Schau dich zuerst um
Worauf achten
- St.-Augustinus-Kirche
- Hauptaltar
- Christusfigur mit dem Kreuz
- Platz vor der Kirche
Die Geschichte des Ortes
Der Name des Platzes stammt von der St.-Augustinus-Kirche, in deren Umfeld sich Ende des sechzehnten Jahrhunderts die Augustiner niederließen – Mönche, die den Regeln eines nordafrikanischen Theologen folgten. Im Jahr eintausendfünfhunderteinundneunzig errichteten sie hier die Kirche und ein Kloster, und der Platz wurde Teil ihres städtischen Besitzes. In der Kirche wird am Hauptaltar eine Christusfigur mit dem Kreuz aufbewahrt; an den Tagen der Fastenzeit trägt man sie über den Platz und durch die Straßen des alten Macao. Als die religiösen Orden aufgelöst wurden, hielt eine Bruderschaft von Gemeindemitgliedern Kirche und diesen Brauch aufrecht.
Im Jahr eintausendsiebenhunderteinundzwanzig kamen chinesische Einwohner Macaos mit einer ungewöhnlichen Bitte zum Stadtrat, der damals Leal Senado hieß. Sie wollten, dass wieder ein „Mann mit einem Stock auf dem Rücken“ durch die Straßen getragen werde, und versprachen, die Prozession selbst zu bezahlen. So beschrieben sie die Christusstatue, die das Kreuz trägt. Mehrere Jahre lang hatte es in der Stadt an Lebensmitteln gefehlt, und die Bittsteller brachten das Unglück mit der Abschaffung der Zeremonie in Verbindung, die auf diesem Platz begonnen hatte.
Augustinus von Hippo selbst war nie in Macao. Er war Bischof der nordafrikanischen Stadt Hippo Regius und ein christlicher Theologe an der Wende vom vierten zum fünften Jahrhundert. Die Mönche, die ihr gemeinschaftliches Leben nach seinen Regeln gestalteten, wurden Augustiner genannt. Ende des sechzehnten Jahrhunderts gründeten sie in Macao ein Kloster, und im Jahr eintausendfünfhunderteinundneunzig ließen sie sich an diesem Ort nieder und bauten die Kirche ihres Heiligen. Die Einwohner benannten den Platz nach der Kirche.
Die erste erhaltene Beschreibung der örtlichen Kreuzprozession stammt aus dem Jahr eintausendsiebenhundertacht. Die Augustiner trugen die Christusfigur mit dem Kreuz aus ihrer Kirche und durch die Stadt. Doch ein Jahr zuvor war Carlo Tommaso Maillard de Tournon nach Macao gekommen, ein päpstlicher Gesandter, der ein Verbot der sogenannten chinesischen Riten durchsetzen wollte. Katholische Missionare stritten darüber, ob Christen die Vorfahren und Konfuzius als Teil eines bürgerlichen Brauchs verehren dürften oder ob dies als unzulässige religiöse Anbetung gelten müsse.
Der Bischof von Macao, João de Casal, weigerte sich, Tournons Dekret zu verkünden, und forderte den Klerus auf, dem Gesandten nicht zu gehorchen. Die Augustiner stellten sich auf Tournons Seite und nahmen ihn in ihrem Kloster auf diesem Platz auf. Hier starb er im Jahr eintausendsiebenhundertzehn. Die Unterstützung ihres Gastes kostete die Mönche ihr Zuhause und die Aufgabe, der sie ihr Leben gewidmet hatten: Im Jahr eintausendsiebenhundertzwölf nahm ihnen der portugiesische Statthalter in Goa, der die asiatischen Besitzungen der Krone verwaltete, Kirche und Kloster. Fünf Jahre später wurden die Brüder nach Indien geschickt. Ohne Organisatoren endete auch die Prozession.
Als chinesische Stadtbewohner vor dem Hintergrund der Lebensmittelknappheit die Rückkehr des „Mannes mit dem Stock“ forderten, stimmte Leal Senado zu. Im Jahr eintausendsiebenhunderteinundzwanzig veranstalteten die Einwohner die Prozession erneut, und König Johann V. von Portugal ordnete an, das Kloster dem Augustinerorden zurückzugeben. Städtische Aufzeichnungen berichten, dass die Not danach nachließ. Sie beweisen keinen wundersamen Zusammenhang, erklären aber genau die Entscheidung der Bittsteller und ihre Bereitschaft zu zahlen.
Später löste die portugiesische Regierung die religiösen Orden auf. Daraufhin gründeten die Gemeindemitglieder eine Bruderschaft, übernahmen die Kirche und veranstalteten die Prozession weiter. Am ersten Wochenende der Fastenzeit wird die heutige Christusfigur vom Hauptaltar über den St.-Augustinus-Platz getragen. Am ersten Abend trägt man sie zur Kathedrale und lässt sie dort über Nacht; am folgenden Tag führt die Prozession über sieben Stationen und bringt die Figur hierher zurück.
Praktisch vor Ort
Der Platz ist rund um die Uhr zugänglich; Theater, Kirche und Bibliothek in der Umgebung haben jeweils eigene Öffnungszeiten.
Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Kirche und Theater können unabhängig voneinander zugänglich sein. Rechnen Sie nicht damit, beide betreten zu können: Der Sinn dieser Station erschließt sich auch vom Platz aus gut.
