Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Schild des „CD Laphing Center“
- Tische der Imbisse
- Weiße Laphing-Platten
Die Geschichte des Ortes
Die Phulbari im tibetischen Viertel von Boudha ist voller kleiner Imbisse: Hier werden tibetische Nudeln und anderes Essen direkt an der Straße zubereitet. Zu den üblichen Speisen gehört weißes Laphing, eine kalte Stärkeplatte, die in Stücke geschnitten und mit einem säuerlichen, knoblauchhaltigen und scharfen Dressing vermischt wird. An niedrigen Tischen wird im Vorbeigehen gegessen, und der Küchenduft strömt zusammen mit den Stimmen der Kunden aus den offenen Türen.
Auf der Phulbari ist das „CD Laphing Center“ bis heute geöffnet. Der Name verspricht sowohl Essen als auch CDs, obwohl hier schon lange keine CDs mehr verkauft werden. Sie wurden von einem Gericht verdrängt, das der Besitzer zunächst auf einem einzelnen Tisch vor dem Laden anbot.
Sonam Tenzing Lama ist der Sohn einer tibetischen Flüchtlingsfrau, die ihre Familie in Nepal neu aufbauen musste. Sie kam ungefähr im Jahr tausendneunhundertneunundfünfzig mit ihren Eltern hierher. Sonam wurde in Kathmandu geboren, lebte einige Zeit in Tibet und kehrte nach dem Tod seiner Mutter zurück. Er ging gezielt nach Boudha, weil er gehört hatte, dass die örtlichen Klöster Flüchtlingen Unterkunft und Essen geben. Sonam wollte Mönch werden, erhielt aber nur eine bezahlte Arbeit bei einem Kloster. Dort lernte er während einer großen Zeremonie eine Frau kennen, die ebenfalls bei der Klostergemeinschaft arbeitete. Sie heirateten, verließen das Kloster und mieteten mit ihren Ersparnissen ein Zimmer.
Seine Frau nahm eine Stelle als Haushaltshilfe an. Sonam fuhr, um in Tatopani und anderen Städten Handel zu treiben, konnte aber kein Geld verdienen. Den Ausweg zeigte ihm ein älteres tibetisches Paar aus Tushal, bei dem er ständig gelbes Laphing aß: kalte Platten aus Stärke, in Stücke geschnitten und mit Essig, Knoblauchwasser, Sojasauce und Chilipaste gewürzt. Sonam freundete sich mit den Besitzern an und beschloss, sein eigenes weißes Laphing zu verkaufen.
Im Jahr zweitausenddrei eröffnete er auf der Phulbari einen CD-Verleih. Das Laphing nahm einen Tisch mit einem Stuhl vor dem Eingang ein und blieb zunächst ein Nebenverdienst. Dann hielt das Internet Einzug in die Haushalte. CDs wurden immer seltener ausgeliehen, während immer mehr Menschen an den Tisch kamen, um etwas zu essen. Sonam gab den Verleih auf und überließ dem Laphing den ganzen Raum.
Zunächst waren seine Kunden fast ausschließlich Tibeter. Dann begannen örtliche Jungen, ihre Schulfreunde mitzubringen, diese kehrten mit ihren Gruppen zurück, und andere Händler sahen die Nachfrage und fingen an, überall in Boudha Laphing-Lokale zu eröffnen. So wurde die Phulbari zu einer Straße kleiner Imbisse, zu der man für tibetische Nudeln und direkt hier zubereitete Gerichte kommt.
Später sagte Sonam, dass die Familie nie ein Haus und ein Auto gekauft habe, die Einnahmen aber gereicht hätten, um zwei Töchter und drei Söhne zu ernähren und auszubilden. Auf dem Schild seines Lokals blieben zwei Buchstaben vom verschwundenen Verleih erhalten: „CD“. Dahinter folgt nun das Wort „Laphing“.
Praktisch vor Ort
Die Gasse ist immer geöffnet; Läden und Cafés haben etwa von 10:00 bis 20:00 geöffnet, doch viele bleiben montags geschlossen.
Geprüft: 17. Juni 2026. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Die Schärfe des Laphing sollten Sie vor der Bestellung erfragen. Fotografieren Sie Verkäufer und Kunden nicht ohne deren Einverständnis aus nächster Nähe.
