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Normannenpalast

Palazzo dei Normanni

Hier wird die königliche Residenz für einige Stunden zu einem Gefängnis für die eigene Dynastie.

25 Min.
Normannenpalast und Torre Pisana von der Platzseite aus.
José Luiz Bernardes Ribeiro · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Cortile Maqueda
  • Torre Pisana
  • Torre Joaria

Die Geschichte des Ortes

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Der heutige offene Hof entstand erst im Jahr eintausendsechshundert, nachdem die Vizekönige einen großen Teil der alten Gebäudeflügel abgetragen hatten. An den Rändern stehen weiterhin die Torre Pisana und die Torre Joaria, die einzigen erhaltenen Teile des einstigen Turmgürtels. In dieser Residenz befanden sich die Schatzkammer, das Archiv und die Münzstätte; hier webte man Seide, lebten Berater und hielt man Gefangene fest.

Als Normannen bezeichnete man die Nachkommen von Menschen aus Nordfrankreich, die Sizilien im elften Jahrhundert eroberten. Palermo nahmen sie im Jahr eintausendzweiundsiebzig ein. Auf dem höchsten Teil der Stadt stand bereits ein arabischer Qasr – eine Festung, die Palermo von der Landseite her schützte. Roger II., der erste König von Sizilien, ließ ihn zu einer Residenz ausbauen, in der seine Familie, Berater, die Schatzkammer, das Archiv, die Münzstätte, Seidenwerkstätten und ein Gefängnis Platz fanden. Mit diesem Umbau setzte sich auch die heutige Bezeichnung Normannenpalast durch.

Am neunten März eintausendeinhunderteinundsechzig half das Gefängnis dabei, alles Übrige an sich zu reißen. Verschwörer wollten den Sohn Rogers, König Wilhelm I., stürzen. Angeführt wurden sie von zwei königlichen Verwandten. Simon, der uneheliche Sohn von Roger II., wollte das Fürstentum Tarent zurückerhalten, das Wilhelm ihm nach seiner Thronbesteigung genommen hatte. Tankred, der uneheliche Enkel Rogers, war im Palast aufgewachsen und kannte seine Gänge; zuvor hatte der König ihn wegen seiner Beteiligung an einem Aufstand bereits hier gefangen gehalten.

Im Inneren hatten sie einen Komplizen: einen Palastbeamten, der für politische Gefangene zuständig war. Er öffnete die Kerker, ließ die Gefangenen frei und gab ihnen Waffen. Simon führte diese Gruppe durch die vertrauten Korridore. Wilhelm, Königin Margarete und ihre Kinder wurden im Palast überrascht und nun selbst als Gefangene eingesperrt. Die Angreifer plünderten die Gemächer und zerstreuten die hier aufbewahrten Staatsdokumente. Muslimische Höflinge, darunter Schatzmeister, Beamte und Eunuchen im königlichen Dienst, wurden noch während der Einnahme getötet. Dann griffen die Gewalttaten über den Palast hinaus und wurden zu Pogromen an den Muslimen Palermos.

Der König sollte durch seinen neunjährigen Sohn Roger ersetzt werden. Der Junge wurde zum neuen Herrscher erklärt, doch die Verschwörer stritten sogleich darüber, wer tatsächlich die Entscheidungen für das Kind treffen würde. Unterdessen forderten die Stadtbewohner und der hohe Klerus die Freilassung Wilhelms. Vor dem Palast versammelte sich eine bewaffnete Menge, und die Aufständischen begriffen, dass sie sich nicht würden halten können.

Beim Rückzug starb der kleine Roger. Die Quellen stimmen in der Tatsache seines Todes überein, unterscheiden sich jedoch bei der Ursache. Einer Version zufolge traf den Jungen ein zufällig abgeschossener Pfeil. Ein Wilhelm feindlich gesinnter Chronist behauptete, der König selbst habe seinen Sohn zu Tode geprügelt. Verlässlich feststellen lässt sich das nicht. Einige Tage später begrub der Vater das Kind, das die Verschwörer noch an seiner Stelle zum Herrscher hatten ausrufen können.

Simon und Tankred verließen den Palast und versteckten sich in der Burg Caccamo. Als Gegenleistung für die Beendigung des Aufstands durften sie das Königreich verlassen. Den Organisator der Verschwörung, Matteo Bonello, begnadigte Wilhelm zunächst, lockte ihn dann wieder an den Hof zurück, ließ ihn blenden und ihm die Sehnen durchschneiden. Bonello starb bald darauf, und sein Besitz wurde eingezogen. Tankred überlebte das Exil, kehrte nach Sizilien zurück und wurde fast dreißig Jahre später doch noch König – allerdings erst nach dem Tod von Wilhelms rechtmäßigen Erben.

Die Korridore, durch die Simon die bewaffneten Gefangenen geführt hatte, gibt es nicht mehr: Spätere Vizekönige ließen einen beträchtlichen Teil der normannischen Bauten abreißen. Der heutige Cortile Maqueda entstand erst im Jahr eintausendsechshundert. Vom früheren System der Türme sind die Torre Pisana und die Torre Joaria erhalten geblieben. Das königliche Archiv, das am Morgen des neunten März verwüstet wurde, ist nicht erhalten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort25 Min.
Nächster PunktCappella Palatina
Eintrittmit Ticket

Täglich; Mo–Sa ab 08:30, letzter Einlass um 16:30; So und Feiertage ab 08:30, letzter Einlass um 12:30.

Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Beurteilen Sie den Palast nicht allein nach seinem äußeren Baukörper: Der Sinn dieser Station erschließt sich in der Abfolge der Innenräume.

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Wie weiter?

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Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Königliches Palermo: vom Palast zur Ponte dell’Ammiraglio“ — 8 Stopps, 3,8 km, 4 Std. 15 Min..

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