Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Altar des Guan Di
- Offener Hof
- Räucherbecken im rechten Teil des Hofs
Die Geschichte des Ortes
Der hiesige Tempel entstand aus dem gemeinsamen Haus von Einwanderern aus den Bezirken Guangzhou und Zhaoqing: Sie sammelten Geld dafür, brachten Material herbei und arbeiteten mit ihren eigenen Händen. Im hinteren Teil der Halle richteten sie einen Altar des Guan Di ein, und der offene Hof wurde zum Ort für Verhandlungen über Schulden, Handel und Familienstreitigkeiten. Vor der Gottheit, die mit Worttreue verbunden ist, half das Versprechen, die Wahrheit zu sagen, den Gemeinderichtern, die Streitenden zu einer Einigung zu bringen. Heute betet man am Altar, und das Räucherbecken rechts im Hof steht dort, wo einst der beklagten Partei ein Platz zugewiesen wurde.
Im Jahr achtzehnhundertvierundneunzig kam Frau Xu, geborene Huang, hierher, um über das Schicksal ihres Geldes zu verhandeln. Sie hatte Fan Bian fünfzig Silberdollar übergeben: Er sollte ein Geschäft mit zubereiteten Speisen eröffnen und ihrem Sohn Xu Guang helfen, in das Geschäft einzusteigen. Für die Mutter bedeutete dieses Geld den künftigen Verdienst ihres Sohnes.
Noch keine zwei Monate später war das Kapital verschwunden. Dem Unternehmen blieben Schulden aus einem Darlehen, für die Räume und gegenüber örtlichen Lieferanten. Fan Bian erklärte, die Kunden hätten Essen auf Kredit genommen und nicht bezahlt. Frau Xu wollte ihre Einlage zurück, und Fan Bian sollte entscheiden, wer die entstandenen Verpflichtungen bezahlen würde.
Die Verhandlung fand in diesem Hof statt. Mitglieder der Landsmannschaft saßen vor dem Altar des Guan Di; Kläger und Beklagter standen auf verschiedenen Seiten der offenen Fläche. Vor Beginn schworen die Beteiligten und Zeugen vor der Gottheit, die Wahrheit zu sagen. Danach teilten die Richter den Verlust auf: Das fünfzig Dollar werte Eigentum des Ladens wurde Frau Xu übergeben, sie erklärte sich bereit, das Darlehen und die Mietschuld zu bezahlen, und Fan Bian übernahm die Schulden bei den Lieferanten. Beide akzeptierten die Entscheidung, und die Verfasser des Tempelprotokolls kennzeichneten den Fall als abgeschlossen.
Diese Einrichtung erklärt den Namen des Tempels. Guan Di ist der postume Name des Feldherrn Guan Yu, der in China an der Wende vom zweiten zum dritten Jahrhundert lebte. Eine spätere Überlieferung machte ihn zu einer Gottheit, die mit Worttreue und Ehrlichkeit in Handelsangelegenheiten verbunden ist. Der Schwur vor seinem Bild ersetzte den Richtern hier den Zwang: Eine Vereinbarung zu brechen bedeutete, sowohl den Gegner als auch den verehrten Zeugen zu täuschen.
Das Gebäude selbst begann als Kwong Siew Association – ein Zusammenschluss von Einwanderern aus den Bezirken Guangzhou und Zhaoqing in der Provinz Guangdong. Im Jahr achtzehnhundertsechsundachtzig begannen die Gemeindeältesten Zhao Yu und Wang Chunlin, Geld für ein gemeinsames Haus zu sammeln. Zhao Yu gab einen großen Betrag, Handwerker arbeiteten unentgeltlich, andere Landsleute transportierten Material. Bis zum Jahr achtzehnhundertachtundachtzig war die Halle fertig; in ihrem vorderen Teil errichtete man einen Altar des Guan Di und öffnete den Zugang für alle, die kommen wollten.
Zhao Yu schlichtete hier später selbst Streitfälle. Zwischen achtzehnhundertachtundneunzig und neunzehnhundertzwei regelten die Mitglieder der Landsmannschaft vierhundertsechsundachtzig Fälle – über Schulden, Handel und Familienstreitigkeiten. Die Menschen nannten den gesamten Komplex Guan-Di-Tempel, und dieser Name überdauerte die Gerichtsverhandlungen.
Heute betet man vor dem Altar und hinterlässt Opfergaben. Die Richter sitzen nicht mehr am Altartisch, und das Räucherbecken im rechten Teil des Hofs wurde später aufgestellt – an der Stelle, an der früher die Beklagten standen.
Praktisch vor Ort
Der tägliche Betrieb ist durch Kwong Siew bestätigt; externe Verzeichnisse nennen als Richtwert 07:00–19:00, an Festtagen kann sich der Zugang ändern.
Geprüft: 26. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Betreten Sie während eines Gebets nicht den Bereich vor dem Altar und berühren Sie weder Waffen noch Gefäße oder Opfergaben; das Innere ist vom Eingang aus teilweise sichtbar.
