Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Runder Ziegelplatz
- Ziegelkreise
- Tor mit dem Namen Louis Armstrong
Die Geschichte des Ortes
Der runde Ziegelplatz hinter dem Tor ist der Congo Square. Vor zweihundert Jahren gab es hier weder ein Tor noch Springbrunnen oder Parkwege. Hinter der Linie des alten Stadtwalls lag offenes öffentliches Gelände. Im Jahr achtzehnhundertsiebzehn bestimmten städtische Beamte es zu einem Ort, an dem sich versklavte Bewohner von New Orleans sonntags versammeln durften.
Der Code Noir, ein Gesetzeskodex über die Sklaverei, stellte den Sonntag bereits seit dem Jahr siebzehnhundertvierundzwanzig von der gewöhnlichen Arbeit frei. Freiheit gab er nicht, ebenso wenig ein Recht, sich zu versammeln. Die Menschen trafen sich dennoch an den Dämmen, in Höfen und auf Plantagen. Eine städtische Verordnung erlaubte Tänze und Vergnügungen nur sonntags, bis Sonnenuntergang und dort, wo der Bürgermeister es bestimmte. Eine Versammlung an einem anderen Ort konnte mit Verhaftung und Auspeitschung enden. Das offene Gelände hinter dem Wall erlaubte es der Polizei, die gesamte Menge im Blick zu behalten.
Hierher kamen Feldarbeiter, Hausbedienstete, Handwerker, die von ihren Besitzern vermietet wurden, und freie schwarze Stadtbewohner. Rund um den Platz handelten vor allem Frauen. Sie brachten mit, was sie selbst angebaut, gefangen oder zubereitet hatten: Reiskrapfen, die Calas, Kuchen, Pralinen, geröstete Erdnüsse, Kaffee und Ingwerbier. Für eine versklavte Verkäuferin war der Sonntagsverdienst eine seltene Summe, über die sie verfügen konnte. Solche Einkünfte wurden auch für den Freikauf aus der Sklaverei angespart – den eigenen oder den eines nahestehenden Menschen.
Zwischen den Verkaufsreihen bildeten die Menschen Kreise. In der Mitte tanzten und spielten Musiker; die außen Stehenden klatschten, antworteten dem Vorsänger und lösten erschöpfte Tänzer ab. Menschen aus Senegambia, Benin, Kongo-Angola und den Karibischen Inseln brachten unterschiedliche Sprachen, religiöse Riten, Rhythmen und Instrumente mit.
An einem Sonntag im Jahr achtzehnhundertneunzehn zählte der britische Architekt Benjamin Henry Latrobe, der gekommen war, um den Bau der städtischen Wasserversorgung zu leiten, hier fünfhundert oder sechshundert Menschen. Er zeichnete zwei Trommeln und ein Saiteninstrument mit einem Korpus aus getrocknetem Kürbis. Darauf spielte ein älterer Mann, der sich vermutlich noch an eine musikalische Tradition aus der Zeit vor seiner Ankunft in Louisiana erinnerte. Latrobe begegnete der Darbietung mit Verachtung, hielt jedoch auch etwas anderes fest: Es gab keine Unordnung, und niemand unter den von ihm befragten Stadtbewohnern konnte sich an einen Schaden durch diese wöchentlichen Versammlungen erinnern.
Später kamen zu den Trommeln und afrikanischen Saiteninstrumenten Geigen, Triangeln und Tamburine hinzu. Die Teilnehmenden verbanden ihnen vertraute afrikanische und karibische Techniken mit europäischen Melodien. Die öffentlichen Tänze hier endeten noch vor dem Amerikanischen Bürgerkrieg, doch die damit verbundenen Rhythmen, der Wechselgesang von Vorsänger und Chor und die Art, Musik um einen tanzenden Kreis aufzubauen, erklangen weiter in schwarzen Vierteln, bei Maskenindianern, in Blaskapellen und Straßenprozessionen. Historiker führen nicht den gesamten Jazz auf einen einzigen Platz zurück, betrachten ihn aber als einen der Orte, an denen afrikanische musikalische Praxis sich am längsten öffentlich erhielt und in die Musik von New Orleans einging.
Das Wort „Congo“ hatte sich für diese Darbietungen bereits in der Kolonialzeit eingebürgert: Alte Zeugnisse nennen einen Tanz „Congo“, und in den achtzehnhundertachtziger Jahren erscheint der Congo Square auf Karten. Dieser Name bedeutet nicht, dass alle Versammelten aus einem einzigen Gebiet stammten. Er bewahrte die Erinnerung an Menschen aus Kongo-Angola und an die Tänze, die Stadtbewohner mit ihnen verbanden.
Louis Armstrong konnte diese Sonntagsversammlungen nicht gesehen haben: Der Trompeter aus New Orleans wurde erst im Jahr neunzehnhunderteins geboren. In seinen Aufnahmen rückte er den improvisierenden Solisten aus dem Ensemble in den Vordergrund und wurde zu einem der Musiker, durch die Jazz in der ganzen Welt gehört wurde. Im Jahr neunzehnhundertachtzig widmete die Stadt ihm den Park und eine Statue. Deshalb steht Armstrongs Name auf dem Tor: Er bezieht sich auf den gesamten Park und die spätere Geschichte des Jazz in New Orleans, nicht auf die alten Tänze auf dem Platz.
Von diesen Versammlungen sind weder Verkaufsstände noch Instrumente noch der ursprüngliche Bodenbelag erhalten – damals war hier offener Boden. Die Ziegelkreise wurden bei der Anlage des Parks verlegt und wiederholen die Anordnung der Tanzkreise aus Latrobes Zeichnungen. Die sonntäglichen Trommelkreise kommen nun auf diesem Pflaster zusammen.
Praktisch vor Ort
Der Park ist täglich geöffnet: 8:00—18:00 im Winter, 8:00—19:00 während der Sommerzeit. Geprüft am 2026-06-30.
Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Wenn der Eingang geschlossen ist, hören Sie sich den Bericht am Tor an und versuchen Sie nicht, die Absperrung zu umgehen. Lassen Sie auf dem Platz selbst einen Durchgang für Besucher und Veranstaltungen frei.
