Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Lehmpyramide
- Plattformen in Ebenen
- Senkrechte Ziegelreihen
Die Geschichte des Ortes
Huaca Pucllana erhebt sich fünfundzwanzig Meter zwischen den landwirtschaftlichen Flächen des Rímac-Tals und dem Ozean, der von hier nur zwei Kilometer entfernt ist. Ihre Lehmebenen wuchsen übereinander: Frühere Höfe, Durchgänge und Wände gerieten unter neue Aufschüttungen. In den senkrechten Reihen kleiner Ziegel, die auf den Plattformen sichtbar sind, verbergen sich Räume aus verschiedenen Zeiten. Weitläufige Orte für eine große Gemeinschaft wichen hier später Räumen für einen viel engeren Kreis.
Ungefähr in der Mitte des sechsten Jahrhunderts beschlossen Priester und die Anführer der örtlichen Gemeinschaft, einen großen Platz im Nordosten dieses Komplexes zu schließen. Ihr Ziel war es, einen weiteren heiligen Zyklus zu vollenden und auf den früheren Räumen neue zu errichten. Als Lima-Kultur bezeichnen Archäologen die vorkolumbische Gesellschaft an der Zentralküste Perus; wie diese Menschen sich selbst nannten, ist unbekannt.
Für den Umbau mussten Fischer, Landwirte, Handwerker und Händler zusammengebracht werden, von denen sowohl Vorräte als auch Arbeitskräfte abhingen. Die Fischer brachten Meeresfische und Mollusken, die am felsigen Ufer gesammelt worden waren. Die Landwirte gaben Mais, Paprika, Erdnüsse, Früchte und Kokablätter. Steinmetze fertigten Messer und Schaber zur Verarbeitung der Lebensmittel an. Das feinste Geschirr stellten Handwerker her, die, nach der Qualität ihrer Erzeugnisse zu urteilen, dies ständig taten und von ihrem Handwerk lebten.
Zunächst durchbohrten die Beteiligten den Boden des Platzes mit Holzstäben, legten Perlen, Quarzstücke und Pflanzen in die Löcher und verstrichen die Oberfläche anschließend wieder mit Lehm. Danach begann das gemeinsame Festmahl. Der Platz umfasste etwa zweitausend Quadratmeter; anhand der Menge an Fischgräten berechneten Archäologen, dass hier bei einer Mahlzeit mindestens tausend Menschen essen konnten.
Forscher vermuten, dass die Bewirtung den Priestern half, diejenigen zusammenzubringen, deren Erzeugnisse und Arbeit für den nächsten Bau benötigt wurden. Was auf dem Spiel stand, war ganz materiell: Die Fischer gaben einen Teil ihres Fangs ab, die Landwirte einen Teil ihrer Ernte, die Töpfer Gefäße, die nach dem Fest niemand mit nach Hause nahm.
Große Krüge, Schalen und Teller wurden absichtlich zerschlagen. Reste von Speisen und Geschirr warfen Arbeiter von oben auf die einzige Eingangsrampe hinab. Dann verbrannten sie die provisorischen Bauten, bauten einen Teil der Wände ab, schütteten den Platz zu und errichteten darüber Räume mit einem anderen Grundriss. Scherben aus drei aufeinanderfolgenden Ablagerungen konnten später wieder zu denselben Gefäßen zusammengesetzt werden. So stellten Archäologen fest, dass sie Spuren einer einzigen kurzen Handlungskette vor sich hatten und keine gewöhnliche, über mehrere Generationen angesammelte Müllhalde.
Nach der Schließung des weitläufigen Platzes richteten die Bauleute hier kleinere Räume ein. Der frühere Hof mit langen Bänken konnte eine riesige Gemeinschaft aufnehmen; die nächste Ebene war bereits für einen viel engeren Kreis bestimmt. Das Festmahl, zu dem etwa tausend Teilnehmende zusammengebracht worden waren, erwies sich als das letzte Ereignis im alten Raum.
Huaca Pucllana lag zwischen den landwirtschaftlichen Flächen des Rímac-Tals und dem Ozean, der von hier etwa zwei Kilometer entfernt ist. In den Resten der zeremoniellen Mahlzeiten findet sich jedoch besonders viel Meeresnahrung. Auf den Gefäßen wurden Wellen, Seelöwen und Haie dargestellt. Deshalb bringen Archäologen den örtlichen Kult vorsichtig mit dem Meer und einer weiblichen Gottheit in Verbindung, deren Namen die Bauleute nicht hinterließen.
Die fünfundzwanzig Meter hohe Pyramide entstand aus solchen Entscheidungen. Die Menschen begruben immer wieder Höfe, Durchgänge und Wände unter neuen Aufschüttungen und schichteten dabei Millionen kleiner Ziegel senkrecht wie Bücher. Der Platz, an dem jenes Festmahl endete, ist von der Oberfläche aus nicht mehr sichtbar: Seine Eingangsrampe blieb zusammen mit dem zerbrochenen Geschirr und den Knochen der hierher gebrachten Fische unter der nächsten Ebene.
Praktisch vor Ort
Besuche am Tag normalerweise 09:00–17:00; dienstags geschlossen; Nachtbesuche finden nach einem gesonderten Zeitplan statt. Die offiziellen Seiten unterscheiden sich in den Details, vor dem Aufbruch prüfen.
Geprüft: 29. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Vom zugänglichen Rand aus ist das Ausmaß des Komplexes zu erkennen, doch die wichtigsten archäologischen Bereiche liegen im Inneren. Gehen Sie nicht hinter die Absperrungen; planen Sie einen gesonderten Besuch nach den Regeln des Komplexes.
