Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Der hohe Turm
- Die Arkaden des Alcázar
- Der Innengarten
- Maximilians Messingbett
Die Geschichte des Ortes
Der hohe Turm über Chapultepec erhebt sich über einem Landhaus, das die spanische Verwaltung für ihren Vizekönig geplant hatte. Der Bau begann im Jahr siebzehnhundertfünfundachtzig, doch der Hausherr starb vor seiner Fertigstellung, und danach bezog die Militärakademie das leer stehende Gebäude. Bei einem Umbau erhielt es den Turm und das festungsartige Aussehen, von dem die Bezeichnung Schloss geblieben ist; im ehemaligen östlichen Flügel befinden sich heute Museumsräume mit Arkaden, Säulengalerien, einem Garten und einer Terrasse.
Im Juni achtzehnhundertvierundsechzig wählten Maximilian von Habsburg und Carlota Chapultepec zu ihrem Zuhause. Maximilian war ein österreichischer Erzherzog, der sich bereit erklärt hatte, die mexikanische Krone anzunehmen. Seine Frau Carlota, die Tochter des belgischen Königs, kam ebenfalls, um zu regieren: Wenn ihr Mann die Hauptstadt verließ, versammelte sie die Minister, empfing Botschafter und erteilte Anweisungen.
Die mexikanischen Konservativen, die den Bürgerkrieg gegen die Republikaner verloren hatten, boten dem Paar die Krone an. Sie wollten eine Monarchie, die ihre früheren Privilegien schützen würde. Der französische Kaiser Napoleon III. gab Maximilian Geld und eine Armee, während die Einladenden ihm versicherten, die Mexikaner erwarteten den neuen Herrscher. Sollte die französische Hilfe enden, blieben dem Kaiser kaum eigene Kräfte.
In Chapultepec gab es keinen fertigen Palast. Im Jahr siebzehnhundertfünfundachtzig begann man hier mit dem Bau eines Landhauses für den spanischen Vizekönig Bernardo de Gálvez, doch er starb, ohne das Haus vollendet zu sehen. Später bezog die Militärakademie das Gebäude. Bei einem Umbau errichtete man darüber einen hohen Turm, der dem Haus das Aussehen einer Festung verlieh; damals setzte sich auch die Bezeichnung Schloss durch.
Der alte Regierungspalast im Zentrum von Mexiko-Stadt war bei der Ankunft des Paars verfallen, deshalb zogen sie auf den Hügel. Maximilian nannte die Residenz Palacio de Chapultepec y Miravalle – mit Blick auf Schloss Miramar, sein früheres Zuhause an der Adria. Auf Anordnung des Paars wurden die ehemaligen Räume der Militärakademie zum östlichen Wohnflügel, dem Alcázar, umgestaltet. Arkaden, Säulengalerien, Besprechungsräume, ein Innengarten und eine Terrasse vor den privaten Gemächern entstanden. Aus Europa brachte man ein Klavier, Porzellan, Silbergeschirr, Teppiche, Uhren und Porträts der Hausherren.
Die Entfernung vom Zentrum wurde bald zu einem praktischen Problem. Um nicht auf einem Umweg in die Hauptstadt zu gelangen, kaufte Maximilian Land und ließ von Chapultepec aus eine breite, gerade Allee anlegen. Sie erhielt den Namen Paseo de la Emperatriz – Spaziergang der Kaiserin. Der heutige Paseo de la Reforma erreicht den Hügel auf derselben Linie: Diese Straße entstand, weil das Kaiserpaar gerade hier wohnte.
Bis zur Mitte des Jahres achtzehnhundertsechsundsechzig näherten sich republikanische Truppen der Hauptstadt, Maximilians konservative Verbündete waren mit seinen liberalen Entscheidungen unzufrieden, und Napoleon III. beschloss, die französische Armee abzuziehen und die Finanzierung einzustellen. Carlota reiste nach Europa, um am französischen Hof und beim Papst Hilfe zu erbitten. Sie erreichte nichts und kehrte nie nach Chapultepec zurück.
Maximilian verließ Mexiko-Stadt, weil er die Niederlage voraussah, und ordnete an, die Einrichtung seiner Paläste abzubauen. Er dankte jedoch weder ab noch verließ er das Land. In Querétaro wurde er von republikanischen Truppen eingeschlossen; nach der Belagerung geriet der Kaiser in Gefangenschaft, wurde verurteilt und am neunzehnten Juni achtzehnhundertsevenundsechzig erschossen.
Nach dem Fall des Kaiserreichs stand das Schloss wieder leer. Später wohnten Präsidenten darin, bis Präsident Lázaro Cárdenas im Jahr neunzehnhundertneununddreißig anordnete, die ehemalige Residenz dem Museo Nacional de Historia zu übergeben. Der Umbau und die Verlegung der Sammlungen dauerten fünf Jahre. Im September neunzehnhundertvierundvierzig eröffnete das Museum: In einigen Sälen stellte man Gegenstände der mexikanischen Geschichte von der spanischen Eroberung bis zur Revolution aus, und im Alcázar richtete man die Wohnräume der früheren Hausherren wieder her.
Maximilians Messingbett gehört tatsächlich zu den Gegenständen, die nach seinem Tod hier zurückblieben. Die französische Möbelgarnitur im heutigen Schlafzimmer Carlotas kaufte Präsident Manuel González erst später, weil er sie für Carlotas Möbel hielt.
Praktisch vor Ort
Geprüft am 2026-06-29: Dienstag–Sonntag 9:00–17:00; Montag geschlossen. Allgemeines Ticket: 210 mexikanische Pesos, 105 für Staatsangehörige und Einwohner Mexikos; Ermäßigungen und freier Eintritt am Sonntag gelten nach den Regeln des INAI.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Der Aufstieg kostet Zeit und Kraft; planen Sie für das Museum zusätzliche Zeit ein und wählen Sie bei einem kurzen Besuch eine historische Epoche.
