Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Häuserzeile entlang der Via Partenope
- Palazzo du Mesnil
- Hotel Vesuvio
- Chiatamone-Straße hinter den Fassaden
Die Geschichte des Ortes
Die belgischen Finanzbarone Oscar und Ermanno du Mesnil übernahmen von der neapolitanischen Gemeindeverwaltung einen Auftrag zur Schaffung von Land, das es noch nicht gab. In den sechziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts verlief die Küste entlang des Chiatamone – der Straße hinter der heutigen Häuserzeile. Dort endete das Land. An der Stelle der Via Partenope war Wasser, zu dem die Luciani mit ihren Booten hinabstiegen.
Am fünfzehnten März achtzehnhundertneunundsechzig genehmigte man die Umgestaltung der Küste zwischen Santa Lucia und Mergellina. Die Gemeindeverwaltung wollte Santa Lucia durch eine Küstenstraße mit der Piazza della Vittoria verbinden und Grundstücke für ein neues Viertel gewinnen. Die Brüder du Mesnil kümmerten sich um Finanzierung und Bebauung; für die ausgeführten Arbeiten wurde ihnen das Recht eingeräumt, auf den neuen Grundstücken zu bauen. Ihr Verdienst hing von einer einfachen Bedingung ab: Zuerst musste das Meer zurückgedrängt werden, sonst gab es nichts zu verkaufen und zu bebauen.
Die Auftragnehmer erweiterten das Land vom alten Wellenbrecher am Chiatamone in Richtung Castel dell’Ovo. Hinter der neuen Küstenlinie verfüllten sie die Wasserfläche. Den ersten Abschnitt stellten sie bis achtzehnhundertzweiundsiebzig fertig, den übrigen Teil in Richtung Mergellina bis achtzehnhundertachtundsiebzig. Die früheren Zugänge der Luciani zum Wasser lagen nun innerhalb des Viertels. Fischer und Bootsleute mussten am neuen Wasserrand einen Platz suchen, während entlang der alten Küste Häuser für wohlhabende Bewohner und Besucher entstanden.
Oscar du Mesnil nutzte die erhaltenen Grundstücke selbst. Bei der heutigen Hausnummer zehn ließ er einen Familienpalast errichten; ein Reiseführer von achtzehnhundertsiebenundachtzig wies bereits darauf hin, dass der Baron hier im eigenen Haus lebte. Im Jahr achtzehnhundertzweiundachtzig finanzierte er an der neuen Promenade außerdem das große Hotel Vesuvio. Hotels, Restaurants und teure Wohnhäuser entstanden hier im Zuge des Auftrags: Der geschaffene Landstreifen sollte Einnahmen bringen.
Der Straßenname ist älter als die Straße selbst. Parthenope war eine Sirene aus einer antiken Überlieferung, die versuchte, Odysseus mit ihrem Gesang ins Verderben zu stürzen. Als ihr das nicht gelang, starb sie, und ihr Körper wurde der Legende nach an die neapolitanische Küste getragen. Nach ihr hieß eine frühe griechische Siedlung bei Pizzofalcone, und diesen Namen gab man der neuen Promenade.
Der Palazzo du Mesnil ist erhalten; heute befindet sich dort das Rektorat der Università degli Studi di Napoli „L’Orientale“. Im Haus Nummer fünfundvierzig ist das Hotel Vesuvio weiterhin in Betrieb. Die alte Küstenlinie verläuft hinter ihnen, entlang des Chiatamone, und die Via Partenope liegt auf dem Land, das die Brüder nach ihrem eigenen Küstenauftrag bebauen durften.
Praktisch vor Ort
Offener städtischer Raum.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Für die Erzählung genügt es, einen ruhigen Abschnitt der Promenade zu wählen; die Fassaden lassen sich besser aus etwas Abstand wahrnehmen, ohne die Straße unnötig zu überqueren.
