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Marienbasilika

Bazylika Mariacka

Das Schicksal des Hochaltars wird ein Krakauer Heiligtum mit Verstecken, Abtransport und einer jahrelangen Rückkehr verbinden.

20 Min.
Marienbasilika in Krakau
Oksana Protsenko · CC BY-SA 4.0; cropped/resized for app; ShareAlike applies
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Worauf achten

  • Hochaltar von Wit Stwosz
  • Zentrale Figuren von Maria und den Aposteln
  • Flügel des Altars
  • Holzrahmen

Die Geschichte des Ortes

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Der offizielle Name dieser Kirche lautet Basilika Mariä Himmelfahrt. Daher auch das geläufige Krakauer „Mariacki“: der Maria gewidmete. Im Hochaltar ist die Weihe in Holz geschnitzt. In der Mitte umgeben die Apostel Maria am Ende ihres irdischen Lebens, darüber ist ihre Aufnahme in den Himmel dargestellt und zum Abschluss die Krönung. Diese riesige Flügelkonstruktion schuf Wit Stwosz zwischen vierzehnhundertsiebenundsiebzig und vierzehnhundertneunundachtzig. Sie war für die Hauptpfarrkirche der Krakauer Bürger bestimmt und Teil des Gottesdienstes: An gewöhnlichen Tagen sahen die Gläubigen die geschlossenen Flügel, an hohen Feiertagen wurden sie geöffnet.

Im Sommer neunzehnhundertneununddreißig setzte sich der Kunsthistoriker Karol Estreicher dafür ein, den Altar auseinanderzunehmen. Er arbeitete an der Jagiellonen-Universität, konnte alte Inventarverzeichnisse lesen und wusste, welche Teile durch Stifte gehalten wurden, welche an Befestigungen hingen und was bei einem einzigen direkten Treffer verloren gehen würde. Der Pfarrer Józef Kulinowski wollte den Altar in der Kirche lassen und widersprach dem Abbau. Daraufhin erhielt Estreicher die Zustimmung des Krakauer Erzbischofs Adam Sapieha.

Der Architekt Franciszek Mączyński zeichnete die Konstruktion bis hin zu den einzelnen Schrauben auf. Mehrere Dutzend Priester, Wissenschaftler und Feuerwehrleute stiegen auf das Gerüst. Die Lindenholzfiguren wogen jeweils mehrere hundert Kilogramm, und beim Abnehmen half eine alte Winde auf dem Kirchendachboden – genau jener Hebemechanismus, mit dem die Werkstatt von Stwosz einst die Skulpturen aufgestellt hatte. Die Figuren wurden in Altpapier eingewickelt, in dreißig Kisten verpackt und am neunundzwanzigsten August über die Weichsel nach Sandomierz geschickt. Kleine Details versteckte man in der Universität und im Keller eines Künstlers, die Ornamente in der Gruft der Pfarrer innerhalb der Basilika. Im Altarbereich blieb ein leerer dreizehn Meter hoher Holzrahmen zurück.

Estreicher hoffte, die Schnitzarbeiten vor Bomben und Feuer zu bewahren. Die Möglichkeit eines gezielten Diebstahls unterschätzte er. Nach der Besetzung von Krakau begannen deutsche Mitarbeiter und SS-Angehörige, nach Teilen des Altars zu suchen. Menschen, die von der Evakuierung wussten, wurden zu Verhören vorgeladen. Erzbischof Sapieha nannte Sandomierz, um die Folterdrohungen zu beenden, und hoffte, die gefundenen Figuren würden in die Kirche zurückgebracht. Sie wurden tatsächlich hierher gebracht – jedoch nur, um nach Berlin weitergeschickt zu werden. Die Verstecke in der Universität entdeckte man, indem man die Wände abklopfte und frisch verlegtes Parkett aufbrach. Das Versteck in der Gruft innerhalb der Basilika blieb erhalten: Die Priester hatten nichts darüber gesagt.

Aus Berlin brachte man die Skulpturen und den in Krakau abgenommenen Rahmen nach Nürnberg – in die Stadt, mit der man die Herkunft von Stwosz verband. Dort sollte der Altar als deutsches Werk ausgestellt werden. Statt in einen Ausstellungssaal gelangten die Kisten in ein befestigtes Depot unter dem Burgberg: Die Luftangriffe hatten begonnen, und es war zu gefährlich geworden, die Holzkonstruktion zusammenzusetzen.

Estreicher hatte Polen zu diesem Zeitpunkt verlassen. In London leitete er eine Kommission zur Erfassung geraubter Kulturgüter. Seine frühere Arbeit an der Universität hatte sich verändert: Nun legte er Karteikarten zu den abtransportierten Gegenständen an, prüfte Museumskataloge und notierte die Namen deutscher Kunsthistoriker, die den Weg des Altars kennen konnten. So entstand eine Spur, die zu den unterirdischen Depots von Nürnberg führte. Am siebten Juni neunzehnhundertfünfundvierzig bestätigten amerikanische Militärangehörige, dass sie die Kisten gefunden hatten.

Am fünfzehnten November stieg Estreicher in das Depot hinab und sah nach sechs Jahren erstmals wieder die Figuren Marias und der Apostel. Anschließend erwirkte er die Genehmigung zu ihrer Übergabe. Am dreißigsten April neunzehnhundertsechsundvierzig traf der Zug mit dem Altar in Krakau ein; Estreicher begleitete die Fracht. Nach der Konservierung zeigte man die Schnitzarbeiten mehrere Jahre auf dem Wawel, und im Jahr neunzehnhundertsiebenundfünfzig wurden sie hier wieder aufgestellt.

Die Figuren in der Mitte des Altars sind jene, die Feuerwehrleute mithilfe der mittelalterlichen Winde herabließen und über die Weichsel wegschafften. Auch der Holzrahmen war in Nürnberg. Ein Teil der Ornamente aber lag die ganze Zeit hinter diesen Mauern, in der Gruft der Pfarrer.

Praktisch vor Ort

Zeit am Ort20 Min.
Nächster PunktMaria-Magdalenen-Platz und Grodzka-Straße
Eintrittvon außen

Für Besucher ist die Basilika gewöhnlich täglich 11:30–18:00 geöffnet; an Sonntagen und Feiertagen ist die touristische Besichtigung des Hauptteils und des Altars ungefähr 14:00–18:00 möglich. Turm mit dem Trompeter: Dienstag–Samstag 11:00–17:30, Sonntage und Feiertage 13:00–17:30, Eintrittskarten nur am Besuchstag. Während der Liturgie und an besonderen Tagen ändern sich die Zeiten.

Geprüft: 16. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.

Dies ist eine aktive Kirche: Bewahren Sie Ruhe und rechnen Sie nicht damit, durch jedes Portal eintreten zu können. Prüfen Sie den touristischen Zugang und die Möglichkeit, den geöffneten Altar zu sehen, gesondert.

Nächster Schritt

Wie weiter?

Verlassen Sie den Hauptmarkt über die Grodzka-Straße und halten Sie am Umriss der verschwundenen Kirche an.

Stopp 6 von 9Weiter: Maria-Magdalenen-Platz und Grodzka-Straße

Route beendet

Spaziergang abgeschlossen

„Königsweg: Altstadt von Krakau und Wawel“ — 9 Stopps, etwa 2,3 km, 2,5–3,5 Stunden.

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