Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Granitbogen
- La Victoire aus Bronze
- Inschriften im Stein
- Meer in der Öffnung des Bogens
Die Geschichte des Ortes
Den Granitbogen am Eingang zum Vallon des Auffes errichtete man auf einem Felsvorsprung über dem Meer. In seiner Öffnung ist das Wasser zu sehen, über dem Stein erhebt sich die bronzene La Victoire; in die Blöcke selbst sind die Namen der Veteranenvereinigung, des Komitees und der landesweiten Sammlung eingraviert. Das Denkmal ist der Orientarmee sowie den Soldaten und Seeleuten gewidmet, die fern von Frankreich gefallen sind. Unter der Bronzefigur ist eine Inschrift über den ersten Waffenstillstand erhalten.
Die Feier zur Grundsteinlegung fand an einem ganz anderen Ort statt. Veteranen des Orientfronts setzten sich für ein eigenes nationales Denkmal ein: Ihre Kameraden waren in den Dardanellen und auf dem Balkan gefallen, und die Familien wollten in Frankreich einen Erinnerungsort erhalten. Die Veteranenvereinigung unter der Leitung von Gustave Gouin begann, Spenden zu sammeln. Auch der Staat, das Département und Marseille stellten Geld bereit.
Der Entwurf stieß auf Widerstand. Frankreich hatte unter dem Arc de Triomphe in Paris bereits den Unbekannten Soldaten beigesetzt, der alle Gefallenen vertreten sollte. Die Gegner eines eigenen Denkmals für die Truppen im Osten fürchteten, das gemeinsame Gedenken werde erneut nach Fronten aufgeteilt. Das Parlament bewilligte die Ausgaben dennoch, und am achten Mai neunzehnhundertzweiundzwanzig legte der Präsident der Republik am Ausgang der Avenue du Prado zum Strandkreisel den Grundstein. Der heutige Bogen steht nicht dort: Auf dem gewählten Gelände begann der Bau nie.
Zwei Jahre später schrieb man einen Wettbewerb aus. Gaston Castel, Chefarchitekt des Départements und ehemaliger schwer verwundeter Kriegsgefangener, wollte auf einem Felsvorsprung vor dem Meer einen offenen Portikus errichten, der von Weitem sichtbar wäre. Der Standort wurde hierher verlegt, an den Eingang zum Vallon des Auffes. Aus dem Hafen von Marseille liefen Schiffe mit Soldaten, Maultieren und militärischer Ausrüstung aus; jenseits des Mittelmeers lagen die Fronten, denen das Denkmal gewidmet war. So erhielt der Bogen seinen zweiten Namen: Porte d’Orient.
Orientarmee nannte man die französischen Truppen, die im Jahr neunzehnhundertfünfzehn zunächst zu den Dardanellen entsandt wurden. Die Landung bei Gallipoli endete mit einer Niederlage. Anschließend verlegte man die Truppen nach Thessaloniki: Sie versuchten, der zurückweichenden serbischen Armee zu helfen, und hielten die Mazedonische Front. Die Soldaten lebten bei Versorgungsmangel und verseuchtem Wasser; Skorbut, Dysenterie, Typhus und Malaria forderten ebenso wie die Kämpfe Menschenleben. Solange sich die Front kaum bewegte, nannte man diese Soldaten verächtlich die „Gärtner von Thessaloniki“ und verdächtigte sie, sich vor dem wirklichen Krieg versteckt zu haben. Die Worte „ferne Länder“ im Namen des Denkmals erweiterten die Widmung auf weitere Soldaten und Seeleute, die fern von Frankreich gefallen waren.
Im Juni neunzehnhundertachtzehn übernahm Louis Franchet d’Espèrey den Oberbefehl über die alliierten Armeen im Osten. Er drängte auf einen Durchbruch der bulgarischen Stellungen dort, wo durch das Tal des Vardar die Versorgungswege zweier bulgarischer Armeen verliefen. Am fünfzehnten September zogen französische und serbische Einheiten durch die mazedonischen Berge und rissen die Front auf. General Jouinot-Gambetta, Kommandeur einer Brigade nordafrikanischer Kavallerie, führte Spahis und Chasseurs d’Afrique in einem Umgehungsmanöver. Sie legten ohne Karten, Artillerie und Lebensmittelversorgung etwa achtzig Kilometer durch die Berge zurück und besetzten am neunundzwanzigsten September überraschend Üsküb, das heutige Skopje. Am selben Tag unterzeichnete Bulgarien den Waffenstillstand. Als erster Verbündeter Deutschlands schied der Staat aus dem Krieg aus, dessen Front von einer als nutzlos geltenden Armee durchbrochen worden war. Die letzten französischen Soldaten dieser Armee kehrten erst im März neunzehnhundertneunzehn nach Hause zurück.
Am vierundzwanzigsten April neunzehnhundertsiebenundzwanzig übergab Gustave Gouin das fertige Denkmal offiziell dem Bürgermeister von Marseille. In den Stein sind bis heute die Veteranenvereinigung, die Mitglieder des Komitees und die landesweite Sammlung eingraviert. Unter der bronzenen La Victoire stehen die Worte: „neunundzwanzigster September neunzehnhundertachtzehn – erster Waffenstillstand“. Den Grundstein legte man am Prado; das Ergebnis errichtete man hier, über der Seeroute der Orientarmee.
Praktisch vor Ort
Rund um die Uhr im Freien geöffnet; die Stufen können nach Regen rutschig sein.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Das Denkmal wird von außen besichtigt und erfordert keine Reservierung. Achten Sie auf den Stufen auf Ihre Schritte und berücksichtigen Sie die Nähe der Straße.
