Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Giebel mit der Figur der Bavaria
- Künstler und Handwerker auf dem Giebel
- Büste auf einem Wagen
- Vase in den Händen des Handwerkers
Die Geschichte des Ortes
Über dem Eingang nimmt Bavaria Kränze entgegen, während ein Handwerker eine Vase trägt und ein Gehilfe die Büste eines Königs heranfährt, als führe er eine ganze Ausstellung zu den Türen. Die Fassade bewahrt die Erinnerung an ein Haus, in dem Künstler und Handwerker ihre Arbeiten präsentierten, obwohl sich dahinter heute griechische, etruskische und römische Gefäße, Bronzen, Terrakotten, Gold und Glas aus den zuvor getrennten Sammlungen der Wittelsbacher befinden. Nach dem Krieg mussten die Innenräume neu gestaltet werden, große Steinskulpturen ließ man in der Glyptothek auf der anderen Seite des Platzes. So zog die Antike in ein ehemaliges Ausstellungsgebäude ein.
Im Sommer neunzehnhundertvier wurden in diesen Sälen Gemälde aufgehängt, Skulpturen aufgestellt und kunsthandwerkliche Arbeiten für die erste Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes ausgewählt. Antike Vasen gab es hier damals nicht. Das Haus hieß Königliches Kunstausstellungsgebäude, und die Veranstalter wollten beweisen, dass Künstler neue Kunst ohne die Genehmigung einer konservativen Jury zeigen können.
Auf diesen Konflikt hatten die Münchner Künstler zwölf Jahre lang hingearbeitet. Die großen Ausstellungen der Stadt standen unter der Leitung der alten Münchner Künstlergenossenschaft. An ihren riesigen Leistungsschauen nahmen Tausende von Werken teil, und ein einzelnes Werk konnte zwischen den übrigen untergehen. Für einen Künstler war das eine Frage des Einkommens: Eine Ausstellung verschaffte Zugang zu Käufern und Auftraggebern. Im Jahr achtzehnhundertzweiundneunzig traten sechsundneunzig Mitglieder aus der Genossenschaft aus und gründeten die Münchener Secession. Das Wort „Secession“ bedeutete Abspaltung. Sie forderten das Recht, selbst zu entscheiden, wen und was sie zeigen.
Zunächst hatte die neue Gruppe keine geeigneten Säle. Frankfurt am Main bot ihr Ausstellungsräume und fünfhunderttausend Goldmark unter der Bedingung eines Umzugs an. Die Künstler blieben in München, veranstalteten ihre erste eigene internationale Ausstellung in einem provisorischen Pavillon und bezogen ab dem Jahr achtzehnhundertachtundneunzig dieses Haus am Königsplatz.
Hier luden sie den gerade gegründeten Deutschen Künstlerbund zur Teilnahme ein. Er sollte die verstreuten Sezessionen verschiedener Städte zusammenführen und jungen Autoren sowie Richtungen einen Platz geben, die von den offiziellen Veranstaltern abgelehnt wurden. Die Ausstellung des Jahres neunzehnhundertvier wurde für den Bund zur ersten öffentlichen Bewährungsprobe. Danach begann er, jährliche Ausstellungen in verschiedenen deutschen Städten zu veranstalten: Der Streit mit einer Münchner Jury führte zur Entstehung eines gesamtdeutschen Ausstellungsortes.
Die Münchener Secession nutzte diese Säle bis zum Jahr neunzehnhundertsechzehn. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Innenräume schwer beschädigt, und bei der Wiederherstellung mussten sie vollständig umgestaltet werden. Im Jahr neunzehnhundertsechsundsechzig eröffneten bayerische Museumsfachleute hier die Staatlichen Antikensammlungen und vereinigten darin die zuvor getrennten Sammlungen der Wittelsbacher. Heute sind im Inneren griechische, etruskische und römische Vasen, Bronzen, Terrakotten, Gold und Glas ausgestellt. Große Steinskulpturen ließ man in der Glyptothek gegenüber.
Die ursprüngliche Bestimmung des Hauses ist auf dem Giebel festgehalten. In der Mitte steht die allegorische Bavaria und verteilt Kränze, während Künstler und Handwerker ihr ihre Arbeiten bringen. Ein Bildhauergehilfe rollt auf einem Wagen eine riesige Büste von König Ludwig I. heran, ein Bronzegießer hebt eine Statue hoch, ein Porzellanmaler hält eine Vase. In den Museumsvitrinen stehen altgriechische Gefäße; über dem Eingang trägt ein bayerischer Handwerker weiterhin seine Vase zur Ausstellung des Jahres achtzehnhundertachtundvierzig.
Praktisch vor Ort
Städtischer Punkt auf der Route; wenn Sie hineingehen möchten, prüfen Sie die Öffnungszeiten und Besuchsregeln auf der offiziellen Website des Ortes.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Von der Straße aus ist die ursprüngliche Rolle des Gebäudes als repräsentatives Schaufenster sichtbar. Vasen, Bronzen, Terrakotten und Schmuck erfordern einen eigenen Eintritt.
