Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Der Wasserfall Nedre Foss
- Das Haupthaus des Gutshofs
- Das hohe Getreidesilo
Die Geschichte des Ortes
Die Akerselva stürzt hier fast sechs Meter hinab, bevor sie den Fjord erreicht. Im Mittelalter errichteten Mönche von der Insel Hovedøya an diesem Gefälle eine Getreidemühle und mahlten dort auch den kirchlichen Zehnten. Nach der Reformation kamen Wasserfall und Mühle unter die Verfügung der Krone, und neben der Produktion entstanden das Haus des Eigentümers, Lagerhäuser und Nebengebäude. Die Mühle selbst wurde längst abgerissen, doch das Haupthaus des Gutshofs und das hohe Getreidesilo blieben erhalten; im Silo wohnen heute Studierende.
Am Nedre Foss, dem letzten bedeutenden Gefälle der Akerselva vor dem Fjord, erwirkte der Pächter der hiesigen Mühle, Fredrik Boyesen, am siebenundzwanzigsten September eintausendsechshunderteinundfünfzig vom König eine besondere Urkunde. Er bat darum, dass nach seinem Tod eines seiner Kinder den Betrieb übernehmen könne, auch eine Tochter, falls keine Söhne mehr vorhanden wären. In der Urkunde stimmte der König zu: Mühle, Sägewerk und Gutshof durften unter den bisherigen Bedingungen an eine Tochter übergehen.
Die Bitte betraf ein wertvolles Familienunternehmen. Fredriks Vater, Boye Fredriksen, hatte Nedre Foss in baufälligem Zustand übernommen und die Mühle auf eigene Kosten wiederhergestellt. Für den Hof, das Sägewerk und das Recht, den Wasserfall zu nutzen, zahlte er der Krone jährlich einhundert Riksdaler – eine für die damalige Zeit hohe Summe. Er verdiente daran, dass Getreide aus der Umgebung von Christiania hier gemahlen werden musste: Die Mühle besaß innerhalb eines Viertels einer Meile um die Stadt das ausschließliche Recht dazu. Als nach dem Tod der Eltern ein anderer Anspruchsteller versuchte, die Pacht an sich zu reißen, verteidigte Fredrik das Erbrecht. Die königliche Urkunde sicherte Fredriks Kindern das Ergebnis der Investitionen ihres Großvaters.
Diesen Wert verlieh der Wasserfall. Nedre Foss bedeutet Unterer Wasserfall: Es ist das letzte bedeutende Gefälle der Akerselva vor dem Fjord, etwa sechs Meter hoch. Zwischen der Mitte des zwölften und dem Beginn des dreizehnten Jahrhunderts errichteten Mönche von der Insel Hovedøya hier eine Getreidemühle. Sie mahlten auch den Zehnten – Getreide, das zugunsten der Kirche eingezogen wurde. Nach der Reformation ging der Betrieb an den König über und erhielt den Namen Kongens mølle. Daneben wurden ein Haus für den Eigentümer oder Pächter, Lagerhäuser und weitere Nebengebäude benötigt: Der Gutshof entstand bei der Produktion und nicht getrennt von ihr.
Fredriks Tochter Margrete war mit dem königlichen Münzmeister Friedrich Grüner verheiratet. Im Jahr eintausendsechshundertzweiundsiebzig kaufte Grüner Nedre Foss der Krone ab, und aus dem gepachteten Betrieb der Boyesens wurde Familienbesitz. Der Familienname ging zunächst auf die Mühle, dann auf die ihr gehörenden Ländereien östlich des Flusses über. Sie nannte man das Grundstück der Grüners – Grünerløkka.
Das Haus vor dem Wasserfall entstand später. Der Kaufmann und Leiter der städtischen Feuerwehr Jens Christian Smith baute es in den Jahren eintausendachthunderteins bis eintausendachthundertzwei. Im selben Jahr heiratete seine Tochter Anna Maria Hans Fredrik Grüner, und nach einer vierzigjährigen Unterbrechung gelangte Nedre Foss erneut an diese Familie. Ein halbes Jahrhundert später begann ihr Enkel, ebenfalls Hans Fredrik Grüner, die Felder des Gutshofs in Baugrundstücke aufzuteilen: Das wachsende Christiania reichte bereits bis an den Fluss. Auf dem ehemaligen Land der Mühle entstand ein Wohnviertel, doch den Namen des Grundstücks änderte man nicht.
Die Mühle selbst wurde Ende des zwanzigsten Jahrhunderts stillgelegt, und ihr letztes Gebäude wurde im Jahr eintausendneunhundertsechsundachtzig abgerissen. Das hohe Getreidesilo des späteren Betriebs wird heute für Studentenwohnungen genutzt. Das Haupthaus bewahrte das Erscheinungsbild eines Gutshofs, obwohl es nach dem Brand von eintausendneunhundertfünfzehn umfassend wiederhergestellt werden musste. Die Mühle am Unteren Wasserfall gibt es nicht mehr, doch der Familienname ihrer Eigentümer lebt im Namen des ganzen Viertels fort – Grünerløkka.
Praktisch vor Ort
Der Park ist rund um die Uhr geöffnet; abends ist die Beleuchtung eingeschränkt. Das Angeln am Wasserfall ist verboten.
Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie den Wasserfall von den Parkwegen aus; für diesen Halt müssen Sie weder das Restaurant noch das Gutshofgebäude betreten.
