Stopp 3 von 6

Nonomiya-jinja

野宮神社

Die temporäre Residenz zeigt, wie eine Entscheidung am Hof das Leben einer Prinzessin veränderte.

15 Min.
Torii von Nonomiya-jinja
nnh · Public domain; cropped/resized for app
123456

0 von 6 erledigt

Audioguide · aufgenommene StimmeOrtsgeschichte anhören

Schau dich zuerst um

Worauf achten

  • Schwarze Torii aus ungeschälten Stämmen
  • Geflochtene Umfriedung
  • Hauptschrein
  • Seitenaltäre

Die Geschichte des Ortes

Textgröße

Der Name des Schreins bewahrt die Erinnerung an einen Palast außerhalb der Stadt, in den Frauen am Hof vor einem Dienst fern der Hauptstadt zeitweise umgesiedelt wurden. Als dauerhaftes Haus war er nicht gedacht: Mit dem Wechsel der Herrschaft wählte man für die nächste Dienerin ein anderes Grundstück, weshalb man rund um Kyōto mehrere mögliche Nonomiya kennt. Die Holzbauten sind verschwunden, doch die schwarzen Torii aus Eichenstämmen mit Rinde und die aus Zweigen geflochtene Umfriedung wiederholen ihr altes Aussehen. Hinter der Umfriedung verehrt man heute Amaterasu, und an den Seitenaltären bittet man um Familienglück und Kinder.

Im achthundertneunten Jahr musste der neue Kaiser Saga eine Frau ernennen, die ihn vor Amaterasu am Ise-Schrein vertreten sollte. Man wählte unter den unverheirateten Verwandten des Kaisers, und die Entscheidung traf man anhand der Risse in einem verbrannten Schildkrötenpanzer. Die Wahl fiel auf seine Tochter Yoshiko.

Sie wurde Saiō – die geweihte Prinzessin von Ise. Ehe und das gewöhnliche Hofleben waren ihr verboten. Zunächst verbrachte Yoshiko ein Jahr in einem besonderen Raum innerhalb des Kaiserpalasts. Dann wies man ihr außerhalb der Hauptstadt ein reines, durch Wahrsagung ausgewähltes Gelände zu und errichtete eine temporäre Residenz. Einen solchen Palast außerhalb der Stadt nannte man Nonomiya – „Palast im Feld“.

Die Prinzessin blieb hier noch ein Jahr. Vor dem Einzug unterzog sie sich einer Reinigung im Fluss, und mit dem achten Monat begann die festgelegte Zeit der Enthaltsamkeit. Einsam war sie dabei nicht: Innerhalb der Umfriedung dienten mehr als einhundert Hofleute und Beamte. Sie sorgten für den Alltag der Frau, die darauf vorbereitet wurde, ihre Familie zu verlassen und für die gesamte Regierungszeit ihres Vaters nach Ise zu gehen.

Nonomiya war nicht für ein dauerhaftes Leben bestimmt. Bei einem neuen Kaiser wählte man eine neue Saiō und bestimmte für sie den Ort des Palasts außerhalb der Stadt erneut. Deshalb sind in der Umgebung von Kyōto mehrere Grundstücke bekannt, die als frühere Nonomiya gelten. Die Überlieferung des heutigen Schreins verbindet gerade dieses Gelände mit Yoshiko und den folgenden Prinzessinnen; doch in jedem einzelnen Fall können Historiker nicht feststellen, wessen temporäre Residenz hier stand.

Im achthundertelften Jahr war Yoshikos Vorbereitung beendet. Nach der letzten Reinigung steckte ihr Vater ihr einen Buchsbaumkamm ins Haar und befahl ihr, zu gehen, ohne sich zur Hauptstadt umzudrehen. Mit mehreren hundert Begleitpersonen machte sie sich auf einen Weg von ungefähr einhundertdreißig Kilometern. Die Reise nach Ise dauerte fünf Nächte und sechs Tage.

Yoshiko blieb bis zum achthundertdreiundzwanzigsten Jahr Saiō. Als Saga abdankte, endete ihr Dienst: Die Ernennung seiner Tochter war gerade an seine Regierungszeit gebunden, und sie kehrte aus Ise zurück. Der neue Kaiser wählte eine andere Prinzessin, für die wieder ein Palast außerhalb der Stadt benötigt wurde.

Die hölzerne Residenz aus dem neunten Jahrhundert ist nicht erhalten. Die schwarzen Torii am Eingang und die niedrige Umfriedung geben ihre alte Form wieder: Für die Tore verwendet man Eichenstämme, ohne die Rinde zu entfernen, die Umfriedung wird aus Zweigen geflochten. Dahinter steht heute ein Schrein für Amaterasu, und an den Seitenaltären bitten Besucher um Heirat und die Geburt von Kindern. Der Name Nonomiya blieb von dem temporären Haus, in dem sich eine am Hof ausgewählte Frau ein ganzes Jahr lang darauf vorbereitete, Kyōto zu verlassen.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort15 Min.
Nächster PunktSagano-Bambusweg
Eintrittfrei zugänglich

Eintritt frei; das Schreinbüro gewöhnlich 9:00–17:00, ohne Ruhetage. Geprüft am 2026-06-30.

Geprüft: 30. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Hier ist wenig Platz; stehen Sie daher nicht im Tor und stören Sie keine Betenden. Nähern Sie sich dem Wunschstein ohne Eile und beachten Sie die auf dem Gelände geltende Ordnung.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Lassen Sie die Torii hinter sich und gehen Sie auf dem westlichen Weg tiefer in den Hain hinein.

Stopp 3 von 6Weiter: Sagano-Bambusweg

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Arashiyama: Fluss, Gärten und Bambus“ — 6 Stopps, etwa 2 km + Rundwege innerhalb der Gärten, 3–4 Stunden.

Ohne App Store und Google Play

Guide On Map als App installieren

Ein Symbol erscheint auf dem Startbildschirm; die Website öffnet sich ohne Browseroberfläche.

Android · Chrome
  1. Wenn unten „Jetzt installieren“ erscheint, tippe darauf und bestätige.
  2. Falls die Schaltfläche fehlt: Menü ⋮ → „App installieren“.
iPhone · Safari
  1. Tippe unten in Safari auf „Teilen“.
  2. Wähle „Zum Home-Bildschirm“ und dann „Hinzufügen“.
Symbol auf dem BildschirmVollbildmodusOffline-RoutenSpazierfortschritt