Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Den Hang des Hügels
- Rasenflächen
- Baumkronen
Die Geschichte des Ortes
Unter den Baumkronen an diesem Hang lassen sich zur Mittagszeit Angestellte aus den benachbarten Büros nieder. Früher diente die Anhöhe als städtische Signalstation: Auf dem Gipfel standen ein hoher Mast und eine achteckige Hütte, und am Fuß des Hügels versammelten sich Bewohner. Noch früher begrub man hier die ersten europäischen Siedler Melbournes. Von der Station ist nichts außer dem Namen der Gärten erhalten, der an den Flaggenmast erinnert.
Jeden Morgen ritt Charles La Trobe, der oberste Verwalter des Port Phillip District, mit seinem Sekretär hier hinauf – auf den Hügel, auf dem heute die Flagstaff Gardens angelegt sind. Er wollte die aktuelle Liste der Schiffe lesen, die in die Bucht eingelaufen waren. In den achtzehnhundertvierziger Jahren war dies der schnellste Weg, um zu erfahren, wer und was in Melbourne angekommen war.
Die hochseetauglichen Schiffe blieben bei Williamstown in der Hobsons Bay. Zwischen dem Hafen und der Stadt gab es keine unmittelbare Verbindung. Kaufleute warteten auf Frachtschiffe, Familien auf Siedler und Briefe aus Großbritannien. Nachrichten waren mehrere Monate auf See unterwegs und konnten nach der Ankunft eines Schiffes noch lange brauchen, bis sie die Straßen der Stadt erreichten.
Die Beamten beschlossen, Informationen mit Flaggen weiterzugeben. Für die Station in der Stadt suchten sie eine Anhöhe, von der aus der Gegenposten am Gellibrand Point zu sehen war. Batman's Hill erwies sich als zu niedrig; Bäume verdeckten die Richtung zur Bucht. Auch das Gelände bei den späteren Gerichtsgebäuden eignete sich nicht. Man wählte diesen Hügel. Damals nannte man ihn Burial Hill: Hier befand sich der erste Friedhof der europäischen Siedlung.
Im September achtzehnhundertvierzig errichteten Arbeiter auf dem Gipfel einen Mast nach Art eines Schiffsmasts. Der erste Versuch scheiterte: Der Mast war zu kurz, die Signale aus Williamstown waren schlecht zu lesen. Im folgenden Jahr ersetzte man ihn durch einen höheren und stattete die Station mit einem leistungsstarken Teleskop aus.
Der Signalgeber am Hafen bestimmte ein herannahendes Schiff und hisste vereinbarte Zeichen. Sein Kollege auf diesem Hügel wiederholte sie für die Stadt. Die Stellung einer Kugel an der Rah zeigte an, ob ein Schiff, eine Bark, ein Schoner oder ein Dampfschiff unterwegs war; eine Kombination farbiger Flaggen teilte das Land oder den Abfahrtshafen mit. Eine karierte Flagge bezeichnete ein Schiff mit Siedlern. Neben der achteckigen Hütte hängte man Listen der Ankünfte und Abfahrten aus.
Die Stadtbewohner kannten etwa zwanzig Signale. Bei der Nachricht von einem Schiff aus England versammelten sie sich am Hang und warteten auf Briefe – gute oder schlechte, wie sich einer der ersten Einwohner erinnerte. La Trobes morgendliche Ritte hierher waren keine bürokratische Schrulle: Von diesem Blatt hing die alltägliche Verbindung der Stadt mit der übrigen Welt ab.
Im Jahr achtzehnhundertvierundfünfzig verlegte man zwischen Williamstown und Melbourne einen elektrischen Telegrafen. Bis achtzehnhundertsiebenundfünfzig übermittelten die Flaggen keine Schiffsnachrichten mehr. Die Stationsgebäude überließ man kurzzeitig der Sternwarte, dann brachte man die Ausrüstung fort, und der Hügel wurde leer. Bewohner von West Melbourne reichten eine Petition ein, den verlassenen Hang in einen Erholungsort zu verwandeln. Im Jahr achtzehnhundertzweiundsechzig eröffnete man hier öffentliche Gärten.
Vom Mast, der Hütte und der Tafel mit den Schiffslisten ist nichts erhalten. Hochhäuser verdecken die frühere Sichtlinie zur Bucht. Erhalten blieb der Name: „Flagstaff“ bedeutet Flaggenmast. Auf den Rasenflächen, auf denen heute Angestellte der umliegenden Büros zu Mittag essen, entrollte man einst ein Blatt mit den Namen der gerade angekommenen Schiffe.
Praktisch vor Ort
Offener Stadtpark; prüfen Sie örtliche Einschränkungen wegen Veranstaltungen und Arbeiten.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Hören Sie die Erzählung am besten näher am Gipfel, abseits der belebten Straßen und ohne Durchgänge zu blockieren.
