Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Die Kuppel
- Der Große Saal
- Die restaurierte Malerei
- Die Darstellung Großbritanniens und der sechs Bundesstaaten
Die Geschichte des Ortes
Unter der Kuppel dieses Ausstellungssaals standen einst Maschinen, Kunstwerke und Waren aus dreiunddreißig Ländern. Er wurde für eine internationale Ausstellung errichtet und so geräumig gestaltet, dass sich sonst nirgends in der Stadt so viele Menschen versammeln konnten. Später wurde der westliche Anbau abgerissen, doch der zentrale Saal blieb erhalten. Die Malerei über Ihnen wiederholt heute die alte feierliche Ausstattung, und der Raum wird erneut für Ausstellungen und große Veranstaltungen genutzt.
Am neunten Mai neunzehnhunderteins betrat Edmund Barton diesen Saal vor den ersten Abgeordneten des vereinigten Australien. Barton, der zum ersten Premierminister des Landes ernannt worden war, hatte zehn Jahre lang auf den Zusammenschluss von sechs britischen Kolonien hingearbeitet. Am ersten Januar war der Zusammenschluss bereits per Gesetz in Kraft getreten, doch Barton musste die ersten landesweiten Wahlen noch gewinnen und von den Wählern das Recht erhalten, die Regierung zu führen. Ende März errangen seine Unterstützer mehr Sitze als ihre Gegner. Fünfundsiebzig gewählte Mitglieder des Repräsentantenhauses und sechsunddreißig Senatoren hatten ihre Mandate erhalten, waren aber noch kein einziges Mal zusammengekommen.
Für ihre Eröffnung wurde ein Saal für zwölftausend Gäste benötigt. Nur hier in Melbourne fanden so viele Menschen Platz. Das Ausstellungsgebäude war für die internationale Ausstellung des Jahres achtzehnhundertachtzig errichtet worden: Unter der Kuppel wurden Maschinen, Kunstwerke und Waren aus dreiunddreißig Ländern gezeigt. Der Architekt John Ross Anderson gestaltete seine Ausstattung nun für einen Staatsakt um. Seine Künstler bedeckten die Wände in weniger als vier Monaten mit braunen, roten und grünen Malereien und stellten unter der Kuppel Großbritannien dar, das die sechs australischen Bundesstaaten empfängt.
Die Senatoren nahmen vor dem Podium Platz, die Abgeordneten warteten im westlichen Schiff. Punkt zwölf Uhr wurden sie in den zentralen Saal gerufen. Der Sohn des britischen Königs Edward VII., George, Herzog von Cornwall und York, kam als Vertreter seines Vaters: Ihm war aufgetragen worden, das Parlament des neuen Commonwealth formell zu eröffnen. Er verlas die königliche Urkunde und erklärte das Parlament für tätig. Lord Hopetoun, der erste Generalgouverneur Australiens, nahm daraufhin allen Senatoren und Abgeordneten den Eid ab.
Damit endete die Arbeit des Bundes in diesem Gebäude. Noch am selben Tag gingen die Gewählten in das Parliament House in der Spring Street, um die Vorsitzenden der beiden Kammern zu wählen; die regulären Sitzungen begannen dort am folgenden Morgen. Die Bundesabgeordneten nutzten das Parliament House die folgenden sechsundzwanzig Jahre. Die Abgeordneten von Victoria mussten ihre eigenen Säle räumen und hier, im westlichen Anbau des Ausstellungsgebäudes, tagen, bis das Australische Parlament nach Canberra umzog.
Der westliche Anbau wurde später abgerissen. Der Große Saal, in dem Barton die ersten Bundesparlamentarier versammelt hatte, blieb erhalten, und die heutige Innenmalerei bildet die Ausstattung ihrer Zeremonie nach.
Das Wort „königlich“ kam erst viel später in den Namen. Zum hundertjährigen Bestehen des Gebäudes, am ersten Oktober neunzehnhundertachtzig, verlieh Königin Elizabeth II. ihm den königlichen Titel. Sie wurde hier von ihrer Cousine, Prinzessin Alexandra, vertreten, die den neuen Namen verkündete. Heute nutzen Organisatoren von Ausstellungen und Großveranstaltungen wieder genau diesen Saal unter der restaurierten Malerei von neunzehnhunderteins.
Praktisch vor Ort
Von außen gemäß den Öffnungszeiten der Gärten zugänglich; Zugang zum Inneren in der Regel über Veranstaltungen, Ausstellungen und Dome Promenade Tours.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Fassade und die Verbindung des Gebäudes mit den Gärten sind ohne Eintrittskarte sichtbar. Der Innenraum ist für einzelne Führungen und Veranstaltungen geöffnet, die im Voraus geprüft werden müssen.
