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Miradouro de Santa Luzia

Miradouro de Santa Luzia

Hier weicht die militärische Grenze einer Geschichte darüber, wie man einen kirchlichen Ort für ein Jahrhundert verlieren und wiedererlangen kann.

10 Min.
Panoramablick vom Miradouro de Santa Luzia, Kolonnade und die Stadt darunter
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Worauf achten

  • Die Pergola über der Terrasse
  • Die weiße Fassade der Kirche
  • Die Bronzebüste von Júlio de Castilho
  • Grabplatten im Inneren der Kirche

Die Geschichte des Ortes

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Die Pergola überdacht einen kleinen Garten an der weißen Fassade der alten Kirche; an seinem Rand steht eine Bronzebüste von Júlio de Castilho. Er sammelte Dokumente über Lissabon und veröffentlichte sieben Bände über dessen östliche Viertel, deshalb erhielt der Garten seinen Namen. Hinter der Gartenmauer befindet sich die nationale Zentrale der portugiesischen Ritter des Malteserordens: Hier dienten die Komture, und in der Kirche sind zehn ihrer Grabplatten erhalten. Der Orden half Kranken und Pilgern, doch seine Brüder übernahmen auch eine militärische Pflicht.

Die Terrasse mit der Pergola nimmt den ehemaligen Kirchhof und den alten Kreuzgang ein – einen umschlossenen Hof mit Galerien. Die Kirche steht auf der Linie der antiken Mauer, bei den Portas do Sol. Vor der Anlage des Gartens gehörte dieser Rand des Hügels den Hospitalrittern.

Nach der bereits erzählten Einnahme Lissabons musste Afonso Henriques den östlichen Zugang zur Stadt halten. Die kirchliche Überlieferung datiert das Entstehen der hiesigen Festungskirche in seine Regierungszeit. Sicher ist, dass sich hier bis zum Jahr eintausendzweihundertzwanzig das Zentrum der Stadtkommende des Ordens der Hospitaliter des heiligen Johannes von Jerusalem befand, der später Malteserorden genannt wurde. Ursprünglich war die Kirche dem heiligen Blasius geweiht.

Die Ordensbrüder legten religiöse Gelübde ab, halfen Kranken und Pilgern und kämpften, wenn es nötig war. Ihren Unterhalt sicherten die Einkünfte aus den Häusern und Ländereien der Kommende; zu Beginn des dreizehnten Jahrhunderts besaßen die Hospitaliter in Lissabon und seiner Umgebung besonders viele Grundstücke. Die Wahl des Ortes entsprach ihrer militärischen Pflicht: Die Festungskirche ragte über die östlichen Vorstädte hinaus, neben Tor und Mauer. Die Komture dienten hier und wählten hier auch ihre Gräber. Zehn Grabplatten sind im Inneren der heutigen Kirche erhalten, obwohl das weiße Gebäude nach dem Erdbeben des Jahres eintausendsiebenhundertfünfundfünfzig wiederhergestellt werden musste.

Im Jahr eintausendachthundertvierunddreißig hob die portugiesische Regierung die religiösen Orden auf und verstaatlichte ihr Eigentum. Die Hospitaliter verloren sowohl die Einkünfte der Kommenden als auch diese Kirche. Der portugiesische Zweig zerfiel in einzelne Ritter.

António de Carvalho e Melo, der sechste Marquês de Pombal und Bailli des Ordens – ein ranghoher Ritter, der die Einrichtung einer ständigen portugiesischen Versammlung anstrebte –, beschloss, dem portugiesischen Zweig seine rechtmäßige Existenz zurückzugeben. Er war Höfling und Pair des Königreichs und konnte sich daher direkt an die Krone wenden. Am einunddreißigsten Mai eintausendachthundertneunundneunzig bestätigte König Karl I. die Satzung der Versammlung. Der Marquês wurde ihr erster Vorsitzender und leitete sie bis zu seinem Tod im Jahr eintausendneunhundertelf. Die Kirche konnte er nicht zurückerlangen. Das geschah erst im Jahr eintausendneunhundertachtundfünfzig, als die portugiesischen Ritter die Kirche wieder für Gottesdienste erhielten und hier ihre nationale Zentrale eingerichtet wurde.

Der Name der Aussichtsplattform stammt von der späteren Weihe der Kirche an die heilige Luzia. Sie ist eine christliche Märtyrerin aus dem sizilianischen Syrakus, die zu Beginn des vierten Jahrhunderts hingerichtet wurde. Die Geschichten von herausgerissenen Augen gehören der Legende an; in der kirchlichen Überlieferung wurde Luzia zur Schutzpatronin des Sehvermögens. Der vollständige Name der Kirche bewahrt beide Heiligen – Luzia und Blasius.

Am fünfundzwanzigsten Juli eintausendneunhundertneunundzwanzig stellte eine kommunale Kommission im ehemaligen Kreuzgang eine Bronzebüste von Júlio de Castilho auf. Dieser Historiker sammelte Dokumente über Lissabon und veröffentlichte sieben Bände über dessen östliche Viertel. Die Büste schuf sein Neffe Costa Mota, und der Garten erhielt Castilhos Namen. Hinter der Gartenmauer befindet sich weiterhin die Kirche, die der Malteserorden für einhundertvierundzwanzig Jahre verlor und dann zurückerhielt.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort10 Min.
Nächster PunktSé de Lisboa (Lissabonner Dom)
Eintrittvon außen

Rund um die Uhr geöffnet, Eintritt frei; Quelle geprüft am 2026-06-29.

Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Betrachten Sie die Bildtafeln als Werke des zwanzigsten Jahrhunderts, nicht als Berichte vom Ort des Geschehens; vergleichen Sie ihre geordneten Szenen mit der unebenen, lebendigen Stadt ringsum.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Lassen Sie den Garten hinter sich und folgen Sie dem Weg bergab zu den Türmen der Sé de Lisboa.

Stopp 2 von 7Weiter: Sé de Lisboa (Lissabonner Dom)

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Alfama: von Portas do Sol zum Castelo de São Jorge“ — 7 Stopps, 2,3 km, 3 Stunden.

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