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St.-Augustine-Kirche und Grabmal des unbekannten Sklaven

St. Augustine Catholic Church / Tomb of the Unknown Slave

Der Kauf von Kirchenplätzen erklärt, wie freie farbige Gemeindemitglieder auch für versklavte Nachbarn einen Platz erkämpften.

20 Min.
St.-Augustine-Kirche, Tremé (2020)
Infrogmation of New Orleans · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Seitliche Reihen der Kirchenbänke
  • Kreuz aus schwerer Kette
  • Fußfesseln und Eisenkugeln
  • Widmungstafel

Die Geschichte des Ortes

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An der Kirchenwand liegt ein Kreuz aus schwerer Kette: Sie hielt früher eine Navigationsboje auf dem Mississippi, und an ihren Gliedern hängen Fußfesseln und eiserne Gewichte. Daneben steht eine Widmungstafel, und dahinter erhebt sich die Kirche, die nach Augustinus von Hippo benannt ist. Das Grundstück gehörte den Ursulinen; sie überließen es der Gemeinde nur unter der Bedingung, dass sie nach ihrem Schutzpatron benannt würde. Das Kreuz wurde zum Gedenken an versklavte Menschen aufgestellt, die ohne Namen in Tremé und anderen Orten des Landes begraben wurden.

Freie farbige Einwohner von Tremé nahmen den Bau dieser Kirche in Angriff – rechtlich freie Kreolen afrikanischer und europäischer Herkunft. Viele verdienten ihren Lebensunterhalt mit Handwerk und Handel, besaßen Häuser und Werkstätten und konnten Geschäfte abschließen, hatten jedoch nicht dieselben Bürgerrechte wie Weiße. Im Jahr tausendachthunderteinundvierzig erhielten sie von Bischof Antoine Blanc die Erlaubnis, eine eigene Gemeinde zu gründen, und steuerten Geld zum Bau bei.

Die Ursulinen, denen das Grundstück gehörte, erklärten sich bereit, das Land unter einer Bedingung zu überlassen: Die Kirche sollte nach ihrem Schutzpatron Augustinus von Hippo benannt werden. Gemeint ist Augustinus von Hippo, ein nordafrikanischer Bischof und Theologe, der an der Wende vom vierten zum fünften Jahrhundert lebte. Sein Name erschien hier auf Verlangen der Landstifterinnen.

Als das Gebäude im Jahr tausendachthundertzweiundvierzig für die Weihe vorbereitet wurde, begannen die Gemeindemitglieder, Kirchenbänke für Familien festzulegen. Für einen solchen Platz zahlte man eine Kirchenabgabe: Das Geld ging an die Gemeinde, und die Familie erhielt einen dauerhaften Sitzplatz. Weiße Einwohner des Bezirks begannen, die mittleren Reihen einzunehmen. Die freien farbigen Gemeindemitglieder antworteten mit Käufen – so begann der „Krieg um die Kirchenbänke“.

Sie erhielten die Hälfte der Plätze im mittleren Teil der Kirche und alle Bänke entlang der Seitengänge. Die Käufer ließen die seitlichen Reihen für versklavte Menschen, die nicht eigenständig Inhaber von Sitzplätzen sein konnten. In einem Kirchenschiff befanden sich freie farbige Familien, weiße Katholiken und versklavte Gemeindemitglieder. Für ihre Zeit war dies eine der rassisch gemischtesten Gemeinden des Landes.

Der Kauf einer Kirchenbank befreite einen Menschen nicht und verlieh ihm keine Bürgerrechte. Er sicherte einen Platz im Hauptgeschoss der Kirche, bezahlt von Menschen, die selbst noch kurz zuvor um das Recht gekämpft hatten, hier eine Gemeinde zu gründen. Gerade die beiden seitlichen Reihen werden auf der Tafel am Denkmal draußen erwähnt.

In den neunzehnhundertneunziger Jahren wollte der Pfarrer Jérôme Ledoux den Menschen, deren Namen nicht erhalten sind, ein öffentliches Zeichen setzen. Gemeinsam mit Gemeindemitgliedern sammelte er Geld, und im Oktober zweitausendvier wurde an der Kirchenwand das Grabmal des unbekannten Sklaven aufgestellt.

Der Name verweist nicht auf eine einzelne Person, die man gefunden und hier begraben hat. Es ist ein Denkmal für versklavte Menschen, die in namenlosen Gräbern in Tremé und anderen Orten der Vereinigten Staaten zurückgelassen wurden. Die Gemeinde verband es gerade mit dieser Kirche, in der freie farbige Gemeindemitglieder einst Plätze für jene bezahlt hatten, die keine Kirchenbank im eigenen Namen kaufen konnten.

Ein großes Kreuz liegt auf dem Boden. Es ist aus einer schweren Kette geschweißt, die zuvor eine Boje auf dem Mississippi hielt, und nicht von einem Sklavenschiff abgenommen; an den Gliedern sind Fußfesseln und Eisenkugeln befestigt. Hinter dem Kreuz befindet sich eine Widmungstafel. Auf ihr stehen ein Datum und die Geschichte der beiden seitlichen Reihen, aber kein Name eines Begrabenen: Unter dem Wort „unbekannt“ sind hier Menschen zusammengefasst, denen keine einzelnen Inschriften hinterlassen wurden.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktBackstreet Cultural Museum
Eintrittvor Ort prüfen

Die Gemeinde nahm am 7. Juni 2026 die Gottesdienste im Gebäude wieder auf, doch die offizielle Website zeigte zum Zeitpunkt der Prüfung noch den alten Hinweis auf Gottesdienste im Gemeindesaal. Den Innenraum bitte telefonisch bestätigen; Hof und Denkmal hängen von offenen Toren ab. Geprüft am 2026-06-30.

Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Dies ist eine aktive Gemeinde und ein Ort der Erinnerung. Betreten Sie ihn nur bei geöffnetem Zugang, stören Sie den Gottesdienst nicht und verstehen Sie das Denkmal nicht als wörtliches Grab eines einzelnen identifizierten Menschen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie hinunter zur St. Philip Street und weiter zum neuen Gebäude der Museumssammlung.

Stopp 3 von 6Weiter: Backstreet Cultural Museum

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Tremé: Musik, Erinnerung und der Kampf um einen Platz“ — 6 Stopps, etwa 1,8 km, 2–3 Stunden.

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