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Frauenkirche

Dom zu Unserer Lieben Frau / Frauenkirche

Hier wird deutlich, wie die Stadt die riesige Kirche bis zu den Gewölben brachte, als das gewöhnliche Geld nicht ausreichte.

2 Std.
Die Frauenkirche mit zwei Türmen und rotem Dach über dem alten München.
Diliff · CC BY 2.5; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Zwei Türme
  • Netzrippengewölbe
  • Zwei Tafeln am südöstlichen Portal

Die Geschichte des Ortes

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Hinter den beiden Türmen geht das Leben einer Pfarrkirche weiter, in der zugleich der Erzbischof von München und Freising Gottesdienste hält. Die Weihe an Maria ist im gebräuchlichen Namen Frauenkirche erhalten geblieben. Der große Backsteinbau wurde einst um die baufällige frühere Kirche herum errichtet, ohne die Gottesdienste zu unterbrechen. Am südöstlichen Portal bewahren zwei Tafeln an der Wand die Erinnerung an den Beginn dieses Baus.

Im Frühjahr tausendvierhundertachtzig kamen mehr als fünfundsechzigtausend Pilger zu der unvollendeten Münchner Kirche. Neben dem Chor stand eine streng bewachte Truhe. Jeder beichtete und empfing zunächst die Kommunion, dann legte er mindestens so viel in die Truhe, wie ihm für eine Woche Unterhalt gereicht hätte.

Den Pilgern wurde ein vollkommener Ablass versprochen – der Erlass der zeitlichen Strafe für Sünden, die nach der Beichte bereits vergeben waren. Der Ablass ersetzte die Buße nicht und erlaubte auch nicht, weiterzusündigen. Nach katholischer Lehre musste sich ein Mensch von den Folgen der Sünde zu Lebzeiten oder nach dem Tod reinigen. Um diese Reinigung zu verkürzen, gab er das Geld, von dem er eine Woche hätte leben sollen.

Die Sammlung begann wegen einer Entscheidung, die hier zwölf Jahre zuvor getroffen worden war. Die frühere Pfarrkirche war baufällig geworden. Herzog Sigismund aus dem Bayern regierenden Haus Wittelsbach setzte sich für einen großen neuen Kirchenbau und ein Kollegium von Geistlichen an dieser Kirche ein. Im Jahr tausendvierhundertachtundsechzig legte er den Grundstein, und die Stadt beauftragte ihren Steinmetzmeister Jörg von Halsbach mit den Arbeiten. Die neuen Backsteinmauern wurden um die alte Kirche herum errichtet, in der weiterhin Gottesdienste stattfanden.

Bis tausendvierhundertneunundsiebzig hatte Jörg den Hauptbau hochgezogen, doch für die Gewölbe war kein Geld mehr da. Gesandte der Stadt reisten nach Rom und überzeugten Papst Sixtus IV., den Bau zu unterstützen. Die päpstliche Urkunde versprach jenen einen Ablass, die die Kirche in einer bestimmten Woche der Fastenzeit besuchten, beichteten, die Kommunion empfingen und die Kosten für einen Wochenunterhalt einzahlten.

Bei der ersten solchen Sammlung verzeichnete das Kirchenbuch neuntausenddreihundertsechsundsiebzig rheinische Gulden. Nach den vorgeschriebenen Abgaben und Ausgaben reichte das Geld noch immer nicht aus, deshalb wurden die Pilger erneut empfangen. Erst nach der endgültigen Abrechnung im Oktober tausendvierhundertzweiundachtzig durften die Bauleute mit den Gewölben beginnen. Sechs Jahre später vollendete Jörg die Kirche, abgesehen von den Bedachungen der Türme.

Die Kirche war der Gottesmutter Maria geweiht. Vom vollständigen deutschen Namen „Dom Unserer Lieben Frau“ blieb das gebräuchliche „Frauenkirche“, die Kirche der Gottesmutter. Zur Kathedrale wurde sie erst viel später. Als im Jahr achtzehnhunderteinundzwanzig für das neue Erzbistum München und Freising die Hauptkirche ausgewählt wurde, standen drei Kirchen der Stadt zur Wahl. Die Frauenkirche wurde wegen ihrer Größe, der angesammelten Spenden und ihres zahlreichen Klerus bevorzugt. Heute hält hier der Erzbischof Gottesdienste, zugleich ist sie weiterhin eine Pfarrkirche.

Zwei Tafeln am südöstlichen Portal erinnern an die Grundsteinlegung. Die mittelalterlichen Gewölbe gingen bei den Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs zugrunde; die heutigen wiederholen ihr Netzrippenmuster. Zum ersten Mal schloss sich dieses Muster über den Schiffen, nachdem die Pilger Geld für ihren eigenen Wochenunterhalt in die bewachte Truhe gelegt hatten.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort2 Std.
Nächster PunktMarienplatz und Neues Rathaus
Eintrittvor Ort

Von außen sind Maßstab und Material der Kathedrale gut zu erkennen. Der Abdruck und die Säulenperspektive befinden sich im Inneren; verschieben Sie die Besichtigung während eines Gottesdienstes, und planen Sie den Aufstieg sowie andere besondere Besuche gesondert.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Kehren Sie zur Fußgängerzone zurück und gehen Sie weiter zum Neuen Rathaus.

Stopp 2 von 7Weiter: Marienplatz und Neues Rathaus

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Alt-München: Tore, Plätze und Residenzen“ — 7 Stopps, 2,3 km, 3 Std..

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