Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Holzsäulen
- Steinerne Sockel der Säulen
- Mihrab in der Südwand
- Marmorne Waqf-Tafel
Die Geschichte des Ortes
Der Saal der Dschuma-Moschee besteht aus Holzstützen unterschiedlichen Alters: Ein Teil der geschnitzten Säulen wurde aus untergegangenen mittelalterlichen Gebäuden hierhergebracht. Sie sind unterschiedlich hoch, doch steinerne Sockel und hölzerne Aufsätze über den Kapitellen halten das Dach auf einer Höhe. In der Südwand befindet sich die Gebetsnische, und rechts davon erinnert eine Marmorplatte an den Waqf: Ernte und Pachtzahlungen von den geschenkten Ländereien dienten dem Unterhalt der Moschee, ihrer Bediensteten und den Almosen. Heute gehen unter dieser Decke häufiger Besucher hindurch, und an der Ostseite steht das kleine Mausoleum eines Mannes, dessen Einkünfte diesem Ort halfen, die eigene Lebenszeit des Mannes zu überdauern.
„Dschuma“ bedeutet auf Arabisch Freitag. Einmal in der Woche kamen Bewohner verschiedener Stadtviertel hier zum gemeinsamen Mittagsgebet zusammen. Dafür brauchte es einen großen Saal: Sein flaches Dach wird von über zweihundert Holzsäulen getragen, einen Hof und einen Kuppelraum gibt es hier nicht.
Bereits im zehnten Jahrhundert stand an dieser Stelle eine Freitagsmoschee. Gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts war das frühere Gebäude baufällig geworden. Dann nahm sich Abdurahman Mehtar seiner an. „Mehtar“ war die Bezeichnung eines Amtes: Er diente am Hof von Chiwa, leitete die zivilen Angelegenheiten und vor allem die Finanzen. Der chiwanische Historiker Munis schrieb ihm den Umbau der Moschee zu, und eine erhaltene Inschrift nennt neben ihm seinen Sohn Abdurahim.
In den Jahren eintausendsiebenhundertachtundachtzig bis eintausendsiebenhundertneunundachtzig übergaben Vater und Sohn der Moschee Ländereien nahe den Dörfern Kuyuktam und Bekabad. Sie widmeten sie als Waqf, als Eigentum, dessen Ertrag auf Dauer einer religiösen Einrichtung zugewiesen war. Das Land durfte weder verkauft noch in den Familienbesitz zurückgeführt oder unter Erben aufgeteilt werden. Ernte und Pachtzahlungen sollten Reparaturen, den Unterhalt der Bediensteten und Almosen finanzieren. Ein Amtsträger, der vom Hofdienst lebte und fremde Einkünfte verwaltete, gab einen Teil seiner eigenen Einkünfte so ab, dass auch nach seinem Tod darüber verfügt werden konnte.
Mit diesen Mitteln errichteten Handwerker den heutigen Saal nach dem früheren Schema mit vielen Säulen und erweiterten ihn. Die neuen Stützen stellten sie neben alten auf, die aus zerstörten mittelalterlichen Bauten hierhergebracht worden waren. Deshalb entstand hier keine einheitliche Säulenreihe: Einige Schäfte wurden für diesen Umbau geschnitzt, andere waren damals bereits mehrere Jahrhunderte alt. Die unterschiedliche Höhe störte das Dach nicht – die Handwerker glichen sie mit steinernen Sockeln und Holzteilen über den Kapitellen aus. Die große Versammlung fand wieder unter einem Dach Platz, und die ländlichen Ländereien brachten weiterhin Mittel für ihren Unterhalt ein.
Nach dem Tod von Abdurahman Mehtar wurde er in einem kleinen Mausoleum an der Ostseite der Moschee bestattet. Heute gehört das Gebäude zum Museumsreservat Itchan-Kala, und durch den Saal gehen hauptsächlich Besucher. Rechts vom Mihrab, der Gebetsnische in der Südwand, befindet sich noch eine marmorne Waqf-Tafel über die Schenkung an die Moschee. Auf ihr stehen die Namen von Vater und Sohn neben den Namen der beiden Dörfer, mit deren Einkünften sie diese Freitagsmoschee versorgten.
Praktisch vor Ort
Museumsobjekt und Denkmal der religiösen Architektur. Im Jahr 2025 wurde internationale Hilfe für Konservierungsarbeiten bewilligt; einzelne Bereiche können vorübergehend eingeschränkt sein.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Lassen Sie Ihre Augen sich an das Halbdunkel gewöhnen, sprechen Sie leise und fotografieren Sie Menschen während des Gebets nicht ohne ihre Zustimmung.
