Schau dich zuerst um
Worauf achten
- Rotes Modell eines Segelschiffs
- Altar der Mazu
- Steinerne Stele
- Ziegeldach
Die Geschichte des Ortes
Diese Halle wurde von einer Gemeinschaft chinesischer Kaufleute und Siedler aus Fujian unterhalten. Unter dem Ziegeldach betete man, regelte Angelegenheiten der Landsleute, empfing Neuankömmlinge und sammelte Spenden. Der Altar der Mazu erinnert daran, dass der Seeweg für viele Mitglieder der Gemeinschaft sowohl Arbeit als auch der Weg zu einem neuen Zuhause war. Nach dem Mondkalender wird die Halle noch immer auf ihr Fest vorbereitet, und nach dem Ritus teilt man die Bewirtung mit Gästen.
Vor dem Hauptaltar steht ein großes rotes Modell eines Handelsschiffs unter Segeln. Solche Schiffe waren für die Gründer dieses Komplexes sowohl der Weg nach Hội An als auch ein Arbeitsmittel. Kaufleute von der südöstlichen Küste Chinas segelten monatelang, transportierten Waren zwischen Häfen und riskierten Fracht, Einkommen und ihr Leben. Sie stammten aus Fujian, einer Küstenprovinz, die den Seehandelsrouten zugewandt ist.
Von der Entstehung des Heiligtums hier berichtet eine steinerne Stele, die im Jahr eintausendsiebenhundertsiebenundfünfzig aufgestellt wurde. Sie ist eine mehr als sechzig Jahre nach dem Ereignis verfasste Aufzeichnung, kein Schiffstagebuch. Ihr zufolge zog ein Handelsschiff bei Cẩm An eine Statue von Mazu aus dem Wasser. Die Menschen brachten sie an Land und errichteten für sie ein Heiligtum aus Bambus und Stroh.
Mazu galt als Schutzgöttin der Seefahrer. Die Kaufleute glaubten, dass sie Schiffe aus Stürmen herausführt und ihnen hilft, das Ufer zu erreichen. Deshalb bezog sich die gefundene Statue auf eben jenes Risiko, auf dem ihr Einkommen beruhte. Die Überlieferung von ihrer wundersamen Hilfe lässt sich nicht überprüfen; verlässlich bekannt ist etwas anderes: Die Menschen bewahrten die Statue und bauten für sie einen Tempel.
Nach mehr als sechzig Jahren war das Strohdach baufällig geworden. Im Frühjahr eintausendsiebenhundertsiebenundfünfzig ersetzte die Landsmannschaft aus Fujian es durch ein Ziegeldach. Thi Chất Hoàn, der aus dem Kreis Jinjiang nahe Quanzhou stammte, stellte die Stele auf und hielt eigens fest, dass die Gemeinschaft den Bau zur Verehrung der Göttin und nicht zum Gewinn unternahm. Die Kaufleute investierten das mit dem Seehandel Verdiente in ein dauerhaftes Heiligtum und einen Ort, an dem sie sich mit den Ihrigen versammeln konnten.
Eine solche Landsmannschaft nannte man Bang. In Hội An gründeten Menschen aus verschiedenen Regionen Chinas eigene Vereinigungen, und ihre Hallen dienten dem Gebet, gemeinsamen Versammlungen und der Hilfe für Neuankömmlinge. Diese Halle heißt nach Fujian, weil Kaufleute und Siedler aus Fujian sie unterhielten. Hier empfingen sie Landsleute, sammelten Spenden, regelten Angelegenheiten der Gemeinschaft und verehrten die Schutzgöttin ihrer Seereisen.
Diese Arbeit dauert an. Am dreiundzwanzigsten Tag des dritten Monats nach dem Mondkalender bereiten die Vorstandsmitglieder die Halle auf den Tag der Mazu vor, waschen ihre Statue und ziehen ihr Kleidung an, die Gläubige gestiftet haben. Das Oberhaupt der Landsmannschaft liest einen Gedenktext, dann wird ein als Gabe dargebrachtes gebratenes Spanferkel unter Landsleuten und Gästen geteilt. Heute kommen auch vietnamesische Familien hierher; Menschen, die ein Gelübde erfüllt haben, kehren mit Opfergaben zurück.
Vor dem Altar der Mazu steht weiterhin das Modell eines Handelsschiffs unter Segeln. Im Inneren wird die Stele aus dem Jahr eintausendsiebenhundertsiebenundfünfzig aufbewahrt – die Aufzeichnung über das Schiff, die aus dem Wasser gezogene Statue und das Strohdach, das die Kaufleute aus Fujian durch Ziegel ersetzten.
Praktisch vor Ort
Zugang zum Inneren mit der einheitlichen Eintrittskarte; die genauen Öffnungszeiten der Halle werden am Tag des Besuchs erfragt.
Geprüft: kein Datum angegeben. Prüfe vor dem Besuch die offizielle Quelle.Gehen Sie nicht vor einer Person vorbei, die sich verbeugt, und lassen Sie den Zugang zum Altar frei. Berühren Sie Räucherwerk und Opfergaben nur auf Einladung der Dienenden.
