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Girgaum Chowpatty

Girgaon Chowpatty / Girgaum Chowpatty

Der Endpunkt verbindet einen außergewöhnlichen städtischen Ritus, öffentliche Erinnerung und die jährliche Bewegung zum Meer.

15 Min.
Girgaum Chowpatty
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Worauf achten

  • Tilaks Bronzestatue
  • Kleiner Garten am Strand
  • Sandstreifen
  • Meer

Die Geschichte des Ortes

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Am Rand des Strandes Girgaum Chowpatty steht eine Statue von Bal Gangadhar Tilak. Am ersten August neunzehnhundertzwanzig sollte sein Leichnam aus Bombay weggebracht werden. Tilaks Weggefährte und künftiger Biograf Narasimha Chintaman Kelkar wollte die Einäscherung in Pune abhalten, wo Tilak gelebt und gearbeitet hatte.

Tilak hatte eine juristische Ausbildung erhalten, lehrte Recht und wurde dann Eigentümer und Redakteur zweier Wochenzeitungen. Mit der marathisprachigen Kesari setzte er sich für Swaraj ein – die Selbstverwaltung Indiens. Die Zeitung verschaffte ihm ein Einkommen und eine politische Tribüne; ihre Artikel brachten den Redakteur zweimal auf die Anklagebank. Der zweite Prozess endete bereits mit fast sechs Jahren Haft in Mandalay. Der Ehrentitel Lokmanya bedeutete „vom Volk verehrt“.

Als Tilak in einem Hotel in Bombay starb, führte der ihn behandelnde Chirurg Gopalrao Deshmukh Kelkar auf den Balkon. Unten standen Menschen, die die Straßen von einem großen Markt bis zum anderen füllten. Die offizielle Schätzung zählte etwa zweihunderttausend Teilnehmer. Deshmukh schlug Kelkar vor, sie zunächst zu fragen, ob der Leichnam nach Pune gebracht werden dürfe. Kelkar gab seinen Plan auf.

Ein gewöhnliches Krematorium konnte eine solche Menschenmenge nicht aufnehmen. Vasantrao Dabholkar, der frühere Sheriff von Bombay, erwirkte bei der britischen Verwaltung die Erlaubnis, den Scheiterhaufen direkt auf dem Sand von Girgaum Chowpatty aufzuschichten. Die Erlaubnis wurde unter einer Bedingung erteilt: Diese Einäscherung werde keinen Präzedenzfall schaffen, weitere würden hier nicht stattfinden. Tilaks Leichnam wurde durch die Stadt getragen und am Ufer verbrannt. Tatsächlich wurden am Strand keine weiteren Toten eingeäschert.

Die Einwohner setzten sich jedoch für ein Denkmal genau an der Stelle des Scheiterhaufens ein. Indische Mitglieder des Stadtrats trieben das Projekt fünf Jahre lang voran, und ein Komitee unter der Leitung der Dichterin und Teilnehmerin der Unabhängigkeitsbewegung Sarojini Naidu sammelte Geld durch Spenden. Der Bildhauer Raghunath Krishna Phadke erhielt den Auftrag dank einer Begegnung mit Tilak zu dessen Lebzeiten: Tilak hatte ihm eine Stunde lang Modell gesessen, ihm erlaubt, Maße zu nehmen und ihn von allen Seiten zu fotografieren, mit und ohne Turban. Am ersten August neunzehnhundertdreiunddreißig wurde die Bronzestatue genau über der Einäscherungsstelle enthüllt.

Dieser Sandstreifen hatte noch eine andere Verbindung zu Tilak. Das häusliche Ganesha-Fest bestand lange vor ihm. Im Jahr achtzehnhundertzweiundneunzig rief Tilak dazu auf, die Feierlichkeiten in gemeinsame Höfe zu verlegen, wo Nachbarn zusammenkommen und öffentliche Vorträge stattfinden konnten. Bereits ein Jahr später veranstalteten die Bewohner des Hauses von Keshavji Naik in Girgaum die älteste öffentliche Ganesha-Feier in Bombay. Die kleine Tonfigur wurde zunächst in einer Wohnung im ersten Stock aufgestellt, dann in den gemeinsamen Hof getragen und am letzten Tag durch das Viertel zum Meer gebracht.

So vollzieht sich Visarjan – der Abschied von Ganesha, bei dem sein Bildnis ins Wasser getaucht wird. Heute ziehen am Ende des Festes stundenlang Prozessionen aus verschiedenen Stadtteilen Mumbais zu Girgaum Chowpatty. Tausende häusliche und öffentliche Figuren werden ans Ufer gebracht; die größten erreichen das Wasser erst gegen Morgen. Das Meer erklärt die Wahl dieses Ortes, und der offene Sand kann Prozessionen aufnehmen, für die die Straßen von Girgaum zu eng sind.

Der Name „Chowpatty“ hat wahrscheinlich die Erinnerung an vier Meeresarme bewahrt, die hier einst zum Ufer führten. Die Meeresarme gibt es nicht mehr, und das Wort wurde mit der Zeit in Mumbai zu einer allgemeinen Bezeichnung für einen Stadtstrand.

Tilaks Statue steht in einem kleinen Garten am Rand dieses Sandes. In einer Tiefe von etwa neun Metern unter dem Sockel liegt ein eiserner Kasten mit seinem Turban, seiner Kleidung, seinen Schuhen, dem Buch „Gita Rahasya“ und einer von Kelkar geschriebenen Biografie – jenem Mann, der Tilaks Leichnam nach Pune bringen wollte.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktEnde der Route
Eintrittvon außen

Öffentlicher Strand und Zugang von der Promenade; Zustand, Absperrungen und Zugänglichkeit ändern sich nach Regenfällen und während Festen.

Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Der Strand bleibt ein lebendiger öffentlicher Raum und ist besonders während der Feste sehr belebt. Respektieren Sie Prozessionen und Familienzusammenkünfte, behindern Sie nicht den Menschenstrom und gehen Sie nicht ins Wasser, um die Route fortzusetzen.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Der Spaziergang endet an der Statue an dem Ort, an dem eine persönliche Geschichte endgültig zu einer städtischen wurde.

Stopp 8 von 8Ende der Route

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Gotik und Art déco in Mumbai: vom Oval Maidan bis Girgaum Chowpatty“ — 8 Stopps, etwa 5,1 km, 2,5–3 Std..

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