Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Vier Steinfiguren
- Die Rolle in der Hand der rechten Figur
- Steinerne Trümmer unter ihrem Fuß
- Die lateinische Inschrift
Die Geschichte des Ortes
An der Nordseite des Flussplatzes bündelt eine steinerne Durchfahrt den Eingang in das Stadtviertel: Wer über den Tejo ankam, überquerte den Platz und ging durch dieses Tor weiter. Über dem Durchgang befindet sich eine ganze Skulpturenwand mit vier nationalen Persönlichkeiten, die für eine kurze Erzählung über das Land ausgewählt wurden. Die rechte Figur hält eine Rolle in der Hand, und unter ihrem Fuß liegen steinerne Trümmer; darüber krönen Ruhm, Genie und Tapferkeit sie. Die lateinische Inschrift spricht von den Tugenden der Vorfahren und davon, dass das Denkmal von der Öffentlichkeit bezahlt wurde.
Im Jahr eintausendsiebenhundertsiebenundsiebzig starb König José I. Der Marquês de Pombal, sein wichtigster Minister und Leiter des Wiederaufbaus nach dem Erdbeben, verlor sein Amt. Die neue Königin Maria I. wollte mit den Verhältnissen der Herrschaft ihres Vaters brechen, und Pombals Gegner drängten auf einen Prozess gegen den Mann, der zuvor über ihre Schicksale hatte bestimmen können. Sie stellte einen erheblichen Teil seines Bauprogramms ein. Den hier bereits begonnenen Bogen und das daran anschließende Viertel riss man ab.
Der schwer kranke Pombal bat um die Erlaubnis, in die Stadt zu ziehen, die seinen Titel trug, und ließ sich dort in seinem eigenen Haus nieder. Im Jahr eintausendsiebenhunderteinundachtzig befand das Gericht den ehemaligen Minister des Amtsmissbrauchs für schuldig. Maria ersparte dem zweiundachtzigjährigen Verurteilten die körperliche Strafe, verbot ihm jedoch, sich dem königlichen Hof zu nähern. Ein Jahr später starb er. Von seinem Bogen am Eingang zur Rua Augusta blieb nichts übrig.
Einige Jahrzehnte später beschlossen die Anhänger der konstitutionellen Monarchie, die im Bürgerkrieg über die Absolutisten gesiegt hatten, die Nordseite des Platzes zu vollenden. Im Jahr eintausendachthundertdreiundvierzig schrieb die Regierung einen Wettbewerb für einen neuen Bogen aus. Nun wollten die Auftraggeber über dem Durchgang eine kurze Geschichte des Landes darstellen. Der Ort passte ganz wörtlich: Wer vom Fluss ankam, überquerte die Praça do Comércio und betrat durch dieses Tor die Stadt.
In die Reihe aus Stein nahm man Viriathus auf, den Anführer der Lusitanier, die Rom Widerstand leisteten; Vasco da Gama, der den Seeweg von Portugal nach Indien entdeckte; Nuno Álvares Pereira, den Befehlshaber, dessen Siege halfen, die Unabhängigkeit von Kastilien zu behaupten; und Pombal, der den Wiederaufbau von Lissabon leitete. Man wählte ihn als den zeitlich letzten nationalen Staatsmann aus und verband ihn mit der neuen Stadt, die hinter dem Bogen entstanden war.
Eine solche Reihe löste noch vor Abschluss der Arbeiten Streit aus. Im Jahr eintausendachthundertzweiundsiebzig empfahl die Academia das Ciências de Lisboa, Viriathus und Vasco da Gama zu entfernen: Den Ersten hielt man für eine Figur anderen Maßstabs als den Staatsmann Pombal, und der Zweite sollte nach Ansicht der Akademiemitglieder keinen nachrangigen Platz einnehmen. Einer der Kritiker schrieb spöttisch, der antike Viriathus sei beinahe neben dem Minister des achtzehnten Jahrhunderts zu stehen gekommen.
Die Regierung änderte die Liste nicht. Vítor Bastos, Bildhauer und kommissarischer Professor der Academia de Belas-Artes de Lisboa, vollendete den Auftrag; eine feste Professur erhielt er erst im Jahr eintausendachthunderteinundachtzig. An der Fassade zum Platz stehen seine vier Figuren genau in der umstrittenen Reihenfolge: Viriathus und Vasco da Gama links, Pombal und Nuno Álvares Pereira rechts. Pombal hält einen zusammengerollten Plan von Lissabon und setzt den Fuß auf die Trümmer der zerstörten Stadt.
Über ihnen platzierte der französische Bildhauer Célestin Anatole Calmels den Ruhm, der Genie und Tapferkeit krönt. Die lateinische Inschrift widmet den Bogen den „Tugenden der Vorfahren, damit sie allen als Beispiel dienen“, und fügt hinzu, dass das Denkmal auf öffentliche Kosten errichtet wurde. Pombals ersten Bogen riss man hier ab; auf dem zweiten meißelte man ihn in voller Größe ein und stellte ihn unter eben jene Vorfahren, von denen die Inschrift spricht.
Praktisch vor Ort
Der Aufstieg auf den Bogen richtet sich nach den Öffnungszeiten des Denkmalbetreibers und variiert je nach Saison. Prüfen Sie am Tag Ihres Besuchs den offiziellen Zeitplan; ist der Aufstieg geschlossen oder die Warteschlange unerquicklich, funktioniert die Route auch von außen hervorragend.
Geprüft: 16. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Hauptgeschichte lässt sich vom Platz und vom Anfang der Rua Augusta aus lesen; betrachten Sie den Aufstieg als eigenen Besuch und prüfen Sie den Zugang im Voraus.
