Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Zweigeschossiges Gebäude im hinteren Teil des Quartiers
- Turm über dem alten Gebäude
- Spätere Laborgebäude
Die Geschichte des Ortes
Zwischen den späteren Laborgebäuden an der Bolschaja Ordynka verbirgt sich ein niedriges Gebäude mit einem Turm. Hier verwandelten Geologen Gesteinsstücke in nahezu durchsichtige Plättchen und betrachteten sie unter Polarisationsmikroskopen, um den Aufbau der Minerale zu erkennen. Die Proben brachte man aus dem Ural, dem Kaukasus und anderen Regionen des Landes, in der Hoffnung, darin Wolfram, Kupfer, Schwefel oder Korund zu finden. Später entstanden rundherum die Gebäude des heutigen Instituts für mineralische Rohstoffe, während das alte Haus innerhalb dieses Wissenschaftsquartiers blieb.
Im Jahr eintausendneunhundertvier bestellte der Kaufmann Wassili Arschinow bei Fjodor Schechtel ein zweigeschossiges Haus im hinteren Teil seines Grundstücks an der Bolschaja Ordynka. Die Familie lebte bereits hier; das neue Gebäude war für den älteren Sohn Wladimir bestimmt, einen Mineralogen, der Gesteine und russische Lagerstätten erforschen wollte.
Wassili Arschinow begann als Junge in einem Tuchladen, wurde durch den Stoffhandel reich und gründete eine eigene Handelsgesellschaft. Er selbst erhielt kaum eine systematische Bildung, bezahlte seinem Sohn jedoch die Universität, ein Praktikum in Deutschland und ein eigenes Labor. Wladimir brachte von dort Polarisationsmikroskope, Reagenzien, wissenschaftliche Bücher und Geräte mit. Schechtel richtete Räume für die Forschung und einen Turm mit einer Sternwarte ein. Archivalischen Berechnungen zufolge investierte der Vater rund siebenhunderttausend Rubel aus dem Tuchhandel in das Unternehmen.
Im Labor verwandelte man Gestein in äußerst dünne durchsichtige Plättchen – Dünnschliffe. Unter dem Polarisationsmikroskop zeigten die Minerale Strukturen und Zusammensetzungen, die an einem gewöhnlichen Bruchstück nicht sichtbar sind. Wladimir nannte die Einrichtung „Litogea“, also „steinerne Erde“. Hier untersuchte man Gesteine aus dem Ural, dem Kaukasus und anderen Regionen und suchte nach Wolfram, Kupfer, Schwefel und Korund. Das kleine Labor wurde zum ersten privaten wissenschaftlichen Forschungsinstitut geologischen Profils in Russland. Als offizieller Beginn seiner Arbeit gilt das Jahr eintausendneunhundertzehn, als Arschinow den ersten Band der Arbeiten von „Litogea“ herausgab.
Nach der Revolution war es unmöglich, das private Institut weiterhin mit Familienmitteln zu unterhalten. Wladimir schlug vor, es dem Staat zu übertragen. Am ersten Oktober eintausendneunhundertachtzehn erklärte der Rat der Volkskommissare „Litogea“ zu einer staatlichen Einrichtung; zusammen mit dem Labor wurden dem Staat die Besitzungen der Arschinows an der Bolschaja Ordynka und in der benachbarten Pyschewski-Gasse übertragen. Wladimir verlor sein eigenes Institut, erhielt jedoch die Möglichkeit, die Beschäftigten und die Forschung zu bewahren. Er wurde zum Leiter ernannt, und der Personalbestand wuchs bald von sechzehn auf vierzig Personen.
Im Jahr eintausendneunhundertdreiundzwanzig übernahm der Organisator des Bergbaus Nikolai Fedorowski die Leitung des Instituts. Unter ihm errichtete man zwischen der Bolschaja Ordynka und der Staromonetny-Gasse ein großes Laborgebäude; heute trägt das Institut für mineralische Rohstoffe den Namen Fedorowskis. Wladimir Arschinow blieb hier Leiter des petrographischen Labors und arbeitete bis zu seinem Lebensende in der Einrichtung.
Das alte zweigeschossige Gebäude mit dem Turm ist im hinteren Teil des Wissenschaftsquartiers erhalten geblieben. In ihm war „Litogea“ untergebracht; spätere Institutsgebäude errichtete man rund um das Labor, das der Tuchkaufmann für seinen Sohn gebaut hatte.
Praktisch vor Ort
Außenbesichtigung; das Gebäude wird nicht als frei zugängliches Museum betrieben.
Geprüft: 24. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Planen Sie eine Besichtigung von außen ein: Die Labore, die Bibliothek und die Räume im Hof bilden keine reguläre Ausstellung auf der Route.
