Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Lebender roter Fluss-Eukalyptus
- Lange Narbe am Stamm
- Überwachsene Ränder des Schnitts
- Erläuterungstafel
Die Geschichte des Ortes
Der heutige Yarra Park war einst eine Flussaue, und ausgewachsene rote Fluss-Eukalypten wuchsen unmittelbar am Birrarung. Die Eisenbahn trennte den Park vom Wasser, und ein Sportstadion nahm das Gelände der früheren Lager ein. An Tor Nummer acht und Tor Nummer neun ist ein lebender Stamm mit einer langen offenen Spur erhalten: etwa zwei Komma zwei Meter hoch und null Komma vier Meter breit. Die Rinde an den Rändern des Schnitts konnte nachwachsen, doch die Mitte schloss sich nie. Die Tafel daneben stellt diese Narbe vorsichtig in Zusammenhang mit der Art und Weise, wie indigene Menschen hier Rinde abnahmen.
Die Wurundjeri-willam, der örtliche Clan des Volkes der Wurundjeri, brauchten für ihr Leben am Birrarung Boote. Fische und Aale aus dem Fluss und den Uferlagunen dienten als Nahrung, und auf dem Wasser konnten Menschen und Beute transportiert werden. Deshalb wählten sie hier ausgewachsene rote Fluss-Eukalypten: Ein ausreichend dicker Stamm lieferte ein zusammenhängendes Rindenblatt für den Rumpf eines Kanus.
Der Baum wurde nicht gefällt. Mit einem Steinbeil markierte man einen langen Umriss auf dem Stamm, schnitt die Rinde ein und löste sie nach und nach mit hölzernen Keilen ab. Das abgenommene Rindenblatt wurde erhitzt, damit es biegsam wurde, seine Enden wurden gebogen und zusammengebunden, die Fugen mit Lehm verschlossen. Die Wurundjeri erhielten ein leichtes Boot, und der gesunde Eukalyptus wuchs weiter. Neue Rinde überwuchs die Ränder des Schnitts, doch die Mitte blieb offen. So entstand eine Narbe.
Genau hier hatte diese Arbeit praktischen Sinn. Der heutige Yarra Park liegt auf einer alten Flussaue; die Wurundjeri-willam schlugen ihre Lager nahe der Stelle auf, die heute das Cricketstadion einnimmt. Fluss-Eukalypten wuchsen dicht am Wasser, wo das fertige Kanu zu Wasser gelassen werden konnte. Im Jahr achtzehnhundertdreiundsechzig trennte eine Eisenbahntrasse den Park vom Birrarung; deshalb wirken die Bäume heute weiter vom Fluss entfernt, als sie es bei der Rindenentnahme waren.
Aus der Form allein lässt sich der Zweck jeder Narbe nicht bestimmen: Rinde wurde auch für Schilde, Behälter und Unterkünfte genommen. Die Tafel am Baum zwischen Tor Nummer acht und Tor Nummer neun formuliert vorsichtiger: Historische Angaben weisen darauf hin, dass von hier Rinde für ein Kanu abgenommen wurde. Den Namen des Herstellers und das Kanu selbst haben die Dokumente nicht bewahrt.
Im Park ist ein lebender vernarbter Eukalyptus erhalten geblieben, andere Zeugnisse sind zu Stümpfen geworden. Die offene Spur am lebenden Baum wurde bereits im Jahr neunzehnhundertzweiundachtzig vermessen: etwa zwei Komma zwei Meter hoch und null Komma vier Meter breit. Die Rinde, die die Wurundjeri zum Wasser trugen, verschwand zusammen mit dem Boot; ihr Umriss blieb am Stamm zurück.
Praktisch vor Ort
Yarra Park – ein offener Park unter der Verwaltung des Cricketclubs; an Veranstaltungstagen gelten Einschränkungen für einige Aktivitäten und Durchgänge.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie den Baum von außerhalb des Zauns: Berühren Sie den Stamm nicht und betreten Sie nicht für ein Foto die geschützte Zone. Aus verschiedenen Richtungen ist die Narbe unterschiedlich zu lesen, aber bleiben Sie auf der erlaubten Fläche.
