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Plaza Independencia und Mausoleo de Artigas

Plaza Independencia y Mausoleo de Artigas

Hier beginnt ein Gespräch darüber, wer über das staatliche Gedächtnis und die Worte eines Nationalhelden verfügt.

15 Min.
Reiterstandbild von José Gervasio Artigas auf der Plaza Independencia in Montevideo.
Gerardo Irazábal Valledor · CC BY-SA 3.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Reiterstandbild
  • Inschrift „Artigas“
  • Bronzerelief um den Sockel
  • Treppen zum Mausoleo de Artigas

Die Geschichte des Ortes

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Im Zentrum des Platzes steht ein Reiter über seinem eigenen Grab. Auf dem Granitsockel steht ein einziges Wort – „Artigas“. Darunter, zwischen zwei Treppen, befindet sich das Mausoleo de Artigas mit der Urne von José Gervasio Artigas.

Stadtplaner bestimmten diesen Ort zum repräsentativen Eingang in das neue Montevideo. Nach dem Abtragen der kolonialen Befestigungsanlagen zogen sie hier die Grenze zwischen der Ciudad Vieja und den Vierteln hinter den ehemaligen Mauern. Im Jahr achtzehnhundertsiebenunddreißig erschien die Plaza Independencia auf einem Plan. Die Ciudadela de Montevideo selbst, die etwa die Hälfte des heutigen Platzes einnahm, diente noch mehrere Jahrzehnte lang als Markt. Als sie endgültig abgerissen wurde, führte der Weg aus der Ciudad Vieja über den Platz weiter in die Avenida 18 de Julio. Seit dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts fanden hier die wichtigsten offiziellen Zeremonien statt; deshalb errichtete man das Denkmal für den Mann, der als Begründer der uruguayischen Staatlichkeit anerkannt wurde, genau hier.

José Gervasio Artigas begann als Hauptmann der spanischen Grenzkavallerie. Der Dienst in diesem Korps war sein Beruf: Er patrouillierte in ländlichen Gebieten, bewachte die Grenze und verfolgte Schmuggler. Im Jahr achtzehnhundertelf verließ er die spanische Garnison und schloss sich den Revolutionären an. Im Falle eines Sieges gab ihm das die Möglichkeit, seine Heimat, die Banda Oriental, gegen die spanische Krone zu erheben; im Falle einer Niederlage verlor er seinen Rang und wurde zum Verräter.

Mit einer kleinen Truppe zurückgekehrt, führte José Gervasio Artigas den Aufstand an, besiegte die Spanier bei Las Piedras und erhielt von den Einwohnern den Titel Anführer der Orientalen. Er strebte einen republikanischen und föderativen Zusammenschluss der Provinzen an, in dem die Entscheidungen nicht aus Buenos Aires diktiert würden. Als die Verbündeten einen Waffenstillstand schlossen und befahlen, die Belagerung von Montevideo aufzuheben, folgten José Gervasio Artigas Tausende von Familien. Dieser Auszug ist auf dem Bronzerelief um den Sockel dargestellt: Wagen, Reiter und Menschen, die gemeinsam mit ihrem Befehlshaber ihre Häuser verlassen.

Das Projekt von José Gervasio Artigas überstand einige Jahre, die portugiesische Invasion und den Krieg mit den ehemaligen Verbündeten. Im Jahr achtzehnhundertzwanzig wurde er besiegt und ging nach Paraguay. Er kehrte nicht mehr zurück. José Gervasio Artigas starb dort dreißig Jahre später, und seine sterblichen Überreste wurden erst im Jahr achtzehnhundertfünfundfünfzig nach Montevideo gebracht. Das Reiterstandbild über dem Platz wurde noch später enthüllt – im Jahr neunzehnhundertdreiundzwanzig.

Damals gab es darunter kein Grab. Im Jahr neunzehnhundertvierundsiebzig hob die zivil-militärische Diktatur die frühere Entscheidung auf, José Gervasio Artigas unter dem Parlamentsgebäude zu bestatten, und schrieb einen Wettbewerb für ein Mausoleum unter dem Reiterdenkmal aus. Die Architekten Lucas Ríos und Alejandro Morón schlugen vor, die Worte von José Gervasio Artigas in die Innenwände einzumeißeln. Darunter war ein kurzer Satz: „Schonung den Besiegten“.

Die Regierung strich diesen Satz. Sie erlaubte, die Daten und Namen der Ereignisse stehen zu lassen – Geburt, Schlacht bei Las Piedras, der Östliche Auszug, Exil, Tod –, entfernte jedoch die Worte, in denen José Gervasio Artigas seine eigenen Grundsätze formulierte. Am neunzehnten Juni neunzehnhundertsiebenundsiebzig eröffnete der Präsident des Regimes, Aparicio Méndez, das Mausoleo de Artigas. Bei der Zeremonie erklärte der Oberbefehlshaber der Armee, Julio César Vadora, die demokratischen Vorstellungen des Regimes gingen auf die Gedanken und Taten von José Gervasio Artigas zurück. Danach senkte man die Urne in den Saal unter dem Sockel.

Die Architekten bauten die Kammer ohne die verworfene Inschrift, die Militärs erhielten die von ihnen vorbereitete Zeremonie, und die sterblichen Überreste des Verbannten wurden unter dem Reiterstandbild untergebracht, das hier ein halbes Jahrhundert zuvor aufgestellt worden war. Oben blieb der Name „Artigas“, unten die Urne und eine Liste von Daten. Der Satz „Schonung den Besiegten“ wurde nicht in die Wände des Mausoleo de Artigas von neunzehnhundertsiebenundsiebzig aufgenommen.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktPuerta de la Ciudadela
Eintrittaußen; Mausoleum kostenlos

Der Platz ist rund um die Uhr geöffnet. Mausoleo de Artigas: Mo–Fr 10:00–12:00 und 14:30–16:00; Sa–So 10:00–16:00; Eintritt frei.

Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Wenn das Mausoleo de Artigas geschlossen ist, betrachten Sie das Denkmal vom Niveau des Platzes aus: Der Gegensatz zwischen dem bronzenen Reiter und dem unterirdisch verborgenen Memorial ist auch von außen weiterhin erkennbar.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zum Bogen in der Verlängerung von Sarandí.

Stopp 1 von 9Weiter: Puerta de la Ciudadela

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Ciudad Vieja: von der Ciudadela de Montevideo zum Puerto de Montevideo“ — 9 Stopps, etwa 2,3 km, 2 Std. 30 Min..

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