Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Metallene Leuchten
- Konservendosen
- Handwerkswerkstätten
- Geschäfte mit Fertigwaren
Die Geschichte des Ortes
Der Platz hat zwei Namen: den französischen, Place des Ferblantiers (Qzadria), und den lokalen Qzadria. Beide bezeichnen Menschen, die hier mit der Bearbeitung von Weißblech ihr Geld verdienten: dünnem Eisenblech, das mit Zinn überzogen ist.
Am neunundzwanzigsten März neunzehnhundertzehn notierte eine Reisende, womit die Handwerker in den Läden rund um den Platz beschäftigt waren. Jüdische Blecharbeiter nahmen leere Kerosinkanister und Konservendosen, schnitten sie auf, richteten das Metall wieder gerade und fertigten daraus Teekannen, Kaffeekannen, Butterdosen und Laternen. Sogar Holztüren verkleidete man mit den flachgedrückten Wänden der Kanister. Eine solche Tür kostete nicht viel, hielt Stöße besser aus und galt als Gegenstand des Stolzes ihres Besitzers.
Davon lebten die Handwerker: Behälter, die ihre erste Aufgabe bereits erfüllt hatten, kosteten fast nichts, doch eine Teekanne oder eine Laterne ließ sich verkaufen. Den Verdienst schufen die Hände des Handwerkers – aus einem dünnen Blech, das bereits Falten, Löcher und alte Nähte aufwies, musste ein gleichmäßiges Gefäß entstehen. Der Käufer erhielt einen im Haushalt benötigten Gegenstand, der Blecharbeiter die Bezahlung dafür, dass er dem Metall wieder einen Wert gegeben hatte.
Die Werkstätten konzentrierten sich hier wegen der Tore. Der Platz hieß damals auch Großer Platz des Mellah. Hinter ihm begann das von Mauern umgebene jüdische Viertel, und am Abend schloss man die Tore – zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts geschah das um neun Uhr. Der Platz blieb außerhalb, an der Verbindung zwischen dem Mellah, der Medina von Marrakesch und dem Palastviertel. Jüdische Handwerker konnten bei ihrem Viertel arbeiten und ihre Erzeugnisse in der ganzen Stadt verkaufen. Aus diesem täglichen Handel entstand auch der Name Qzadria.
In der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts verließ die Mehrheit der jüdischen Familien den Mellah. Viele frühere Käufer und Ladenbesitzer verschwanden, doch muslimische Handwerker, die hier neben ihnen gearbeitet hatten, setzten die Metallbearbeitung fort. Teekannen und Butterdosen wurden weniger, dafür stellten immer mehr Werkstätten metallene Leuchten her, die für Hotels, Restaurants und Häuser gekauft werden.
Heute stehen rund um den Platz Cafés und Geschäfte mit Fertigwaren, und es sind viel weniger arbeitende Werkstätten übrig. Doch der Name beschreibt noch immer die heutige Tätigkeit: Die Handwerker hier fertigen weiterhin Laternen aus Kupferblech und gebrauchten Konservendosen.
Praktisch vor Ort
Öffentlicher Platz ohne Eintrittskarte; die Werkstätten arbeiten nach ihrem eigenen Zeitplan.
Geprüft: 28. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Versperren Sie den Handwerkern nicht die Arbeit und fragen Sie um Erlaubnis, bevor Sie eine Person aus der Nähe fotografieren.
