Bildes.
Im Jahr neunzehnhundertdreiundvierzig beschrieb der finnische Kunsthistoriker Lars Pettersson die Ikonen von Kischi und kennzeichnete sie vor ihrem Abtransport nach Finnland. Jeder Kirche war eine eigene Nummer zugeordnet, sodass man später feststellen konnte, woher das jeweilige Bild stammte. In seinen Aufzeichnungen ist ein wichtiges Detail erhalten: Im März brachte der Zimmermann von Kischi, Nikita Grigorjewitsch Manschin, der damals als Wächter des Pogost diente, den „Allbarmherzigen Erlöser“ von hier in die Kirche von Welikaja Guba.
Der Wächter hatte Zugang zu den verschlossenen Kirchen und war für ihr Eigentum verantwortlich. Als der Abtransport begann, gelangte die Kopie aus der Kirche der Verklärung des Herrn nach Finnland. Nach dem Krieg wurde sie zusammen mit anderen Ikonen nach Petrosawodsk zurückgebracht. Das Original verschwand. Es trug keine einzige Evakuierungsnummer von Pettersson – es war also nicht durch die finnische Erfassung gegangen.
Im Jahr neunzehnhundertzweiundsiebzig entdeckten Mitarbeiter unter den Gegenständen, die vom Dachboden der Kirche der Fürbitte der Gottesmutter herabgebracht und in einer Museumsscheune gelagert worden waren, eine alte Ikone. Die Untersuchung zeigte, dass es sich um den echten „Allbarmherzigen Erlöser“ handelte. Ein Dokument, in dem Manschin die Vertauschung eingestanden hätte, gibt es nicht. Die Forscher halten sie für die wahrscheinlichste Erklärung: Der Wächter brachte die alte Ikone aus der Erfassung heraus und ließ an ihrer Stelle die Kopie zurück.
Im Jahr neunzehnhundertdreiundsiebzig wurde das gefundene Bild in der heutigen Ikonostase rechts neben den Königstüren angebracht. Dort befindet sich die Ikone, die während des Krieges verschwunden war; die aus Finnland zurückgekehrte Kopie wird in der Museumssammlung aufbewahrt.
Praktisch vor Ort
Das Museumsgelände ist ganzjährig geöffnet: 01.11–30.04 10:00–16:00; 01.05–11.05 10:00–18:00; 12.05–31.08 08:00–19:00; 01.09–30.09 10:00–17:00; 01.10–31.10 10:00–16:00. Der Innenraum der Kirche der Fürbitte der Gottesmutter ist normalerweise in der regulären Eintrittskarte enthalten, doch der tatsächliche Zugang hängt von der Besucherführung des Museums und dem gewählten Produkt ab.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Rechnen Sie nicht damit, die dienstlichen Beschriftungen auf den Rückseiten der Ikonen zu sehen: Sie können für Besucher unzugänglich sein. Wenn die Kirche geschlossen ist, vergleichen Sie ihr Volumen und ihre Fenster mit der Sommerkirche.
