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Museo Nacional de Antropología

Museo Nacional de Antropología

Die Geschichte des Diebstahls wird zeigen, was geschieht, wenn man versucht, nationales Erbe in persönliche Beute zu verwandeln.

90 Minuten und mehr
Eingang zum Museo Nacional de Antropología mit einem Wasserfall unter dem schirmartigen Dach.
Francisco Anzola · CC BY 2.0; cropped/resized for app
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Worauf achten

  • Obsidiangefäß in Form eines Affen
  • Monumentale Steinskulpturen
  • Architekturfragmente
  • Archäologische Vitrinen

Die Geschichte des Ortes

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Zu Beginn der sechziger Jahre passte die nationale archäologische Sammlung nicht mehr in das alte Gebäude der Münzprägeanstalt im Zentrum von Mexiko-Stadt. Der Bildungsminister Jaime Torres Bodet setzte den Bau eines neuen Museums durch, und der Architekt Pedro Ramírez Vázquez erhielt den Auftrag, innerhalb von neunzehn Monaten das Gebäude zu errichten und die Sammlung hierher zu bringen. Das Gelände wählte man am Paseo de la Reforma in Chapultepec: Hierher konnten Tausende Menschen kommen, und die Größe erlaubte es, monumentale Steinskulpturen, Grabbeigaben und ganze Architekturfragmente nebeneinander zu zeigen.

Am siebzehnten September neunzehnhundertvierundsechzig wurde das Museum eröffnet. Das Erdgeschoss war der Archäologie der Völker Mexikos gewidmet, das Obergeschoss der Ethnografie der indigenen Völker, die heute im Land leben. Genau das erklärt das Wort „Anthropologie“ im Namen: Hier zeigt man alte Gegenstände und die Lebensweisen der Menschen, denen dieses Erbe gehört.

Die Ausstellung zur aztekischen Kultur wurde um fünf besonders wichtige Gegenstände herum angeordnet. In der Mitte der Kreuzung zweier Gänge stand ein kleines Gefäß aus schwarzem Obsidian in Form eines Affen. Ein Handwerker musste den runden Körper aus Vulkanglas schneiden und polieren, ohne den Stein zu spalten; der Schwanz des Tieres dient als Griff. Durch seinen Platz im Saal half das Gefäß den Besuchern, sich zwischen den großen Skulpturen zurechtzufinden.

Diese Anordnung beobachteten Carlos Perches Treviño und Ramón Sardina García, zwei Veterinärstudenten, die mehrere Monate lang einen Diebstahl vorbereiteten. Sie kamen als gewöhnliche Besucher ins Museum, merkten sich die Kontrollgänge der Wachleute und wählten kleine Gegenstände aus, die sie für besonders wertvoll hielten. Beide riskierten ihre künftige berufliche Laufbahn und ihre Freiheit für Dinge, für die sie weder einen legalen Käufer noch einen eigenen Absatzmarkt hatten.

In der Nacht zum fünfundzwanzigsten Dezember neunzehnhundertfünfundachtzig kletterten sie über den Zaun auf der Seite des Paseo de la Reforma, gingen durch den Garten, stiegen zum Dienstbereich hinab und drangen durch Lüftungskanäle in die Säle ein. Die diensthabenden Wachleute sollten den riesigen Komplex alle zwei Stunden kontrollieren, versammelten sich in der Weihnachtsnacht jedoch an einer Stelle und führten keine Kontrollgänge durch.

Perches und Sardina hatten etwa drei Stunden Zeit. Sie öffneten Vitrinen und packten Jadeschmuck aus Palenque, Gegenstände aus dem Cenote Sagrado, Gold aus Gräbern in Oaxaca, die Maske eines Fledermausgottes und den Obsidianaffen in Taschen. Der endgültige Katalog zählte einhundertvierundzwanzig gestohlene Gegenstände; zunächst hatte das Museum einhundertvierzig gemeldet. Erst die Morgenschicht bemerkte den Verlust.

Die Ermittler verschickten Fotos der gestohlenen Gegenstände in einhundertachtundfünfzig Länder. Die Freunde des Museums setzten eine hohe Belohnung für Hinweise aus. Die Diebe begriffen, dass die berühmtesten Stücke keinem Käufer gezeigt werden konnten, ohne sich selbst zu verraten. Sie brachten eine Tasche in das Haus von Perches’ Eltern und versteckten sie im Schrank seines Schlafzimmers. Der Mann, der hoffte, über die Schätze des präkolumbischen Mexiko zu verfügen, lebte im Elternhaus weiterhin neben ihnen.

Später fuhr Perches nach Acapulco und versuchte, unter Drogenhändlern Vermittler zu finden. Einer seiner neuen Bekannten geriet unter Ermittlungen und gab im Austausch gegen Nachsicht Informationen über die Altertümer weiter. Im Juni neunzehnhundertneunundachtzig kehrte die Polizei in das Haus von Perches’ Eltern zurück und fand dort einhundertelf Gegenstände, in Papier eingewickelt und in einer Sporttasche verstaut. Perches wurde festgenommen und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Den Ermittlungen gelang es nie, Sardina zu finden.

Nach dem Diebstahl installierten die Mitarbeiter des Museums eine elektronische Alarmanlage und Kameras und organisierten die Bewachung neu; die neuen Anforderungen wurden auf andere Einrichtungen des Instituto Nacional de Antropología e Historia ausgeweitet. Das Obsidiangefäß wurde in den Saal der aztekischen Kultur zurückgebracht. Der Gegenstand, den die Architekten an der Kreuzung der Hauptgänge aufgestellt hatten, lag fast vier Jahre lang im Schlafzimmerschrank eines der Diebe.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort90 Minuten und mehr
Nächster PunktLos Pinos
Eintrittmit Ticket

Geprüft am 2026-06-29: Dienstag–Sonntag 9:00–19:00; Montag geschlossen. Allgemeine Eintrittskarte 210 mexikanische Pesos, 105 für Staatsbürger und Einwohner; der kostenlose Sonntagseintritt gilt nach den offiziellen Regeln für Staatsbürger und Einwohner.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Der Monolith kann von außen besichtigt werden; wenn Sie das Museum betreten, beschränken Sie Ihren Besuch im Voraus auf einige ausgewählte Säle.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Durchqueren Sie den westlichen Teil des Parks bis zu den Toren von Los Pinos.

Stopp 6 von 7Weiter: Los Pinos

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Chapultepec: Park, Schloss und Residenzen“ — 7 Stopps, etwa 4,9 km, 5–6 Stunden mit Museumsbesuchen.

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