Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Schwarze Bronzeplatten
- Inschrift über die Befreiung des Vaterlandes
- Inschrift mit dem Namen Ludwigs
Die Geschichte des Ortes
Der Karolinenplatz entstand im Jahr achtzehnhundertneun, als König Maximilian I. Joseph München über die alten Befestigungen hinaus erweiterte. Das neue Viertel nannte er Maxvorstadt – nach sich selbst –, und seinen kreisförmigen Knotenpunkt widmete er seiner zweiten Frau, der bayerischen Königin Karoline von Baden. Keinerlei Tat Karolines würdigt dieser Name: Ihr Mann schrieb die Familie in den Plan der neuen Hauptstadt ein.
Der schwarze Obelisk im Zentrum des Platzes entstand später. Die Inschrift an seinem Sockel widmet das Denkmal dreißigtausend Bayern, die im Russlandfeldzug Napoleons ums Leben kamen. Im Jahr achtzehnhundertzwölf stand Bayern mit ihm im Bündnis und schickte etwa fünfunddreißigtausend Soldaten nach Russland. Etwa fünftausend kehrten zurück.
Eine der beiden bayerischen Einheiten befehligte General Bernhard Erasmus von Deroy, ein Berufsoffizier, der seine Männer als Teil der Grande Armée durch den Feldzug führen sollte. Bei Polozk wurde er tödlich verwundet. Bereits im September, als der Feldzug noch andauerte, beschlossen bayerische Offiziere und Mannschaften, in München ein Denkmal für Deroy und seine Kameraden zu errichten. Sie hatten ihren Kommandeur verloren und wollten den Namen des Mannes bewahren, mit dem sie ihr Leben riskiert hatten. Geld ließ sich nicht sammeln, und der Plan wurde aufgeschoben.
Nach seiner Thronbesteigung griff Ludwig I. dieses Projekt wieder auf, änderte jedoch seinen Adressaten. Statt eines Denkmals, das die Soldaten für Deroy und ihre Mitstreiter geplant hatten, bestellte der König ein Monument für die gesamte gefallene Armee. Am achtzehnten Oktober achtzehnhundertdreiunddreißig eröffnete Ludwig den Obelisken auf dem Karolinenplatz selbst.
Zu diesem Zeitpunkt verlangte die Vergangenheit nach einer Erklärung. Ein Jahr nach dem tödlichen Feldzug verließ Bayern das Bündnis mit Napoleon und schloss sich seinen Gegnern an. Auf den Obelisken ließ Ludwig schreiben: „Und auch sie starben für die Befreiung des Vaterlandes.“ Das Wort „sie“ verband die Soldaten, die auf Napoleons Seite gefallen waren, mit dem späteren Kampf gegen ihn. Das Eröffnungsdatum legte der König auf den Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig, die zum Symbol der Niederlage Napoleons geworden war.
Auch den Ort wählte Ludwig. Hier kreuzen sich die Brienner Straße und die Barer Straße, die nach Schlachten benannt sind, in denen Bayern bereits gegen die französische Armee gekämpft hatten. Im Inneren des Obelisken befindet sich Backsteinmauerwerk; außen wird es von nachgedunkelten Bronzeplatten verdeckt. Auf einer Seite des Sockels steht etwas über dreißigtausend Gefallene, auf einer anderen über die Befreiung, auf einer dritten der Name Ludwigs. Deroys Name steht dort nicht: Vom ersten Entwurf blieb die Form des Obelisken, doch der Mensch, für den seine Kameraden ihn hatten errichten wollen, verschwand.
Praktisch vor Ort
Städtischer Punkt der Route; wenn Sie einen Innenbesuch planen, prüfen Sie die Öffnungszeiten und Besuchsregeln auf der offiziellen Website des Ortes.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Halten Sie am Rand des Platzes an, bevor Sie sich dem Zentrum nähern: Der Verkehr um den Obelisken verlangt Aufmerksamkeit. Die Häuser sind als historische Adressen wichtig, nicht als Orte zum Betreten.
