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Speakers Corner

Speakers Corner, Yarra Bank

Hier wird ein städtisches Verbot zur Entstehung eines festen Orts für Reden und Debatten führen.

15 Min.
Speakers Corner im Birrarung Marr
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Worauf achten

  • Ulmenhain
  • Steinerne Erdhügel mit Blausteinverkleidung
  • Stufen aus rosafarbenem Granit
  • Zitate auf den Stufen

Die Geschichte des Ortes

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Unter den Ulmen ist ein städtisches Forum für öffentliche Rede erhalten geblieben. Die mit Blaustein verkleideten steinernen Hügel entstanden hier zusammen mit dem Hain: Der Stadtrat errichtete zehn solcher Plätze. Später kamen daneben niedrige Stufen aus rosafarbenem Granit hinzu, in die Zitate eingelassen sind. Einst war dieser Uferstreifen eine ungünstige Randlage zwischen Leichenschauhaus, kostenlosen Badeanstalten, Eisenbahn und Straßenbahnlinie.

Steinerne Erdhügel unter Ulmen dienten als Rednertribünen. Ein Redner stieg auf einen von ihnen, Zuhörer versammelten sich ringsum, und von einem benachbarten Hügel widersprach bereits sein Gegner. Der Name „Speakers Corner“ – „Ecke der Redner“ – beschreibt diese Anlage ganz wörtlich. Yarra Bank nannte man in Melbourne Versammlungsorte am Flussufer.

Die ersten Stadtplaner ließen im Zentrum absichtlich keinen großen öffentlichen Platz frei: Die kolonialen Machthaber fürchteten Unruhen. Die Menschen hielten dennoch bei Märkten und Anlegestellen Reden. Im Jahr achtzehnhundertneunundachtzig verbot die Hafenbehörde Versammlungen an den Anlegestellen. Später ließen sich die Redner am Südufer nieder, doch im Jahr neunzehnhundertsieben legte man dort einen repräsentativen Park mit einem Denkmal für Königin Victoria an. Der Minister für öffentliche Arbeiten ordnete an, die Versammlungen hierher auf die Nordseite des Flusses zu verlegen.

Der Ort war ungünstig gewählt: In der Nähe befanden sich das städtische Leichenschauhaus, kostenlose Badeanstalten, Eisenbahngleise und eine Straßenbahnlinie. Zufällige Passanten gab es nur wenige. Für die Beamten löste das die Aufgabe: Öffentliche Rede war erlaubt, wurde aber weit weg von den Straßen im Zentrum verlegt.

Einer derjenigen, die das zugewiesene Ödland in ein echtes Forum verwandelten, war John William „Chummy“ Fleming – ein anarchistischer Schuhmacher, der für die Freiheit öffentlicher Reden kämpfte. Er kannte den Preis seiner Unabhängigkeit: Seit seinem zehnten Lebensjahr arbeitete er in einer Schuhfabrik, und in Melbourne verdiente er seinen Lebensunterhalt mit der Reparatur von Schuhen in seiner eigenen kleinen Werkstatt. Schon im Jahr achtzehnhundertfünfundachtzig wurde er wegen einer Rede am North Wharf verhaftet.

Sonntags stellte Fleming hier seine Tribüne auf, hängte rote Tücher mit den Worten „Anarchie“ und „Freiheit“ auf und rief das Publikum mit einem Glöckchen zusammen. Er sprach bis ins hohe Alter weiter. Daneben predigten Evangelisten, andere verteidigten Frauenrechte oder sprachen über Ernährung, Religion und die Ordnung der Gesellschaft; auch Dichter und Hellseher kamen zusammen. Die Zuhörer gingen von einem Hügel zum anderen, stellten Fragen und debattierten mit den Sprechenden.

Jahrelang baten die Redner darum, ihnen feste Plätze zuzuweisen. Im Jahr neunzehnhundertfünfundzwanzig pflanzte der Stadtrat schließlich einen Ulmenhain und errichtete zehn steinerne Erdhügel. Das Ödland, in das die Versammlungen einst verdrängt worden waren, erhielt eigens gebaute Rednertribünen.

Fleming starb im Januar neunzehnhundertfünfzig und verfügte testamentarisch, dass seine Asche hier am ersten Mai verstreut werde. Nach der Erzählung der Historikerin Bertha Walker erinnerten sich seine Freunde zu spät an den Wunsch: Sie hatten keine Urne. Da fragte Percy Laidler, ein alter Gefährte Flemings, ob es wirklich so wichtig sei, wessen Asche es genau sei. Einer der Anwesenden brachte eine Blechdose mit Asche, und Laidler warf sie während seiner Rede über den Verstorbenen handvollweise über die Versammelten.

In den siebziger Jahren kamen die Sonntagsdebatten fast zum Erliegen, und in den achtziger Jahren verlegte man das Forum ins Stadtzentrum. Bei der Umgestaltung der Straßen Ende der neunziger Jahre versetzte man einen Teil der alten Erdhügel und legte daneben niedrige Stufen aus rosafarbenem Granit mit eingravierten Zitaten an. Diese Stufen entstanden im Jahr neunzehnhundertneunundneunzig. Die mit Blaustein verkleideten Hügel unter den Ulmen sind älter: Von ihnen aus sprachen die Redner der Yarra Bank.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktFederation Bells
Eintrittvon außen

Offener Platz ohne Eintrittskarte; bei städtischen Veranstaltungen sind vorübergehende Sperrungen möglich.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Suchen Sie keine vollständige historische Rednertribüne: Wichtig ist das Gelände der ehemaligen Versammlungen selbst. Bleiben Sie seitlich des Weges stehen und stellen Sie sich mehrere gleichzeitig sprechende, miteinander debattierende Gruppen vor.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie zu den umgedrehten Schalen auf den Stahlmasten hinauf.

Stopp 3 von 7Weiter: Federation Bells

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Ufer des Birrarung: Indigene Gemeinschaften und das städtische Melbourne“ — 7 Stopps, etwa 2,5 km, 2-2,5 Std..

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