Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Zwei Türme der Fassade
- Breite Treppe
- Geräumiges Kirchenschiff
- Figur über dem Hauptaltar
Die Geschichte des Ortes
Wohlhabende Handelsfamilien aus dem benachbarten Viertel besuchten diese Pfarrkirche, deshalb erhielt sie ein großes und repräsentatives Erscheinungsbild. Zunächst stand an diesem Ort eine hölzerne Kirche des Jesuitenordens, die dem heiligen Laurentius geweiht war. Nach Taifunen wurde das Gebäude umgebaut: Eine breite Treppe führt zur Fassade, darüber stehen zwei Türme, und im Inneren erstreckt sich ein geräumiges Kirchenschiff. Hier wird weiterhin die Messe gefeiert, und über dem Hauptaltar befindet sich noch immer die Figur des Heiligen, den man in Macao als Schutzpatron der Seefahrer verehrte.
Im Winter verließen portugiesische Handelsseeleute Macao mit dem Nordmonsun. Den Rückwind erwartete man im April oder Mai: Dann sollte der Südmonsun die Schiffe nach Hause bringen. Mit dem Mann gingen auch Waren und Geld fort, von denen seine Familie lebte. Solange das Schiff nicht an der Küste erschien, wussten Frau und Kinder nicht, ob sowohl der Ernährer als auch das in die Reise investierte Vermögen zu ihnen zurückkehren würden.
Hierher kam man, um zu warten. Vom hoch gelegenen Kirchhof eröffnete sich ein direkter Blick auf die Praia-Grande-Bucht. Die Familien versammelten sich auf der breiten Freitreppe, hielten nach Schiffen Ausschau und beteten um die Rückkehr ihrer Männer und Söhne. Eine chinesische Chronik aus der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts nennt die Kirche den Tempel der Nachrichten vom Wind: Nachdem die Überseeschiffe ausgelaufen waren, warteten die Angehörigen zu Hause täglich auf Nachrichten und baten hier um günstigen Wind.
Der Wind kündigte auch Gefahr an. Neben der Kirche stand ein Signalmast, an dem Warnungen vor einem herannahenden Taifun gehisst wurden. Der chinesische Name „Fengxintang“ – „Tempel der Nachrichten vom Wind“ – klingt ähnlich wie „Fengshuntang“, „Tempel des günstigen Windes“. Die zweite Variante setzte sich für die Kirche durch. In ihr trafen der Zeitplan der Seefahrt, der Signalmast und die Bitte der Familien zusammen, die Schiffe zurückzubringen.
Die erste Holzkirche errichtete der Jesuitenorden hier vor dem Jahr eintausendfünfhundertsechzig und weihte sie dem heiligen Laurentius. Er war ein römischer Diakon des dritten Jahrhunderts, der das Vermögen der christlichen Gemeinde und die Hilfe für Arme verwaltete; im Jahr zweihundertachtundfünfzig wurde er während der Christenverfolgungen hingerichtet. In Macao verehrte man Laurentius als Schutzpatron der Seefahrer. Seine Figur befindet sich über dem Hauptaltar, vor dem die Familien der Seeleute beteten.
Handelsreisen brachten diesem Viertel große Vermögen. Wohlhabende Kaufmannsfamilien ließen sich in der Nähe nieder, und ihre Pfarrkirche erhielt einen entsprechenden Umfang. Nach Schäden durch Taifune baute der Macaoer Architekt José Tomás d’Aquino sie zwischen eintausendachthundertvierundvierzig und eintausendachthundertsechsundvierzig um. Von seiner Arbeit blieben die heutige Fassade mit zwei Türmen, die breite Treppe und das geräumige Kirchenschiff erhalten.
Heute ist sie eine aktive katholische Pfarrkirche; die Glocke eines der Türme läutet während der Messe. Von der Treppe aus lässt sich die Rückkehr der Schiffe nicht mehr verfolgen: Landgewinnung hat die Küste zurückverlegt, und die städtische Bebauung versperrt den früheren Blick aufs Meer. Auch der Signalmast ist nicht mehr da. Geblieben sind die Treppe, der Heilige über dem Altar und der Name „Fengshuntang“ – die Bitte um günstigen Wind, für die kein Blick aufs Meer mehr nötig ist.
Praktisch vor Ort
Offiziell: Montag–Freitag 07:00–18:00, Samstag–Sonntag 07:00–21:00; Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen können die Besichtigung für Touristen einschränken.
Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Besichtigen Sie die Kirche während eines Gottesdienstes schweigend oder bleiben Sie draußen. Auch ohne Eintritt helfen Treppe und Fassade, die frühere Verbindung dieses Ortes mit dem Meer zu verstehen.
