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Plaza Mayor

Plaza Mayor

Hier wird ein Marktplatz zu einem offenen Gerichtssaal, in dem ein Geständnis das Leben bewahrt, aber Eigentum und Freiheit nimmt.

18 Min.
Plaza Mayor und Casa de la Panadería.
Enric · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Casa de la Panadería
  • Zentraler Balkon der Casa de la Panadería
  • Durchgehende Reihen von Balkonen ringsum

Die Geschichte des Ortes

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Das Wort „Mayor“ im Namen dieses Platzes bedeutet „Haupt-“. Anfangs hieß er Plaza del Arrabal – Platz der Vorstadt. Hinter der mittelalterlichen Stadtmauer liefen hier Straßen zusammen, und Händler hielten einen Markt ab. Als Madrid Hauptstadt wurde, ordneten die Könige an, diesen Markt in einen Ort für Ereignisse zu verwandeln, die die ganze Stadt sehen sollte. Unter Philipp III. umgab der Architekt Juan Gómez de Mora den Platz mit durchgehenden Fassaden mit Reihen von Fenstern und Balkonen.

Am dreißigsten Juni sechzehnhundertachtzig hielt der Großinquisitor Diego Sarmiento de Valladares hier ein großes Auto-da-fé ab. So nannte man die öffentliche Verkündung der Urteile der Inquisition und die Buße der Verurteilten; die Hinrichtung war, entgegen einer verbreiteten Vorstellung, eine getrennte Handlung. König Karl II. nahm den zentralen Balkon des Gebäudes mit zwei Türmen ein – der Casa de la Panadería, des Hauses der Bäckerei. Zu Beginn der Zeremonie schwor er, den katholischen Glauben zu schützen und Häretiker sowie Abtrünnige zu verfolgen.

Für die Angeklagten, Priester und Richter errichtete der Zimmermann und königliche Architekt José del Olmo ein mehrstöckiges hölzernes Podest. Den Platz verwandelte man in einen Saal ohne Dach: Die Balkone dienten als Logen, die Fenster als Zuschauerplätze, und die Verurteilten befanden sich im Zentrum.

Unter ihnen stand Clara Méndez, eine vierzigjährige Witwe und Seidenhändlerin aus Pastrana. Vom Erlös ihres Handels unterhielt sie sich nach dem Tod ihres Mannes. Die Inquisition beschuldigte sie, heimlich jüdische Riten zu befolgen. Um die Versöhnung mit der Kirche zu erlangen und nicht zu denen zu gehören, die zur Hinrichtung übergeben wurden, musste sie die Anklage eingestehen und abschwören. Clara trat im Sanbenito auf das Podest – dem Bußgewand einer Verurteilten –, bekannte sich schuldig und schwor öffentlich ab.

Ihr Leben wurde bewahrt, doch der Händlerin nahm man alles, worauf ihre Unabhängigkeit beruhte. Das Gericht ordnete die Einziehung ihres Eigentums an und verurteilte sie zu lebenslanger Haft und zum lebenslangen Tragen des Sanbenito. Andere Verurteilte führte man nach der Verlesung der Todesurteile vom Platz vor die Stadt hinaus, zum Verbrennungsort am Tor von Fuencarral.

Die hölzernen Tribünen von José del Olmo wurden abgebaut. Von ihnen ist hier nichts geblieben. Erhalten ist der Ort der königlichen Loge – der zentrale Balkon der Casa de la Panadería, von dem aus Karl II. beobachtete, wie Clara Méndez Handel, Eigentum und Freiheit genommen wurden.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort18 Min.
Nächster PunktAlmudena-Kathedrale
Eintrittvon außen

Offener Platz; geprüft am 2026-06-30. Der Platz selbst ist ohne Eintrittskarte zugänglich; das Touristenzentrum in der Casa de la Panadería hat eigene Öffnungszeiten.

Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Betrachten Sie den Platz zuerst unter den Arkaden, gehen Sie dann an einer Seite entlang: So fällt der Unterschied zwischen der geschlossenen Bühne und ihren Ausgängen stärker auf. Die Besichtigung erfordert keinen Zutritt zu den Gebäuden.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Gehen Sie durch den nordwestlichen Bogen hinauf, kehren Sie zur Calle Mayor zurück und gehen Sie weiter zu den Türmen der Kathedrale.

Stopp 3 von 5Weiter: Almudena-Kathedrale

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Madrid der Könige und Bürger“ — 5 Stopps, etwa 1,8 km, etwa 2 Stunden.

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