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NS-Dokumentationszentrum München

NS-Dokumentationszentrum München

Um von den Zeremonien auf dem Platz zum Parteihauptquartier überzugehen, wo die Gewaltaktion die Struktur der nationalsozialistischen Herrschaft veränderte.

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München – NS-Dokumentationszentrum (7)
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Worauf achten

  • Weiße Fassaden
  • Königsplatz vor den Fenstern

Die Geschichte des Ortes

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Die weißen Fassaden stehen direkt an der Königsplatz, dort, wo sich einst ein privater Palast befand, der später zum Hauptquartier der NSDAP wurde. In seinen Büros, Archiven und der Mitgliederkartei verbanden sich die Arbeit der Organisation und die Führung ihrer Straßeneinheiten, und im Keller hielt und folterte man politische Gegner. Der Krieg hinterließ vom Haus Ruinen, anschließend verschwanden auch die vor dem Bau festgehaltenen Kellerwände. Das heutige Zentrum steht auf demselben Grundstück und untersucht anhand von Dokumenten, wie sich die NSDAP in München formierte, wie ihr Terror wirkte und was aus den von ihr Verfolgten wurde.

Gegen zehn Uhr am dreißigsten Juni neunzehnhundertvierunddreißig kam Adolf Hitler in das hier stehende „Braune Haus“. Der Leiter der NSDAP kehrte aus dem Kurort Bad Wiessee zurück, wo er seinen langjährigen Mitstreiter Ernst Röhm persönlich verhaftet hatte. Nun musste er im Münchner Hauptquartier einen Nachfolger für Röhm ernennen und die Gewaltaktion fortsetzen.

Vier Jahre zuvor war das Haus ein privater Palast der Familie Barlow gewesen. Hitler entschied, dass die rasch wachsende NSDAP – die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei – ein repräsentatives Hauptquartier nahe der Königsplatz benötigte. Das Geld für den Kauf kam durch eine Sonderumlage unter den Parteimitgliedern, Eintrittsgelder für Hitlers Reden und Darlehen großer Industrieller zusammen. Im Januar neunzehnhunderteinunddreißig zog die Partei hier ein. Wegen der braunen Uniformen ihrer paramilitärischen Einheiten erhielt das Gebäude den Namen „Braunes Haus“.

Es war das Arbeitszentrum der Organisation. Hier befanden sich Hitlers Büros, die Parteipresse, das Archiv, das Gericht und die Mitgliederkartei. Im selben Haus waren die Führung der SA – der Sturmabteilung, deren Angehörige Gegner zusammenschlugen und den Nationalsozialisten halfen, die Straßen zu erobern – sowie die Führung der SS untergebracht, der damals noch der SA unterstellten Schutzstaffel. Nach der Übernahme der Staatsführung durch die Nationalsozialisten hielt und folterte man politische Gegner im Keller.

Bis zum Sommer neunzehnhundertvierunddreißig befehligte Ernst Röhm fast drei Millionen Angehörige der Sturmabteilung und drängte darauf, dass die SA die hunderttausend Mann starke Berufsarmee verschlinge. Hitler brauchte für die Wiederaufrüstung des Landes die Unterstützung der Generäle. Heinrich Himmler, der Leiter der SS, und Hermann Göring, der Chef der preußischen Regierung, überzeugten ihn, Röhm auszuschalten. Sie verbreiteten Berichte über einen bevorstehenden Aufstand, obwohl Röhm und seine Kommandeure keinen Umsturz planten.

Nach den Verhaftungen in Bad Wiessee kam Hitler in das „Braune Haus“. Hier stellte er den ihm ergebenen Viktor Lutze an die Spitze der SA und befahl Göring, die Operation im Norden Deutschlands fortzusetzen. Sechs SA-Kommandeure wurden noch am selben Tag in der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim erschossen. Röhm übergab man eine Pistole und bot ihm an, Selbstmord zu begehen. Er lehnte ab, und am ersten Juli wurde er in seiner Zelle erschossen. Innerhalb weniger Tage wurden insgesamt etwa hundert Menschen getötet; darunter waren Führer der SA und langjährige politische Rivalen Hitlers.

Lutze erhielt Röhms Posten, doch die Sturmabteilung bekam ihren früheren Einfluss nicht zurück. Am zwanzigsten Juli löste Hitler die SS aus der Unterstellung unter die SA. Himmlers Leute begannen, die politische Polizei und das System der Konzentrationslager unter ihre Kontrolle zu bringen.

Das „Braune Haus“ wurde durch die Bombardierung im Januar neunzehnhundertfünfundvierzig fast vollständig zerstört. Zwei Jahre später trug man die Überreste des Gebäudes ab. Vor dem Bau des Zentrums entdeckten Arbeiter die Kellerwände, hielten ihre Lage fest und rissen auch sie ab. Im Mai neunzehnhundertfünfzehn eröffnete auf demselben Grundstück das NS-Dokumentationszentrum München. Seine Dauerausstellung behandelt die Entstehung der NSDAP in München, die Taten der Organisatoren des Terrors und die Schicksale der von ihnen Verfolgten. Das Büro, in dem Viktor Lutze zu Röhms Nachfolger ernannt wurde, und der Keller, in dem Gefangene gefoltert wurden, gibt es nicht mehr: Das weiße Gebäude steht genau an ihren Stellen.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort16 Min.
Nächster PunktKarolinenplatz
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„Königsplatz und Kunstareal: Kunst, Macht, Erinnerung“ — 8 Stopps, etwa 2,2 km, 2-3 Stunden.

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