Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Tabačica-Moschee
- Offener Hof
- Räume am Rand
- Steinwölbe über dem Seitenarm der Radobolja
Die Geschichte des Ortes
Die Tabačica entstand neben einem Gerberviertel am Wasser, wo die Verarbeitung von Schafs- und Ziegenhäuten eine ständige Strömung erforderte. In der Zunftmoschee kamen die Meister zusammen, und um den offenen Hof standen Arbeitsräume; eine alte Beschreibung erwähnt ein großes Becken in der Mitte und zwanzig Werkstätten an den Seiten. Heute sind rund um den Hof Cafés und Restaurants in Betrieb, doch unter der Moschee verläuft weiterhin ein Seitenarm der Radobolja, der von Steinwölben verborgen wird. Der Name Tabačica bewahrt die Bezeichnung der Tabake, wie man in Mostar die Gerber nannte, für die dieser Ort Arbeit und Gemeinschaft verband.
Einer Überlieferung aus Mostar zufolge schlich sich der Gerber Smajo Gološ gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts in dieser Tabhana an die Holzdecke einer fremden Werkstatt. Unten arbeitete ein Färber aus Shkodra. Er verstand es, Ziegenleder gleichmäßig rot zu färben, und hielt die Zusammensetzung der Farbe geheim. Dieses Leder hieß Kajsar und ließ sich weit über Mostar hinaus gut verkaufen. Solange das Rezept bei den Konkurrenten blieb, konnten die örtlichen Meister ihr Ergebnis nicht selbst nachbilden.
Gološ machte ein Loch in die Decke und beobachtete den Färber mehrere Tage lang heimlich. Dann mischte er die Stoffe, die er gesehen hatte, prüfte sie an Leder und erhielt den gewünschten Farbton. Das gestohlene Geheimnis hätte ihm allein ein Einkommen sichern können. Gološ handelte anders: Er versammelte die gesamte Gerberzunft und gab das Rezept den übrigen Meistern weiter. Danach wiesen ihm seine Kollegen den ehrenvollsten Platz unter den Gerbern Mostars zu. Die Überlieferung bringt den Aufschwung des roten Kajsars mit seiner Tat in Verbindung; man verschickte ihn von hier aus nach Sarajevo, Dubrovnik und Istanbul.
Die Geschichte von Gološ wurde nach den Worten eines alten Einwohners von Mostar aufgezeichnet; sie ist daher mündliche Überlieferung und kein Gerichtsprotokoll. Das Ausmaß des Handwerks selbst ist durch Dokumente belegt. Im Gerichtsbuch aus den Jahren eintausendsechshundertzweiunddreißig bis eintausendsechshundertvierunddreißig werden neununddreißig örtliche Meister genannt. Man nannte sie Tabake, ihre Vereinigung Esnaf und den Werkstattkomplex Tabhana.
Die Tabake nahmen von Metzgern Schafs- und Ziegenhäute entgegen, wuschen sie, weichten sie in gelöschtem Kalk ein, entfernten die Wolle, gerbten sie und ließen sie lange nachreifen, manchmal ein ganzes Jahr. Für die Arbeit war viel fließendes Wasser nötig; deshalb richtete man die Werkstätten an Seitenarmen der Radobolja vor ihrer Mündung in die Neretva ein. Die mineralische Zusammensetzung dieses Wassers galt als einer der Gründe für die hohe Qualität des Leders aus Mostar.
Im Jahr eintausendsechshundertvierundsechzig beschrieb ein Reisender die Obere Tabhana als ein festes Gebäude mit eisernen Fenstern, einem großen Becken in der Mitte und zwanzig kleinen Werkstätten an den Seiten. Ein Teil dieser Bauten bildet den heutigen Hof. Anstelle der Gerber sind hier Cafés und Restaurants in Betrieb, doch die Anordnung der Räume um den offenen Bereich stammt noch aus dem Produktionskomplex.
Zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts richtete der wohlhabende Gerber Hadschi Kurt neben den Werkstätten eine Moschee ein. Nach dem Namen ihres Gründers heißt sie die Moschee des Hadschi Kurt, doch die Meister beteten hier als ganze Zunft, und die Stadtbewohner gaben ihr einen anderen Namen – Tabačica, also die Moschee der Tabake, der Gerber. Einst versammelten sich hier gleichzeitig bis zu achtzig Meister.
An der linken Wand der Moschee stand eine kleine Stampfe. Darin zerkleinerte man Sumach, der beim Gerben verwendet wurde, und ein Seitenarm der Radobolja trieb den Mechanismus an. Derselbe Seitenarm verläuft noch heute unter der Moschee und ist von zwei Steinwölben überdeckt. Leder wird hier nicht mehr gegerbt; vom Handwerk blieben die ehemaligen Werkstätten rund um den Hof, das Wasser unter dem Boden und der Name Tabačica – der Name der Menschen, denen Smajo Gološ das ausgespähte Rezept weitergab.
Praktisch vor Ort
Von außen ohne feste Öffnungszeiten zugänglich; der Innenbereich hängt von Gebetszeiten und der örtlichen Regelung ab.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Dies ist ein genutzter öffentlicher Raum zwischen Lokalen; hören Sie so zu, dass Sie Durchgänge und Eingänge nicht versperren.
