Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Kurzer quadratischer Blockbau
- Hohes Tonnendach über dem Altar
- Nordtür
- Ikonostase
Die Geschichte des Ortes
Im Jahr neunzehnhundertdreiunddreißig kamen Mitarbeiter des Irkutsker Regionalmuseums nach Ilimsk, um die Kasaner Kirche zu überprüfen. Acht Jahre zuvor hatte man sie als einzigartiges Denkmal anerkannt und dem Museum zum Schutz übergeben. Im Prüfbericht musste vermerkt werden, dass die örtlichen Verwalter in der Kirche eine öffentliche Toilette eingerichtet, die Ikonostase zerstört, Ikonen zerhackt sowie Holzskulpturen und Schnitzereien verbrannt hatten. Mit den verbliebenen Ikonen aus dem siebzehnten Jahrhundert hatten sie eingeschlagene Fenster vernagelt – auch das galt als Schutzmaßnahme.
Kirchenverzeichnisse nennen Pjotr Maximow, den Priester der Hauptkathedrale von Ilimsk, als Erbauer des Gotteshauses. Im Jahr sechzehnhundertneunundsiebzig errichtete er die Kirche außerhalb der Festungsmauer, neben dem Spasskije-Tor. Ihren Namen erhielt sie nach der Kasaner Ikone der Gottesmutter, die als Beschützerin der Krieger verehrt wurde. Vor dem Auszug aus dem Ostrog beteten die Kosaken hier vor einem Feldzug; nach der Rückkehr betraten sie die Kirche erneut. Rechts von den Zarentüren hing ein gesticktes Bild des Erlösers – ein ehemaliges Kosakenbanner, das später dem Irkutsker Regionalmuseum übergeben wurde. Die Lage am Tor gab der Kirche ihre zweite Bezeichnung: Torkirche.
Der Bericht von neunzehnhundertdreiunddreißig brachte die verlorene Ausstattung nicht zurück. Als man die Kirche im Jahr neunzehnhundertsiebzig für den Abtransport nach Talzy vorbereitete, stand ihr westlicher Teil bereits ohne Dach, ein Teil der Nordwand fehlte, und der Innenraum war zerstört. Über dem Altar hielt sich noch das hohe Tonnendach mit einigen erhaltenen Lemeschschindeln.
Die Architektin und Restauratorin Galina Oranskaja erhielt die zerlegten Stämme, alte Fotografien und Aufmaße. Sie arbeitete als Hauptarchitektin des Museumsprojekts und war für die Entscheidung verantwortlich, welche der früheren Gestalten zur Museumskirche werden sollte. Anhand der Spuren von Abbeilungen an den Stämmen schloss Oranskaja, dass der erhaltene quadratische Baukörper einst eine selbstständige kleine Kirche gewesen war und dass die lange, niedrige Trapeza später angebaut worden war. Sie stellte die frühe kompakte Form wieder her.
Die Datierung dieser Entscheidung bleibt umstritten. Als offizielles Baujahr gilt sechzehnhundertneunundsiebzig. Oranskaja fand bereits für das Jahr sechzehnhundertsechsundsechzig eine Erwähnung der Kirche, und spätere Forscher vermuteten, dass Pjotr Maximow die Kirche im Jahr sechzehnhundertneunundsiebzig erweitert habe. So bezieht sich das eine Datum auf den ersten kleinen Blockbau, das andere auf die Kirche mit großer Trapeza.
Die Restaurierung wurde im Jahr neunzehnhundertfünfundachtzig abgeschlossen. Künstler unter der Leitung von Sergei Frolow malten die Ikonen für die verlorene Ikonostase neu und stellten den Altar wieder her. Im Jahr neunzehnhunderteinundneunzig wurde die Kirche geweiht und wieder zu einer aktiven Kirche im Museum. Der kurze Blockbau und das hohe Tonnendach über dem Altar vermitteln Oranskajas frühe Fassung; die Nordtür stammt von dem späteren Umbau, und die Ikonostase im Inneren wurde als Ersatz für jene geschaffen, die in Ilimsk zerstört worden war.
Praktisch vor Ort
Nach der Öffnungsordnung des Museums „Talzy“: März–Oktober 10:00–18:00, November–Februar 10:00–17:00; der Zugang zum Inneren kann von der Museumsarbeit und Gottesdiensten abhängen.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Auch wenn Sie das Innere nicht betreten können, bleiben Sie an den Wänden stehen: Wichtig ist hier das Material selbst, das nach langem Verfall zerlegt, transportiert und wieder zusammengesetzt wurde.
