Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Bogen von Sur al-Lawatia
- Mauer des Viertels
- Wohnfassaden hinter den Toren
Die Geschichte des Ortes
Über dem Bogen ist der Name erhalten, den man als befestigte Umfriedung der Lawati übersetzt. Hinter dieser Mauer lebten Kaufmannsfamilien, hielten neben ihren Häusern Warenlager und kamen für gemeinsame Angelegenheiten und zum Gebet zusammen. Nachts verschloss man zwei Durchgänge, und einen Fremden begleitete gewöhnlich jemand aus der Gemeinschaft; die Wohnfassaden auf der anderen Seite des Bogens markieren diese Grenze bis heute.
In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts beauftragte Haji Bakar Abd al-Latif, ein bedeutender Kaufmann und künftiger Leiter der Lawati-Gemeinschaft, seinen Sohn Ja'far, in Indien einen Englischlehrer zu finden. Bakar benötigte Menschen, die Korrespondenz und Abrechnungen mit ausländischen Büros erledigen konnten. Einer der Familienagenten schickte den Lehrer Bunji nach Matrah. Südlich der Mauer des Kaufmannsviertels eröffnete eine Privatschule für die Kinder der Stadt.
Bakar leitete ein Geschäft, das sein Vater im Jahr eintausendachthundertfünfundneunzig gegründet hatte. Die Familienfirma versorgte Schiffe, übernahm ausländische Vertretungen, exportierte Datteln und getrockneten Fisch und unterhielt Niederlassungen von Basra bis Karachi. Ein Fehler in einem Frachtbrief oder einem Brief konnte eine Warenpartie kosten. Bunji unterrichtete seine Schüler in Englisch direkt am Hafen, wo es ein Arbeitsmittel war. Später stellte Bakar Absolventen der Schule in seinen ausländischen Büros ein.
Andere zugängliche Bildung gab es in Matrah fast nicht. Eine staatliche Schule wurde hier erst im Jahr eintausendneunhundertneunundfünfzig eröffnet. Private Klassen wurden von örtlichen Händlern und Lehrern unterhalten; dort lernten Kinder von Schiiten, Sunniten und Ibaditen. Indische Lehrbücher, englischer Handelswortschatz und Rechnungen aus den Läden gelangten auf demselben Seeweg auf die Schulbänke wie die Waren.
Der Name über dem Bogen – Sur al-Lawatia – bedeutet befestigte Umfriedung der Lawati. So nannte man die schiitische Kaufmannsgemeinschaft, deren Familienbindungen bis nach Kachchh und Sindh auf dem indischen Subkontinent reichten. Ihre Herkunft erklären die Lawati selbst unterschiedlich, doch ihre Tätigkeit ist genau bekannt: Gemeinsam mit hinduistischen Kaufleuten waren sie Vermittler im omanischen Import und Export.
Innerhalb der Umfriedung standen Wohnhäuser, Lagerhäuser sowie Räume für Versammlungen und Gebete. Zwei Tore wurden nachts verschlossen; Außenstehende ließ man gewöhnlich nur in Begleitung eines Gemeindemitglieds hinein. Forschende streiten darüber, was bei dieser Einrichtung wichtiger war: Sicherheit, familiäre Privatsphäre oder religiöse Abgrenzung. Bakars Schule zeigt die dokumentierte Seite dieser Grenze: Die Familien lebten hinter der Mauer, während Kinder aus ganz Matrah außerhalb unterrichtet wurden.
Das genaue Schulgebäude lässt sich heute nicht mehr sicher bestimmen: Bekannt ist nur, dass es südlich der Umfriedung lag. Der Bogen ist erhalten. Dahinter befinden sich weiterhin die Privathäuser der Gemeinschaft, und auf der Außenseite saßen einst Schüler an ihren Bänken, auf die später Schreibtische in Büros an den Häfen des Indischen Ozeans warteten.
Praktisch vor Ort
Besichtigung nur von außen, von öffentlichen Straßen aus. Wohnhaustore, Höfe und Durchgänge gehören nicht zur Route.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Bleiben Sie vor den Toren: Dies ist ein Wohnviertel, keine begehbare Sehenswürdigkeit. Fotografieren Sie Bewohner nicht ohne ihre Zustimmung.
