Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Hauptbau der Kathedrale
- Hoher Glockenturm
- Restaurierungsgerüste
- Fragmente alter Malerei
Die Geschichte des Ortes
Derzeit wird die Verklärungskathedrale restauriert. Arbeiter entfernen Trennwände und Zwischendecken, mit denen der ehemalige Tempel für Ausstellungsräume hergerichtet worden war, tragen spätere Farbschichten ab und legen Fragmente alter Malerei frei. Diese Arbeiten geben einem Innenraum sein Aussehen zurück, der einst bereits das Schicksal zweier Künstler veränderte.
Die Kathedrale wurde als Hauptkirche der Eparchie Perm gebaut – als jene, in der der Bischof seinen Dienst versah. Ihr Name stammt vom Pyskorer Verklärungskloster, das auf Erlass Katharinas der Zweiten in das neue Perm verlegt wurde. „Spas“ bedeutet hier Christus, und die Verklärung ist das Ereignis aus dem Evangelium, bei dem die Apostel Pjotr, Iakow und Ioann ihren Lehrer in göttlichem Glanz sahen. Im kaiserlichen Erlass wurde eigens angeordnet, dem verlegten Kloster seinen früheren Namen zu bewahren.
Im Jahr tausendachthundertfünfundvierzig bemalten Nikolai Kosakow und Pjotr Lodeischtschikow den Hauptbau der Kathedrale. Beide wurden beim Tschermos-Werk geboren und gehörten den Fabrikbesitzern Lasarews als Leibeigene. Seit ihrer Kindheit lernten sie bei dem Ikonenmaler des Werks. Die Ausmalung von Kirchen und Herrenhäusern war ihr Handwerk, doch Auftraggeber, Arbeitsort und ihren weiteren eigenen Lebensweg bestimmten andere für sie.
Kosakow und Lodeischtschikow malten hier Ikonen und wirkten an großen Kompositionen an den Wänden und unter der Kuppel mit. In der Kathedrale waren das Jüngste Gericht, die Auferstehung Christi, der Prophet Iesekiil zwischen menschlichen Knochen, Moissei vor dem Volk und der Apostel Pjotr dargestellt. Die Arbeit erforderte das Können eines akademischen Malers, doch die Meister hatten nicht mehr Rechte als die übrigen Leibeigenen der Lasarews. Nicht einmal zum Studium konnten sie ohne die Zustimmung des Besitzers zugelassen werden.
Im selben Jahr reiste Herzog Maximilian von Leuchtenberg durch Perm – der Präsident der Kaiserlichen Akademie der Künste, der begabte Schüler suchte. In der Kathedrale sah er die von Kosakow und Lodeischtschikow gemalten Bilder. Nach seiner Rückkehr von der Reise schrieb der Herzog an Iwan Lasarew, dem die Künstler gehörten. Er erklärte, dass beide ein auffälliges Talent hätten und aus ihnen an der Akademie gute Meister werden könnten. Es blieb ein Hindernis: Das Gesetz erlaubte ihre Aufnahme erst nach ihrer Befreiung aus der Leibeigenschaft.
Leuchtenberg bat Lasarew, beiden die Freiheit zu geben. Der Besitzer stimmte zu. Kosakow und Lodeischtschikow gingen nach Petersburg, wurden an der Akademie aufgenommen und schlossen sie im Jahr tausendachthundertfünfzig mit der offiziellen Berufsbezeichnung als Künstler der Historien- und Porträtmalerei ab. Die Bilder, die sie auf fremde Anordnung gemalt hatten, gaben dem Präsidenten der Akademie Anlass, für ihre Urheber das Recht zu fordern, über sich selbst zu verfügen.
Seit dem Jahr neunzehnhundertzweiunddreißig war in der Kathedrale die Kunstgalerie Perm untergebracht. Beim Einbau zusätzlicher Stockwerke und Säle wurde ein Teil der alten Ausstattung zerstört, die erhaltenen Malereien aber wurden unter Farbschichten verborgen. Die Galerie räumte das Gebäude Ende zweitausenddreiundzwanzig. Nun finden Restauratoren wieder Malerei unter späteren Überzügen, doch die Arbeiten von Kosakow und Lodeischtschikow lassen sich bislang nicht sicher von den Werken anderer Meister unterscheiden. Das Archiv bewahrt eine eindeutige Antwort: Um die Freiheit für die Künstler wurde erst gebeten, nachdem ihre Bilder hier gesehen worden waren.
Praktisch vor Ort
Die Route ist für eine Außenbesichtigung ausgelegt; der Eintritt hängt von Gottesdiensten, der Kirchenordnung und laufenden Arbeiten ab.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist eine aktive Kirche: Halten Sie sich im Inneren ruhig und rechnen Sie nicht damit, die frühere Museumsausstellung zu sehen. Die Bedingungen für den Besuch des Kirchenraums sollten Sie vor dem Eintritt besser erfragen.
