Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Kupferne Badewanne
- Toilette mit Wasserspülung
- Doppelt verglaste Dachlaterne
- Fenster des hinteren Flügels
Die Geschichte des Ortes
Das heutige Museum befindet sich in einem ehemaligen städtischen Wohnhaus. Im Inneren werden eine kupferne Badewanne, eine Toilette mit Wasserspülung und eine Dachlaterne aus Glas über der Bibliothek gezeigt. Salons und Schlafzimmer lagen im Gebäudeflügel zur Straße, dahinter stand ein hinterer Flügel mit Esszimmer, Küche, Vorratsräumen und drei Zimmern. Breite Galerien und Fenster auf beiden Seiten belüfteten den Familienteil; die Zimmer im hinteren Bereich hatten nur ein Fenster zum Hof, auf der anderen Seite verlief eine fensterlose Ziegelwand.
Das Haus trägt den Familiennamen von James Gallier Jr., einem Architekten, der mit dem Entwurf von Gebäuden in New Orleans seinen Lebensunterhalt verdiente. Im Jahr eintausendachthundertsiebenundfünfzig begann er hier ein Wohnhaus für sich, seine Frau Joséphine Aglaé und ihre vier kleinen Töchter zu bauen. Zu Beginn des Jahres eintausendachthundertsechzig zog die Familie ein.
Gallier stattete den zweiten Stock mit einer kupfernen Badewanne und einer Toilette mit Wasserspülung aus – eine Seltenheit in einer Stadt, in der es noch keine öffentliche Kanalisation gab. Kaltes Wasser floss aus einer Dachzisterne durch Schwerkraft zu, die täglich mit Wasser aus der Zisterne im Hof gefüllt wurde. Heißes Wasser lieferte ein Erhitzer am Küchenherd: Dampf trieb es durch Bleirohre nach oben. Die Flügel der doppelt verglasten Dachlaterne über der Bibliothek ließen sich öffnen, um erhitzte Luft abzulassen.
Diese Annehmlichkeiten erforderten ständig die Arbeit anderer. Am einundzwanzigsten April eintausendachthundertdreiundfünfzig kaufte Aglaé mit Geld, das ihr Vater dem jungen Ehepaar geschenkt hatte, für fünfhundertfünfzig Dollar die versklavte Frau Lorette. Im Zensusverzeichnis des Jahres eintausendachthundertsechzig sind am Haus noch drei weitere Personen genannt: Rose, Julienne und der sechzehnjährige François. Sie kochten, putzten und bedienten die Familie, ohne ihre Eigentümer oder ihren Wohnort aus eigenem Willen wechseln zu können.
Gallier teilte das Haus entsprechend auf. Die repräsentativen Salons, Schlafzimmer und wichtigsten Wohnräume lagen im Gebäudeflügel zur Straße. Im hinteren Flügel brachte er das Esszimmer, zwei Vorratsräume, die Küche und drei Zimmer für versklavte Menschen unter. Breite Familiengalerien und Fenster auf beiden Seiten sorgten für Querlüftung. Jedes hintere Zimmer hatte nur ein Fenster zum Hof; auf der anderen Seite stand eine fensterlose Ziegelwand. Jeder Ausgang aus diesen Zimmern war vom Hauptgebäude aus einsehbar.
Neben den Namen Rose und Julienne hinterließ der Zensusbeamte jedoch die Bemerkung: „auf der Flucht“. Das ist alles, was über den Ausgang ihres Versuchs zu gehen bekannt ist. Die Dokumente erlauben bislang nicht festzustellen, ob die Frauen ihre Freiheit bewahren konnten oder zu den Galliers zurückgebracht wurden.
Heute zeigt das Museum sowohl die Badewanne mit ihren Rohren als auch den hinteren Flügel. Bei den ehemaligen Zimmern von Lorette, Rose, Julienne und François gibt es weiterhin nur ein Fenster – zum Hof, der vom Familienteil des Hauses aus sichtbar ist.
Praktisch vor Ort
Von der Straße aus ist nur eine Außenbesichtigung möglich. Für die Innen- und Diensträume ist ein gesonderter Museumsbesuch erforderlich; erkundigen Sie sich im Voraus nach den Regeln und Reservierungen.
