Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Weißsteinerner zentraler Teil
- Obere Kirche
- Untergeschoss mit Museum
Die Geschichte des Ortes
Der Name bewahrt die alte Ordnung: Hier hielt der Erzbischof von Kasan Gottesdienste, weihte Priester und entschied über die Angelegenheiten der Eparchie. Unter der oberen Kirche befand sich die Grabstätte ihrer verstorbenen Oberhäupter; jetzt ist im Untergeschoss ein Museum zur Geschichte der Kathedrale untergebracht. Der weißsteinerne Kern des heutigen Gebäudes ist seit dem sechzehnten Jahrhundert erhalten, und oben finden wieder Gottesdienste statt.
Nach der Einnahme Kasans richtete man in der Stadt die neue orthodoxe Eparchie Kasan ein. Ihr erster Erzbischof Gurij sollte eine Hauptkirche einrichten, in der das Oberhaupt der Eparchie Gottesdienste halten, Priester weihen und die wichtigsten kirchlichen Entscheidungen treffen würde. Unter Gurij errichtete man an der Stelle einer Holzkirche eine steinerne Kathedrale, die im Jahr eintausendfünfhundertzweiundsechzig geweiht wurde.
Die Verkündigung, der die Kirche gewidmet ist, ist ein Ereignis aus dem Evangelium: Erzengel Gabriel teilte Maria mit, dass sie die Mutter Jesu werden würde. Die Kirche wurde Kathedrale genannt, weil sich hier der Ort befand, an dem der Erzbischof von Kasan seinen Dienst versah. Im Untergeschoss bestattete man die verstorbenen Oberhäupter der Eparchie.
Im Juli des Jahres eintausendsiebenhundertvierundsiebzig bestimmte diese Ordnung das Handeln von Erzbischof Weniamin. Jemeljan Pugatschow, der Anführer des Aufstands, gab sich als der gerettete Kaiser Peter der Dritte aus und wollte Kasan einnehmen. Weniamin hatte die Beisetzung des echten Kaisers Peter des Dritten gesehen und sandte Botschaften an die Kirchen, um die Menschen davon zu überzeugen, dem Hochstapler nicht die Treue zu schwören.
Pugatschows Abteilungen besetzten fast die ganze Stadt. Beamte, Adlige, Kaufleute, Soldaten und Stadtbewohner suchten hinter den Kremlmauern Schutz. Weniamin blieb bei ihnen und hielt den ganzen Tag Gottesdienste in der Mariä-Verkündigungs-Kathedrale, während die Aufständischen die Festung von drei Seiten beschossen. Als das Schießen verstummte, trug der Erzbischof Ikonen hinaus und führte den Klerus und die Stadtbewohner in einer Prozession entlang der inneren Mauern. Pugatschows Anhänger nahmen den Kreml nicht ein. Nach der Niederlage ihres Heeres kam der Regierungskommandeur als Erstes hierher, und Weniamin hielt einen Dankgottesdienst ab.
Einige Monate später bezichtigte der gefangen genommene Aufstandsteilnehmer Ilja Aristow den Erzbischof. Er behauptete, Weniamin habe Pugatschow heimlich dreitausend Rubel übergeben, damit dieser die bischöfliche Residenz außerhalb der Stadt verschonte. Die Anschuldigung klang auch deshalb plausibel, weil Weniamin tatsächlich außerhalb der Stadt lebte: Für die Reparatur und den Unterhalt seines Hauses im Kreml fehlten die Mittel. Der Diakon Alexei Ionin und der Kaufmann Ogorodnikow bestätigten Aristows Darstellung.
Kaiserin Jekaterina II. glaubte den Aussagen. Weniamin wurde verhaftet, und man verbot ihm, Erklärungen abzugeben. Daraufhin schickte der Beamte der bischöflichen Kanzlei Pjotr Wassiljew der Kaiserin heimlich einen Brief des Gefangenen. Die Untersuchung stellte fest, dass der Erzbischof Pugatschow kein Geld übergeben hatte. Im Januar des Jahres eintausendsiebenhundertfünfundsiebzig befahl Jekaterina II., Weniamin freizulassen, erhob ihn zum Metropoliten und verlieh ihm eine weiße Kopfbedeckung mit einem Diamantkreuz. Aristow wurde zu Zwangsarbeit nach Baltischport verbannt.
Der weißsteinerne Baukörper aus dem sechzehnten Jahrhundert, in dem Weniamin gemeinsam mit den im Kreml eingeschlossenen Stadtbewohnern Gottesdienste hielt, bleibt der zentrale Teil der heutigen Kathedrale. Heute finden oben wieder Gottesdienste statt, und im Untergeschoss ist ein Museum zur Geschichte der Kirche eingerichtet.
Praktisch vor Ort
Die Kathedrale ist täglich von 08:00 bis 20:00 geöffnet; das Museum hat einen eigenen Zeitplan.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Wenn im Inneren ein Gottesdienst stattfindet, stören Sie die Gläubigen nicht: Betrachten Sie die Kathedrale vom Platz aus und konzentrieren Sie sich auf die Spur des Glockenturms.
