Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Die bronzene Hauptstatue
- Der Lotussockel
- Die breite Holzfassade
Die Geschichte des Ortes
Der Daibutsuden ist das Hauptheiligtum des Tōdai-ji. Die Menschen betreten ihn wegen des fast fünfzehn Meter hohen Tempelbildes. Sein eigentlicher Name ist Vairocana, ein Buddha, dessen Weisheit und Mitgefühl nach der Lehre der Kegon-shū die ganze Welt umfassen. Die kolossale Statue wurde im achten Jahrhundert auf Wunsch von Kaiser Shōmu gegossen; die Halle wurde als ihr Haus und als Ort des gemeinsamen Gebets benötigt.
Die heutige Halle entstand dank des Mönchs Kōkei, der den Daibutsu unter freiem Himmel vorfand. Im Jahr eintausendfünfhundertsiebenundsechzig befestigte sich eine militärische Gruppierung nahe der Statue, eine andere begann einen nächtlichen Sturmangriff. Ein Brand brach aus. Das Gebäude brannte nieder, die Bronzefigur verlor ihren Kopf und schmolz teilweise. Der örtliche Krieger Yamada Dōan versuchte, sie zu reparieren, und errichtete ein provisorisches Dach, doch ein starker Wind riss es um. Fast hundert Jahre lang stand über der riesigen Statue keine Halle.
Nach der Tempelüberlieferung hatte der dreizehnjährige Kōkei gerade im Tōdai-ji das Mönchsgelübde abgelegt, als er den Daibutsu im Regen sah und beschloss, ihm wieder ein Dach zu geben. Mit siebenunddreißig Jahren nahm er die Arbeit auf. Kōkei lebte im Ryūshō-in, einer Unterkunft beim Tempel; über eine Kasse, aus der sich ein solcher Bau hätte bezahlen lassen, verfügte er nicht. Zunächst musste er die Beamten des Shogunats davon überzeugen, eine Sammlung von Spenden im ganzen Land zu erlauben.
Nach Erhalt der Genehmigung schickte Kōkei Wanderausstellungen in die Städte. Den Menschen erzählte man die Geschichte des Daibutsu, zeigte Tempelreliquien und bat sie, für die Wiederherstellung zu spenden. Das war Kanjin – eine genehmigte Sammlung von Almosen für ein religiöses oder öffentliches Vorhaben. Weitere Mönche und Einwohner Naras schlossen sich der Kampagne an. Später half auch das Shogunat, doch das Geld reichte weiterhin nicht aus.
Kōkei beschloss, der Statue zunächst ihr menschliches Aussehen zurückzugeben. Seit eintausendsechshundertsechsundachtzig gossen Handwerker den bronzenen Kopf und achtzehn Blütenblätter des Lotussockels neu. Sechs Jahre später wurde vor dem wiederhergestellten Gesicht die Augenöffnungszeremonie vollzogen – eine Weihe, nach der die Statue wieder zu einem Tempelbild für den Kult wurde.
Für die Halle waren noch mehr Mittel nötig. Das frühere Gebäude hatte elf Joche an der Fassade; Kōkeis Baumeister mussten ihre Zahl auf sieben verringern und behielten dabei die frühere Höhe und Tiefe bei. Im Frühjahr eintausendsiebenhundertfünf konnte der Mönch noch die Zeremonie zur Aufrichtung der oberen Balken durchführen. Drei Monate später erkrankte er und starb in Edo, wohin er wegen der Wiederherstellung gereist war. Seine Schüler setzten die Sammlung und den Bau fort. Die Weihe der vollendeten Halle fand vier Jahre nach seinem Tod statt.
Der bronzene Kopf des Daibutsu und die achtzehn Blütenblätter unter ihm gehören zu den Arbeiten, die Kōkei noch vollenden konnte. Und die Breite der heutigen Fassade – sieben Joche statt elf – zeigt, wie viel seine Reisen, Ausstellungen und Spenden einzubringen vermochten.
Praktisch vor Ort
Der Daibutsuden ist gewöhnlich von April bis Oktober von 7:30–17:30 und von November bis März von 8:00–17:00 geöffnet. Die Eintrittskarte für Erwachsene kostet gewöhnlich 800 Yen.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Das Hauptbild befindet sich im Inneren; prüfen Sie den Zugang zur Halle daher gesondert. Falls Sie nicht eintreten können, betrachten Sie die Fassade und vergleichen Sie die Größe des Gebäudes mit der dahinter verborgenen Statue.
