Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Halbkreisförmige Reihen des Antiken Theaters von Lyon
- Orchestra
- Fundament der Bühnenmauer
- Marmorplatten des Antiken Odeons von Lyon
Die Geschichte des Ortes
Die halbkreisförmigen Reihen des Antiken Theaters von Lyon stützen sich auf den Hang von Fourvière, und unter ihnen ist die Fläche der Orchestra erhalten. Römische Baumeister errichteten dieses Theater Ende des ersten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung, als die Stadt den oberen Teil des Hügels einnahm; zunächst fasste es etwa fünftausend Zuschauer, später etwa zehntausend. Hier wurden Komödien und Tanzaufführungen gezeigt. Daneben steht das Antike Odeon von Lyon für Musik, Deklamationen und Versammlungen; bei den unteren Reihen liegen noch farbige Marmorplatten, die aus verschiedenen Teilen des Mittelmeerraums herbeigebracht wurden.
Im Frühjahr eintausendneunhundertdreiunddreißig erhielten siebenundzwanzig arbeitslose Lyoner von der Stadtverwaltung Spitzhacken und Schaufeln. Bürgermeister Édouard Herriot stellte sie ein, um alte Mauern am Hang von Fourvière freizulegen. Für die Archäologen war dies ein Weg, einen jahrelangen Streit zu lösen; für die Erdarbeiter ein Verdienst.
Unter der Erde hoffte man, das Amphitheater von Lugdunum zu finden – so hieß das römische Lyon. Ein Amphitheater war eine ovale Arena mit Zuschauerplätzen ringsum: Dort fanden Kämpfe und Hinrichtungen statt. Die Forscher suchten ein Bauwerk, das mit dem Tod der ersten Lyoner Christen im Jahr einhundertsiebenundsiebzig verbunden war. Die aus dem Boden ragenden gebogenen Mauern schienen eine passende Spur zu sein.
Doch während der Ausgrabungen fügten sich die Reihen zu einem Halbkreis zusammen, und unten kamen die Orchestra – die Fläche vor den Zuschauern – sowie das Fundament der Bühne zum Vorschein. Solche Details gehörten zu einem Theater. Bis eintausendneunhundertfünfunddreißig musste man eingestehen: Hier gibt es kein Amphitheater. Seine Überreste entdeckte man später am Hang der Croix-Rousse, am anderen Ufer der Saône.
Herriot stellte die Arbeiten danach nicht ein. Die Stadt kaufte die benachbarten Grundstücke und richtete eine ständige kommunale Ausgrabungswerkstatt ein. Das Team wuchs allmählich: Bis eintausendneunhundertvierzig arbeiteten hier bis zu einhundertzwanzig Maurer und Erdarbeiter. Sie legten das große Antike Theater von Lyon und den kleineren Halbkreis daneben frei – das Antike Odeon von Lyon.
Das erste Theater nennt man zur Unterscheidung von seinem Nachbarn das große. Es wurde Ende des ersten Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung errichtet, als die römische Stadt den oberen Teil von Fourvière einnahm. Die Baumeister stützten die Zuschauerreihen auf den Hang: Zunächst fanden hier etwa fünftausend Menschen Platz, nach dem Ausbau bis zu zehntausend. Auf der Bühne spielte man vor allem Komödien, ergänzt durch Tänze.
Das Antike Odeon von Lyon entstand später und fasste etwa dreitausend Zuschauer. So nannten die Römer ein kleines Theater für Musik, Deklamationen und Versammlungen. Seine dicke Außenmauer trug wahrscheinlich das Dach, und bei den unteren Reihen sind Platten aus farbigem Marmor erhalten, der aus verschiedenen Teilen des Mittelmeerraums herbeigebracht wurde. Im Antiken Theater von Lyon erhob sich hinter der Bühne einst eine mehr als zwanzig Meter hohe Mauer. Während der Aufführung gab es keinen offenen Blick auf die Stadt; heute ist von der Mauer nur noch das Fundament übrig.
Am neunundzwanzigsten Juni eintausendneunhundertsechsundvierzig kam Édouard Herriot wieder hierher, um das wiederhergestellte Theater zu eröffnen. Nach seiner Rede spielte eine studentische Truppe der Sorbonne „Die Perser“ von Aischylos. Aus diesen Aufführungen entstand das Sommerfestival, das heute Nuits de Fourvière heißt.
Die Reihen, an denen die Archäologen ihren Irrtum erkannten, dienen wieder den Zuschauern. An ihrem Fuß liegt weiterhin die halbkreisförmige Orchestra, und hinter der niedrigen Linie des antiken Fundaments wird jeden Sommer eine moderne Bühne aufgebaut.
Praktisch vor Ort
Offener städtischer Raum; wählen Sie einen Aussichtspunkt, der den Fußgängerverkehr nicht behindert.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Beide Bauwerke werden unter freiem Himmel besichtigt; achten Sie auf Ihre Schritte auf dem unebenen Stein und betreten Sie nicht die abgesperrten Bereiche. Das Museum mit der Claudischen Tafel erfordert zusätzliche Zeit.
