Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Geschnitzte Kuppel
- Trockenes Becken
- Wasserrinne
- Beschädigte Inschrift
Die Geschichte des Ortes
Unter der geschnitzten Kuppel ist der untere Teil eines alten städtischen Wasserknotens erhalten: Ein trockenes Becken, eine Rinne, Rohre und eine Zisterne zeigen, wo das Wasser hier gesammelt und abgeleitet wurde. Daneben legten Archäologen öffentliche Toiletten und eine große Tränke mit Trögen frei, sodass diesen Ort nicht nur Gläubige nutzten. Die meisten Forschenden verbinden den Pavillon mit der Waschung vor dem Gebet in der Ali-ben-Youssef-Moschee, obwohl die frühere Moschee etwa fünfundzwanzig Meter von hier entfernt lag. Die Ausstattung unter der Kuppel ist besser erhalten als die Worte der beschädigten Inschrift: Der Name des Auftraggebers lässt sich rekonstruieren, die Bauzeit jedoch nicht mehr.
Die Koubba liegt fast sechs Meter unter dem Niveau der umliegenden Straßen. Ihr Boden bewahrt das Niveau von Marrakesch zu Beginn des zwölften Jahrhunderts; spätere Bewohner erhöhten das Gelände um sie herum allmählich durch Bauten, Asche und Bauschutt.
Damals bestand die Stadt erst seit wenigen Jahrzehnten. Die Almoraviden, eine Berberdynastie aus der Sahara, die Marrakesch gegründet hatte, machten die Stadt zur Hauptstadt ihrer Besitzungen in Nordafrika und al-Andalus. Emir Ali ibn Yusuf wollte erreichen, dass die neue Hauptstadt genügend Wasser für Bewohner, Moscheen und Gärten hatte. Er übertrug diese Aufgabe Ubaid Allah ibn Yunus, einem andalusischen Ingenieur, der damit sein Geld verdiente, Wasser dorthin zu leiten, wo es kaum ein sichtbares Gefälle gibt.
Der mittelalterliche Geograf al-Idrisi hielt fest, wie der Ingenieur einen erhöhten Ort auswählte, einen breiten viereckigen Brunnen graben ließ und von dort einen unterirdischen Stollen zu einem Garten führte. Das Gefälle musste mit einem Instrument genau bestimmt werden: Mit dem Auge war es nicht zu erkennen. Das Wasser erreichte den tiefer gelegenen Punkt durch sein natürliches Gefälle. Ali ibn Yusuf bezahlte den Ingenieur mit Silber und Kleidung, und die Einwohner begannen, seine Methode nachzuahmen. Unterirdische Kanäle, Khettaras, entstanden in verschiedenen Teilen von Marrakesch; rund um das Wasser kamen Gärten und Häuser hinzu.
Die Koubba gehörte zu dieser Wasseranlage. Das Wort „Koubba“ bedeutet Pavillon unter einer Kuppel. Darunter befand sich ein Becken mit einer Rinne, durch die verschüttetes Wasser abfloss; daneben fanden Archäologen eine Zisterne, Rohre, öffentliche Toiletten und eine große Straßentränke mit Trögen. Die meisten Forschenden halten den Pavillon für einen Ort der Waschung vor dem Gebet in der Ali-ben-Youssef-Moschee. Er stand jedoch etwa fünfundzwanzig Meter außerhalb der früheren Moschee, weshalb seine ursprüngliche Funktion bis heute diskutiert wird: Möglicherweise war er zunächst ein repräsentativer Brunnen, der die Anlage der städtischen Wasserversorgung kennzeichnete, und wurde erst später für Waschungen eingerichtet.
Ali ibn Yusuf machte aus einem Nutzbau ein dynastisches Denkmal. Unter der Kuppel verlief eine fünfzehn Meter lange Inschrift, die den Auftraggeber als „Emir der Muslime“ bezeichnete und Gott bat, ihm den Sieg zu schenken. Deshalb befand sich das Wasser unten, zwischen Becken und Abflüssen, während die kostbarsten geschnitzten Ornamente von den Handwerkern hoch darüber angebracht wurden.
Im Jahr eintausendeinhundertsiebenundvierzig eroberte der Anführer der Almohaden, Abd al-Mu'min, Marrakesch und beendete die Dynastie der Almoraviden. Der letzte almoravidische Emir, Ishaq ibn Ali, wurde getötet; die Moschee und der Palast seines Vaters wurden zerstört. In der Koubba schlugen die Männer Abd al-Mu'mins absichtlich einen Teil der Inschrift mit dem Namen des früheren Auftraggebers ab. Das Baujahr war nicht mehr lesbar, und heute streiten Forschende darüber, ob es eintausendeinhundertsiebzehn oder in späteren Jahren lag.
Der Pavillon geriet mit der Zeit unter sieben bis acht Meter aus Anbauten, Asche und Trümmern. Er wurde im Jahr eintausendneunhundertsiebenundvierzig entdeckt; anschließend legten die Archäologen Henri Terrasse und Jacques Meunié die Mauern frei und bewahrten die erhaltene Schnitzarbeit. „Baadiyn“ ist eine spätere und nicht ganz eindeutige Bezeichnung, die vermutlich mit einer almohadischen Wache verbunden wird. Der Name der Almoravidischen Koubba, eines Pavillons unter einer Kuppel, wird durch die beschädigte Inschrift bestätigt: Das Jahr wurde aus ihr herausgeschlagen, der Name Ali ibn Yusuf lässt sich noch rekonstruieren, und darunter bleiben ein trockenes Becken und eine Wasserrinne erhalten.
Praktisch vor Ort
Archäologische Stätte mit wechselndem Zugang; prüfen Sie den Eintritt vor Ort.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Achten Sie zunächst auf den Unterschied zwischen der heutigen Straße und dem historischen Niveau des Baus. Beim Betrachten von unten richten Sie den Blick öfter auf das Gewölbe.
