Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Bronzener Brunnen
- Kathedrale von Lima
- Palacio de Gobierno
- Gebäude des Stadtrats
Die Geschichte des Ortes
Am Morgen des achtzehnten Januar eintausendfünfhundertfünfunddreißig trat Francisco Pizarro an einen grob behauenen Holzpfahl im Zentrum der heutigen Plaza Mayor. Pizarro war spanischer Gouverneur der eroberten Gebiete und setzte sich für die Gründung einer Hauptstadt ein, von der aus er sie behaupten konnte. Der aufgestellte Pfahl hieß Picota. An ihm hängte man Anordnungen aus, in seiner Nähe bestrafte und richtete man Verurteilte hin. Eine Stadt zu gründen bedeutete vor allem zu erklären, wer hier richtet, Grundstücke verteilt und Amtsträger ernennt.
Pizarro richtete seine erste Hauptstadt im gebirgigen Jauja ein. Die Siedler beklagten sich über die Kälte, die Höhe, den Mangel an Brennholz und den langen Weg zum Meer, von wo Menschen, Waffen und Vorräte kamen. Sie verlangten, die Stadt an die Küste zu verlegen. Pizarro schickte drei erfahrene Reiter aus, um das Tal des Rímac zu erkunden. Nach wenigen Tagen kehrten sie mit einem geeigneten Ort zurück: In der Nähe gab es Wasser, Ackerland, Wald und einen Weg zum künftigen Hafen Callao.
Diese Vorteile hatten sich die ortsansässigen Menschen bereits gesichert. Das Land gehörte zum Besitz von Taulichusco, einem Kuraka, also dem Herrscher der Gemeinschaften im Tal des Rímac. Seine Leute hatten Bewässerungskanäle angelegt, bauten Ernten an und lebten in Siedlungen auf beiden Seiten des Flusses. Der spanische Akt nennt den ausgewählten Ort auch so: Siedlung des Cacique von Lima. Am Morgen der Gründung stand Pizarro also nicht auf einer herrenlosen Ebene.
Auch Taulichusco wurde zur Zeremonie gebracht. Für ihn stand die Frage des Landes, des Wassers und der Pflichten seiner Leute auf dem Spiel. Pizarro fragte den Kuraka, ob die Gründung der Stadt ihm Schaden zufügen werde. Taulichusco schwieg. Vor ihm stand der bewaffnete Anführer der Eroberer, der bereits über die Ländereien verfügte; dieses Schweigen darf daher nicht als freie Zustimmung gelten. Für die spanische Zeremonie genügte es: Ein Widerspruch wurde nicht in das Dokument aufgenommen.
Pizarro zog sein Schwert, schnitt mit der Spitze einige Späne von der Picota und erklärte die neue Hauptstadt zur Ciudad de los Reyes, zur Stadt der Könige. Anschließend hielt ein Schreiber den vollzogenen Akt in einer Urkunde fest. Die spanische Bezeichnung blieb in den amtlichen Papieren, doch die Einwohner verwendeten weiterhin den lokalen Namen Lima, und mit der Zeit setzte er sich durch.
Die Aufteilung begann von diesem Platz aus. Schon vor der Zeremonie trug der Schreiber die Namen der Anspruchsteller direkt in die Felder des Stadtplans ein. Die nächstgelegenen Grundstücke wurden dem Stadtrat, der Kirche und den einflussreichsten Siedlern zugeteilt. Pizarro nahm sich einen ganzen Häuserblock auf der Nordseite, zwischen dem Platz und dem Fluss. Den Titel eines spanischen „Stadtbürgers“ zu erhalten bedeutete, ein Hausgrundstück, Land zur Bewirtschaftung und eine Encomienda zu bekommen – eine Gruppe ortsansässiger Menschen, die verpflichtet wurden, dem neuen Besitzer Tribut zu zahlen und für ihn zu arbeiten.
Die Familie Taulichuscos verlor einen Teil ihrer Besitztümer und Wohnstätten. Nach dem Tod des Kuraka wandte sich sein Sohn Gonzalo an die Königliche Audienz und verlangte die Rückgabe der entzogenen Ländereien. Die Richter erkannten Gründe für die Forderung an, verschoben ihre Entscheidung jedoch jahrelang. Gonzalo gab den Rechtsstreit schließlich auf; ein Urteil wurde nie gefällt.
Heute stehen rund um die Plaza Mayor der Stadtrat, die Kathedrale und der Palacio de Gobierno, und auf dem Platz selbst finden protokollarische Zeremonien und Stadtfeste statt. Sie werden hier abgehalten, weil Pizarro befahl, den Plan von Lima genau von hier aus zu beginnen, und die wichtigsten Institutionen an den Seiten des ersten offenen Quadrats verteilte. Die Picota gibt es längst nicht mehr. Im Jahr eintausendfünfhundertachtundsiebzig errichtete man an ihrer Stelle einen Stadtbrunnen, und der heutige bronzene Brunnen wurde im Jahr eintausendsechshunderteinundfünfzig aufgestellt. Er nimmt das Zentrum ein, das am Tag der Gründung durch den Holzpfahl markiert wurde.
Praktisch vor Ort
Frei zugänglicher Stadtplatz; die touristische Information nennt als Richtwert 08:00–22:00. Wegen Zeremonien und Sicherheitsmaßnahmen sind Sperrungen möglich; Drohnen sind verboten.
Geprüft: 1. Juli 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betrachten Sie den Platz von mehreren Punkten aus und behindern Sie nicht den Durchgang der Menschen. Halten Sie sich bei Zeremonien oder verstärkten Sicherheitsmaßnahmen in dem für die Öffentlichkeit zugänglichen Bereich auf.
